Kommt die fixe Eventhalle fürs Rheintal?

Manuela Müller
Manuela Müller

Rheintal,

Ein Sondernutzungsplan des Allmendplatzes soll die planerischen Voraussetzungen für eine langfristig tragfähige Weiterentwicklung des Areals schaffen.

Jährlich wird auf der Allmend eine "Zeltstadt" für die Rhema auf- und abgebaut. Nun arbeitet die Rheintal Messe und Event AG an den weiteren Schritten für eine fixe Eventhalle. Bild: pd
Jährlich wird auf der Allmend eine «Zeltstadt» für die Rhema auf- und abgebaut. Nun arbeitet die Rheintal Messe und Event AG an den weiteren Schritten für eine fixe Eventhalle. - pd

Jahr für Jahr werden Tonnen von Materialien auf den Allmendplatz transportiert, um eine «Zeltstadt» für die Rhema zu erschaffen. «Der jährliche Auf- und Abbau der temporären Infrastruktur ist organisatorisch, personell und finanziell sehr aufwendig», erläutert Ralph Dietsche, Medienverantwortlicher der Rheintal Messe und Event AG.

Neben den reinen Aufbaukosten würden jeweils auch Aufwendungen für Logistik, Sicherheit, Statik, Mietmaterial, Transporte, technische Installationen, Unterhalt und Rückbau anfallen. «Die reinen Infrastrukturkosten belaufen sich jährlich auf 1,5 Millionen Franken», gibt Dietsche Einblick.

Ein Sondernutzungsplan für den Allmendplatz soll nun die ersten Abklärungen liefern, um einer dauerhaften Lösung einen Schritt näherzukommen. Die Rheintal Messe und Event AG prüfte in der Vergangenheit verschiedene Standorte für eine fixe Infrastruktur.

«Aktuell liegt der Fokus aber klar auf Altstätten, weil die Allmend bereits heute über eine etablierte Nutzung als Messe- und Veranstaltungsstandort verfügt», so Ralph Dietsche. Denn die Idee, die Infrastruktur auf der Allmend weiterzuentwickeln, beschäftige die Rheintal Messe und Event AG schon länger.

Rhema Messe
Messeleiter Michael Dietrich, Verwaltungsratspräsident Andreas Eggenberger und der Medienverantwortliche Ralph Dietsche. - Manuela Müller

Die AG, die sich für den Betrieb und die Verwaltung des Allmendplatzes verantwortlich zeichnet, hat nun einen Sondernutzungsplan erstellen lassen, der nicht nur mögliche Event- und Messehallen miteinbezieht, sondern auch die Erschliessung, Parkierung, den Hochwasserschutz, Gewässerraum, die Ökologie, den Lärmschutz und die künftige Nutzung des Allmendplatzes unter die Lupe nimmt.

Veranstaltungen vereint

Auf dem Allmendplatz findet nämlich nicht nur jährlich die Rhema statt. Das Areal bietet zudem Platz für Flohmärkte, Zirkusvorstellungen, ein Foodfestival oder das LKW-Treffen.

Veranstaltungen, für die jeweils je nach Anlass zwischen 100 bis zu 1000 Parkplätze für Personenwagen auf dem Allmendplatz geboten werden sollten. Zudem haben die Veranstaltungen verschiedene Verkehrsaufkommen zu verschiedenen Zeiten.

Diese werden allesamt im Sondernutzungsplan analysiert und entsprechende Verkehrslösungen aufgezeigt. Eine fixe Eventhalle verbindet die verschiedensten Anlässe und soll zudem einen Ort für weitere Veranstaltungen wie Firmenanlässe oder Generalversammlungen bieten.

Soll die öffentliche Hand eine dauerhafte Lösung für die Rhema unterstützen?

Nicht nur der Platz selbst wird das ganze Jahr über genutzt, sondern auch der Parkplatz. «Der bestehende Parkplatz im nördlichen Bereich bleibt mit rund 1000 Autoabstellplätzen grundsätzlich erhalten.

Der Sondernutzungsplan sieht zudem vor, dass der nördliche Parkplatz weiterhin als Stellplatz für Wohnmobile genutzt werden kann.» Zudem sei die Mehrfachnutzung des Areals ein wichtiges Ziel.

Halle mit Zukunft

Für die Rheintal Messe und Event AG stehen bei den Überlegungen für eine zukünftige Eventhalle mehrere Punkte im Vordergrund. Die Halle muss betrieblich funktionieren, wirtschaftlich tragbar sein und einen Mehrwert für die Region schaffen.

«Die Halle soll die Rhema stärken, aber gleichzeitig auch ausserhalb der Messezeit für andere Veranstaltungen nutzbar sein», betont Dietsche. Zudem biete eine fixe Infrastruktur auch für die Nachbarschaft Vorteile. Veranstaltungen können besser geführt werden, Emissionen gezielter begrenzt und sicherheitsrelevante Aspekte verlässlicher geplant werden.

Geschlossene Hallenstrukturen helfen dem Team zudem, Lärm- und Wettereinflüsse wie beispielsweise den Wind, der in den vergangenen besser zu kontrollieren. «Auch Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle», erklärt der Medienverantwortliche.

rhema 2023
Die Eröffnungsfeier der Rhema 2023. - Nau.ch/ Simone Imhof

Der jährliche Auf- und Abbau grosser temporärer Infrastrukturen sei mit erheblichem Material-, Transport- und Personalaufwand verbunden. Eine feste Halle könne diese wiederkehrenden Belastungen reduzieren und den Standort langfristig effizienter, sicherer und ressourcenschonender nutzbar machen.

Einen Schritt nach dem anderen

Der erarbeitete Sondernutzungsplan liegt seit dem 1. Juni bis am Dienstag, 30. Juni, im Hochbauamt Altstätten auf. Zudem fand vorab ein Mitwirkungsverfahren vom 10. Januar bis 12. Februar statt.

«Die Rückmeldungen aus der Mitwirkung sowie die der öffentlichen Auflage werden nach Abschluss ausgewertet und wo nötig in die weiteren Arbeitsschritte einbezogen. Anschliessend folgen die formellen planungsrechtlichen Schritte», erläutert Ralph Dietsche.

Erst danach könne ein konkretes Hallenprojekt vertieft entwickelt werden. Der Sondernutzungsplan definiere den Rahmen, aber noch nicht das fertige Hallenprojekt.

«Dieses müsste wiederum die üblichen Projektierungs-, Bewilligungs- und Finanzierungsprozesse durchlaufen. Dazu gehören insbesondere auch Nachweise zu Emissionen, Verkehr, Hochwasserschutz, Gestaltung und Betrieb.»

Das Ziel der Rheintal Messe und Event AG sei es, die Entwicklung zügig, aber sorgfältig voranzubringen. Dabei würden Qualität, Betriebssicherheit und wirtschaftliche Tragfähigkeit vor einem vorschnellen Terminversprechen stehen.

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst im «Rheintaler Boten» erschienen.

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