Appenzellerland

    In Badi von Olympiasieger: Hundespass zum Saisonabschluss!

    Andy Lehmann
    Andy Lehmann

    Herisau,

    Zum Saisonabschluss gehört die Herisauer Badi den Hunden. Für Bademeister Beat Hefti und sein Team endet damit eine intensive Saison.

    «Guete Morge, liebi Badegäscht»
    Beat und Sheena Hefti geniessen auch Familienzeit in der Badi am Sonnenberg. - Andy Lehmann

    Vier Pfoten im Glück – 267 Hunde mit Begleitung nutzten am Wochenende die letzte Gelegenheit, um das Freibad am Sonnenberg für einmal zu besuchen. Nach fünf Tagen Pause war die Badi für «des Menschen besten Freund» bereit.

    Bei herrlichem Sommerwetter spielten verschiedenste Rassen miteinander, es wurde geplanscht und Bälle sowie andere Gegenstände wurden aus den Schwimmbecken apportiert.

    Eine Besucherin sagte: «Es ist eine Freude, dass wir diese Möglichkeit haben. Alles ist friedlich, die Hunde geniessen es und niemand schimpft.» Auch Bademeister Beat Hefti zeigte sich zufrieden und hatte unter anderem an der Kasse alle Hände voll zu tun.

    Herausforderung Hitzesommer

    Für Beat Hefti und sein Team war der Sommer nicht nur wegen der langanhaltenden Hitzeperioden eine Herausforderung. Gegen 55'000 Badegäste, inklusive Kinder unter sechs Jahren, die freien Eintritt geniessen, besuchten die Badi am Sonnenberg.

    Das bedeutete für den Bademeister und seine Ehefrau Sheena, die den Gastrobereich verantwortet, stets genügend Mitarbeitende aufzubieten.

    «Guete Morge, liebi Badegäscht»
    Die Hunde geniessen das «kühle Nass» in vollen Zügen. - Andy Lehmann

    «Es war ein schöner, zeitweise turbulenter, aber auch anstrengender Sommer», sagt Hefti. Rückblickend zieht er ein positives Resümee der Saison. Es sei wichtig, von Anfang an die Regeln, beispielsweise für die Nutzung der Spielgeräte im Wasser, klar zu kommunizieren und daran festzuhalten.

    Die Badegäste seien in der Regel sehr anständig und verantwortungsbewusst. Das spüre man auch als Bademeister, so Hefti. Er spricht auch über den Badeunfall zu Saisonbeginn. Dieser hatte zur Folge, dass ein Mitarbeiter eine längere Pause einlegte und vorübergehend ersetzt werden musste.

    «Wir haben die Situation genau analysiert und daraus gelernt. Vor allem sind wir froh, dass es dem Kind wieder gut geht», erklärt Hefti und ergänzt: «Aber das Element Wasser ist gefährlich. Man muss immer aufpassen.»

    Was für Hefti an jenem Tag besonders schwierig war: Leute hören manchmal Dinge oder stellen sich etwas vor, das sie gar nicht selbst gesehen haben. Hefti und sein Team hätten sich die Videoaufnahmen lange angeschaut, bis sie verstanden hätten, was tatsächlich vorgefallen sei.

    «Jeder ist selbst verantwortlich. Wenn man mit Kindern kommt, muss man immer achtsam sein. Wir sind zum Helfen da, das Vergessen viele Leute. Wenn etwas passiert, sind wir zur Stelle», erklärt der Bademeister. Er verweist auch auf die besonderen Umstände und darauf, dass andere Gäste wertvolle Unterstützung geleistet hätten.

    Der tägliche Morgengruss

    «Guete Morge mitenand. Freibad-News, Sonntig, 27. September.» So grüsst Beat Hefti im pinken T-Shirt und mit Käppi täglich über die sozialen Medien seine Gäste aus nah und fern.

    Hast du einen Hund?

    Ursprünglich sei dies nur zu Informationszwecken gedacht gewesen, so Hefti, der in Spitzenzeiten mit seinen Videos bis zu 100'000 Aufrufe auf TikTok generierte. Dass das tägliche Video derart durch die Decke ging, habe ihn selbst überrascht.

    «Ich denke, es ist die Einfachheit der Aufnahme. Die Leute werden über die Öffnungszeiten sowie die Luft- und Wassertemperatur auf dem Laufenden gehalten», erklärt er. Hefti freue sich jedes Mal, wenn Besucher dank seines Videos extra anreisten und im Sonnenberg zu Gast seien.

    Ein Familienprojekt

    Für die Familie Hefti steht der Sommer ganz im Zeichen der Badi am Sonnenberg. Beat Hefti ist in Herisau aufgewachsen und kennt die Badi noch aus Kindertagen.

    «Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich mal Bademeister bin, hätte ich wahrscheinlich geschmunzelt. Aber es passt momentan wirklich einfach zu meiner Lebenssituation», sagt Hefti mit einem Lächeln.

    Für den ehemaligen Bobfahrer, der Olympiasieger und Weltmeister wurde und in seiner Karriere praktisch alles gewonnen hat, ist die Zeit mit seiner Familie am Sonnenberg eine Freude. Dafür sei er dankbar. «Meine Frau Sheena führt den Gastrobetrieb und ihr Job ist weitaus strenger als meiner», sagt Hefti.

    Bei 2000 Gästen am Tag sei es mit der vorhandenen Gastro-Infrastruktur manchmal herausfordernd gewesen, blickt er zurück. Doch er ist stolz darauf, dass man immer eine Lösung gefunden habe: «Wenn unsere kleinen und grossen Gäste gut versorgt und betreut werden, kommen sie gerne wieder.»

    Für Hefti, der bald 50-jährig wird, ist es auch eine Freude, dass seine Kinder manchmal mithelfen und er so mehr Zeit mit ihnen verbringen kann. Doch bevor es für ihn zurück vom Wasser aufs Eis geht, gilt es, die Badi zu reinigen und winterfest zu machen.

    Beat Hefti.
    Beat Hefti. - Andy Lehmann

    Denn mit dem Ende der Freibadsaison beginnt für den ehemaligen Bobfahrer schon bald das Winterprogramm. Auf der Olympiabobbahn in St. Moritz ist Hefti mit Gästefahrten, Bobschule und Firmenanlässen beschäftigt.

    Gleichzeitig engagiert er sich in der Nachwuchsförderung. Mit Blick auf die Olympischen-Jugend-Winterspiele 2028 begleitet er junge Bobfahrer und hilft mit, sie Schritt für Schritt aufzubauen.

    Gerade im Januar und Februar bleibt deshalb nur wenig gemeinsame Familienzeit. Und wenn Eis und Schnee wieder verschwunden sind, zieht es Hefti und seine Familie zurück an den Sonnenberg.

    Für ihn ist klar: «Wenn alles passt, möchten wir auch im kommenden Sommer wieder für unsere Gäste da sein.» Und so dürfte es auch im nächsten Jahr wieder durch die sozialen Medien tönen: «Guete Morge, liebi Badegäscht.»

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in den «Herisauer Nachrichten» erschienen.

    Kommentare

    User #5688 (nicht angemeldet)

    Finde ich eine geile Idee! Ich mag es den 4-Beinern gönnen :-)

    User #2952 (nicht angemeldet)

    Wie kalt ist das Wasser?

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