Begoña Feijoo Fariña aus Poschiavo erhält Bündner Literaturpreis

Begoña Feijoo Fariña aus Poschiavo erhält den Bündner Literaturpreis 2026 für ihren Roman «Come onde di passaggio». Die im letzten Jahr veröffentlichte Geschichte erzählt vom Leben von fünf Menschen kurz vor dem Einsturz der Morandi-Brücke in Genua. Der Preis ist mit 10'000 Franken dotiert.

Der vierte Roman Begoña Feijoo Fariñas zeuge von ihrer gereiften Kunst, teilte die Stiftung Bündner Literaturpreis am Mittwoch mit. Sie vergibt den Preis seit 1999.
Laut Stiftung handelt der Roman von der Stadt Genua sowie von fünf gewöhnlichen Menschen, deren Leben sich nicht berühren und die nichts von der Tragödie ahnen, die sich in Kürze in der Stadt ereignen wird. In der Mitteilung heisst es: «Mühen, Hoffnungen und grosse Einsamkeiten der einzelnen Lebenswege werden deutlich.»
Im Gegensatz zu den Protagonisten der Erzählung würden sich die Leser und Leserinnen von Anfang an bewusst, dass ein Damoklesschwerts über Genua schwebe. Dies erzeuge eine Spannung bereits bevor sich das Unglück im Text in einem dramatischen Crescendo ankündige.
Begoña Feijoo Fariña präsentiere mögliche Auswirkungen eines aussergewöhnlichen Ereignisses auf das Leben eines Einzelnen und einer ganzen Gemeinschaft, heisst es weiter. Sie rege damit zum Nachdenken über die Zerbrechlichkeit des Menschen an und dazu, sich zu fragen, was für jeden Einzelnen wirklich zähle.
Sie tue dies durch die Beschreibung verschiedener Lebensrealitäten, die repräsentativ für das heutige Italien seien, und in einer präzisen Sprache, einer passenden Einbettung und einer gelungenen Erzählstruktur, begründet die Stiftung ihren Entscheid.
Begoña Feijoo Fariña wurde 1977 in Vilanova De Arousa in Galicien (Spanien) geboren und lebt seit 30 Jahren in der Schweiz. Sie studierte Biowissenschaften. Seit 2015 lebt sie im Valposchiavo.






