Graubünden

    Graubünden setzt bei Stau bald stärker auf technische Dosiersysteme

    Keystone-SDA Regional
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    Chur,

    Graubünden setzt bei hohem Verkehrsaufkommen stark auf eine Dosierung des Verkehrs. Diese soll künftig automatisierter ablaufen und die Auswirkungen des Ausweichverkehrs auf die Dörfer minimieren. Das schreibt der Kanton nach einem Treffen mit Vertretern von Bund, Regionen und Gemeinden.

    An Wochenenden mit hohem Verkehrsaufkommen wird der Verkehr in Graubünden an mehreren Stellen dosiert. (Archivbild)
    An Wochenenden mit hohem Verkehrsaufkommen wird der Verkehr in Graubünden an mehreren Stellen dosiert. (Archivbild) - KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

    An zahlreichen Wochenenden im Jahr staut sich der Verkehr in Graubünden auf der Nord-Süd-Achse auf der A13 sowie durch das Prättigau auf der A28. Das Bündner Tiefbauamt stellt das verstärkte Verkehrsaufkommen vermehrt auch an den Werktagen rund um die kritischen Wochenenden fest, wie es in einer Mitteilung schreibt.

    Damit die Autofahrerinnen und Autofahrer bei Staus auf den Nationalstrassen nicht auf die umliegenden Dorfstrassen ausweichen, setzt Graubünden an verschiedenen Stellen auf ein Dosiersystem. So gibt es beispielsweise eine Rückhalteanlage in Rothenbrunnen. Diese habe sich grundsätzlich bewährt, wie das Tiefbauamt schreibt. Die Distanz bis Rhäzüns sei aber zu gross, um den Verkehr ohne zusätzliche Dosierung wirksam zu steuern. Deshalb wurde während des laufenden Betriebs ein zusätzlicher Standort bei den Rhäzünser Mineralquellen in Betrieb genommen.

    Technik statt Personal

    Die Dosierung läuft heute vielerorts noch mit Personal vor Ort, welches an Wochenenden mit erwartbarem Mehrverkehr aufgeboten wird. Künftig soll die Dosierung allerdings vermehrt mit automatisierten Dosieranlagen laufen. «Bei unerwartet starkem Verkehrsaufkommen sollen die Anlagen künftig möglichst selbstständig auf die Verkehrssituation reagieren und die Massnahmen zum idealen Zeitpunkt automatisch auslösen können», so das Tiefbauamt.

    Im Frühling 2027 startet das Tiefbauamt einen Pilotbetrieb mit ausgewählten Anlagen. «Wenn sich die technischen Lösungen bewähren, soll der automatisierte Betrieb im Verlauf des Sommers schrittweise auf weitere vorgesehene Standorte entlang der A13 ausgeweitet werden.» Wann welche Anlagen automatisiert werden, könne aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht konkret definiert werden.

    Dosiert werden soll weiterhin bei den Autobahnausfahrten und zusätzlich auf der Kantonsstrasse.

    Kanton wird bei Bund vorstellig

    Der Kanton prüft ausserdem zusätzliche Möglichkeiten, um den Ausweichverkehr durch die betroffenen Ortschaften zu reduzieren. Im Fokus steht dabei unter anderem eine mögliche Sperrung der Kantonsstrasse für den Durchgangsverkehr. Dafür müsse aber geklärt werden, ob die Vignettenpflicht auf dem entsprechenden Nationalstrassenabschnitt aufgehoben werden kann. «Der Kanton hat die entsprechenden rechtlichen und fachlichen Abklärungen beim Bund angestossen», schreibt das Tiefbauamt.

    Für die Staus ist allerdings nur zu einem Teil der Durchgangsverkehr verantwortlich. So würden Auswertungen bestätigen, dass weniger als 40 Prozent des Verkehrs auf der A13 während der Feiertage im Frühling reiner Durchgangsverkehr seien. «Mehr als 60 Prozent der Fahrzeuge verbleiben im Kanton oder verlassen diesen über eine andere Route.»

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