Appenzellerland

    Beck stellt Dauerparkierer ins Netz – bis er verschwindet

    Nico Leuthold
    Nico Leuthold

    Herisau,

    Ein Appenzeller Beck macht Dauerparkierern vor seinem Laden den Garaus. Weil einer tagelang sein Auto stehen lässt, stellt er ihn ins Netz. Und: Es wirkt.

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    Interview mit dem Besitzer der Bäckerei - Nau.ch/Nico Leuthold

    Das Wichtigste in Kürze

    • Vor einem Beck in Herisau AR stehen immer wieder tagelang Autos.
    • Laut Parkuhr darf man aber nur eine Stunde da parkieren.
    • Bäckerei-Chef Kurt Abderhalden nervt sich, weil seine Kunden so keinen Parkplatz haben.
    • Jetzt hat er einen Dauerparkierer an den Internet-Pranger gestellt - es wirkt!

    Wer bei in Herisau beim Beck ein Gipfeli holen will, muss immer öfters zu Fuss kommen. Denn bei Kurt Abderhalden an der Gossauerstrasse sind Parksünder am Werk. Sie stellen ihr Auto auf den öffentlichen Parkplatz vor der Bäckerei – und fahren tagelang nicht mehr weg.

    Jetzt hatte Abderhalden genug: Er stellte einen der Parksünder mit Foto auf Facebook. «Seit längerer Zeit steht ein Auto dauerhaft direkt vor unserem Geschäft», schreibt er in einer Gruppe. Der hellblaue Citroën blockiert dadurch wichtige Parkplätze.

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    Dieser hellblaue Citroën stand tagelang auf dem Parkplatz vor der Bäckerei Abderhalden in Herisau AR. - zVg

    «Für unsere Kundinnen und Kunden ist es dadurch kaum möglich, in der Nähe zu parkieren, um einzukaufen.» Zynisch fügt er an: «Solche Dauerparkierer schätzen wir natürlich sehr.»

    Denn wer nicht hier parkieren kann, kommt nicht.

    Beck ärgert sich schon lange über Dauerparkierer

    Nau.ch hat den Beck besucht. Er führt seinen Laden seit 34 Jahren in Bahnhofsnähe. Abderhalden sagt: «Schon seit den Frühlingsferien ärgere ich mich immer wieder.»

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    Kurt Abderhalden vor seiner Bäckerei. Er führt sie seit 34 Jahren. - Nau.ch/Nico Leuthold

    Eigentlich sei es ja toll, wenn man einen öffentlichen Parkplatz vor seinem Laden habe, sagt er. «Aber wenn man am Freitagabend seinen Chlapf hier abstellt und sich nicht bewegt bis Sonntagabend, jagt es mir irgendwann den Nuggi raus.»

    Jetzt hat der Bäckerchef gehandelt. «Jetzt haben wir ihn ins Facebook gestellt.»

    Hat es in deiner Umgebung zu wenig Parkplätze?

    Und die Wirkung blieb nicht aus. Nebst zahlreichen Kommentaren im Netz habe er auch viele persönliche Reaktionen erhalten.

    «Viele Leute sagen, ich soll zur Polizei gehen.» Doch das bringe nichts. Die Polizei sage dann: «Das ist ein öffentlicher Parkplatz, wir können nichts machen.»

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    Der Parkplatz vor der Bäckerei ist öffentlich. Hier darf man maximal eine Stunde parkieren. - Nau.ch/Nico Leuthold

    Die Kantonspolizei AR bestätigt auf Anfrage, dass die Gemeinde zuständig ist. Erst bei allfälligen weiterführenden Anzeigen melden sich die verantwortlichen Kontrollorgane bei der Kapo.

    Marco Forrer, Abteilungsleiter Volkswirtschaft bei der Gemeinde Herisau erklärt auf Anfrage, man kenne das Problem der Dauerparkierer und kontrolliere regelmässig. Wer zu lange dasteht, wird gebüsst. «Die Höhe einer allfälligen Busse richtet sich nach der Art des festgestellten Verstosses und den anwendbaren Vorschriften.»

    Zum Fall vom Wochenende äussert sich die Gemeinde aus Datenschutzgründen nicht.

    Parkieren ist nur eine Stunde lang erlaubt

    Die Anweisung an der Parkuhr ist unmissverständlich: Maximale Parkzeit ist eine Stunde. Kosten: 50 Rappen. «Nachzahlen verboten.»

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    «Nachzahlen verboten»: Mehr als eine Stunde darf man das Auto hier gar nicht stehen lassen. - Nau.ch/Nico Leuthold

    Wer hier trotz allem parkiert, weiss Abderhalden nicht. «Aber sie müssen aus der Nachbarschaft sein, wenn sie so lange hier bleiben.»

    Abderhaldens Facebook-Post hat zumindest dem Parksünder vom Wochenende einen Strich durch die Rechnung gemacht. Am frühen Montagmorgen war der hellblaue Citroën plötzlich weg.

    Und wenn der nächste seinen «Chlapf» hier abstellt, hat Abderhalden schon einen Plan: «Dann stell ich ihn wieder ins Facebook. Ich find das saugut.»

    Kommentare

    User #6443 (nicht angemeldet)

    Fals jemand sein auto verkaufen will und lieber nicht per internet,einfach occ tafel an die scheibe hängen,der beck machts:)

    User #4341 (nicht angemeldet)

    Ja so etwas ist ärgerlich und nein es hat nicht zu wenig Parkplätze, sondern zu viel Autofahrer. Genau in Appenzell ist es so, dass viele die einen Ausflug machen, nur mit dem Auto auch wenns mit ÖV nur 15 Minuten wären. Warum muss man für ein Gipfeli ins Auto steigen? Es hätte genügend Parkplätze aber viele Menschen sind faul, auch wenn der Fussweg 10 Minuten wäre.

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