Ebnat-Kappel: Aus Kirche wird Kultur-Tempel - mit Pepe Lienhard

Eine alte Kirche, ein mutiger Unternehmer und zehn Jahre voller grosser Bühnenmomente: Das «Dömli» in Ebnat-Kappel feiert Jubiläum. Mit Pepe Lienhard als Gast.

Was macht man mit einer Kirche, die nicht mehr genutzt wird? Abreissen? Nicht so im Toggenburg!
Unternehmer André Keller (Frike Group) und bekennender Kulturfan, hatte eine andere Idee – und verwandelte das ehemalige Gotteshaus in seiner säkularisierten Form als Gebäudehülle in einen erstaunlichen Kultur-Hotspot.
Und zwar vor genau zehn Jahren. Das so genannte «Dömli» in Ebnat-Kappel war starbereit. Und heutzutage ist die umgenutzte Kirche weit über die Region hinaus bis in die Region Zürich bekannt.
Keller kaufte das leer stehende Kirchenhaus damals für 230'000 Franken. Zwei Jahre später 2016 wurde erstmals im «Dömli» gespielt. Seither gaben sich dort Liedermacher, Schauspieler, Zauberer, Autoren und Bands die Klinke in die Hand – von Pop und Rock über Volksmusik und Schlager bis zu Comedy, Chanson und Klassik.

Vom Gotteshaus zum kulturellen Hotspot
Und jetzt wird der runde Geburtstag tüchtig gefeiert: Am 22. Oktober 2026 steigt nämlich das grosse Jubiläumskonzert mit Pepe Lienhard und seiner international renommiertern Big Band. 300 Sitzplätze kommen schon bald nach den grossen Sommer– Schulferien in den Vorverkauf.
Für Lienhard der ist der Auftritt im Toggenburg mehr als nur ein Konzert: «Der Kreis schliesst sich in Ebnat Kappel», sagt der legendäre Schweizer Bandleader, dessen Profikarriere einst 1969 im Toggenburg startete.
Lienhard, welcher unlängst seinen 80. Geburtstag feiern konnte und mit seiner Big Band auf der ausverkauften «Celebrations»-Tournee durch die Schweiz tourt, bezeichnet das Konzert im Toggenburg im «Dömli» als «Punktlandung» und i-Tüpfelchen seines Jubiläumsjahres.
Völlig ohne Steuergelder
Das eigentlich Spektakuläre hinter der Erfolgsgeschichte: Das «Dömli» kommt komplett ohne staatliche Subventionen aus. Keller trägt das Kulturhaus als privater Betreiber. Und obwohl die schwarze Null bislang noch nicht erreicht ist, wächst das Publikum jährlich.
Auch Jean-Pierre Hoby, der frühere Zürcher Kulturchef, würdigt das Projekt ausdrücklich. Das «Dömli» sei heute weit mehr als eine umgenutzte Kirche und ein bemerkenswertes Beispiel dafür, was persönliches Engagement, unternehmerischer Mut und Leidenschaft bewirken können.
Kultur statt Abrissbirne
Hoby bringt es auf den Punkt: Kultur entstehe nicht allein durch staatliche Förderung. Ebenso wichtig seien Menschen, die bereit seien, Verantwortung und Risiko zu übernehmen. Genau dafür stehe André Keller mit seinem «Dömli».

Und Keller selbst will vor allem eines: ein abwechslungsreiches Programm, das die Leute tatsächlich magnetisch anziehen soll: «Wir versuchen, gefragte Künstler, zu engagieren», sagt er. Experimente seien durchaus erlaubt – am Publikum vorbeiprogrammieren wolle man aber nicht.
So wurde aus einer ehemaligen Kirche ein kleines, feines Kulturkraftwerk. Oder, wie Pepe Lienhard bei seinem Besuch im Vorfeld des Konzertes hoch erfreut feststellen konnte, habe das «Dömli» eine professionelle Infrastruktur wie die ganz grossen Konzertlokale.
Nach zehn Jahren hat sich das «Dömli» also zum Kultur-Hit gemausert. Und die nächste Punktlandung folgt im Oktober mit dem grossen Auftritt von Pepe Lienhard und seinem Orchester.






