Mehr Kulturland: Ostschweizer SVPler wollen Kantonsstrasse verkürzen

Zwischen Mühlrüti SG und Gähwil SG verlaufen zwei Kantonsstrassen parallel. St. Galler SVP-Kantonsräte wollen eine davon kürzen, um Kulturland zurückzugewinnen.

Das Wichtigste in Kürze
- Zwischen Mühlrüti SG und Gähwil SG verlaufen zwei Kantonsstrassen über rund 750 Meter beinahe parallel.
- St. Galler SVP-Kantonsräte stellen diese Strassenführung infrage.
- Mit einer Interpellation wollen sie, dass die Gähwilerstrasse verkürzt wird.
- Damit könnte Kulturland zurückgewonnen und die Verkehrssicherheit verbessert werden.
Zwei Strassen, die über mehrere Hundert Meter beinahe nebeneinander verlaufen, obwohl möglicherweise eine genügen würde. Diese Situation beschäftigt die St. Galler SVP-Kantonsräte Bruno Schweizer und Christian Vogel. Gemeinsam mit Landwirt Patrick Strassmann stehen sie auf einer Wiese im Bennenmoos, unweit der Verzweigung Gähwiler- und Fischingerstrasse.
Von hier aus ist gut zu erkennen, woran sich die Politiker stören. «Aus heutiger Sicht ist diese Situation eigentlich ein Sündenfall», sagt Schweizer. Weshalb man sich einst für diese Strassenführung entschieden habe, sei kaum mehr nachvollziehbar.
Strasse um 250 Meter verkürzen
Die geplante Sanierung der Fischinger- und Gähwilerstrasse hat die drei SVP-Kantonsräte Bruno Schweizer, Christian Vogel und Mirco Gerig auf den Plan gerufen. Mit einer Interpellation wollen sie von der St. Galler Regierung wissen, ob sich die Gähwilerstrasse um mindestens 250 Meter verkürzen liesse.
Dazu müsste diese früher in die Fischingerstrasse einmünden. Die nicht mehr benötigte Strassenfläche könnte wieder landwirtschaftlich genutzt werden. Für Schweizer ist der Zeitpunkt günstig.
Die Strasse zwischen dem Bennenmoos und Mühlrüti SG soll in den kommenden Jahren saniert und der bestehende Einlenker neu gestaltet werden. «Wenn die Strasse ohnehin saniert wird, sollte man diese Gelegenheit nutzen», sagt er.

Christian Vogel will genau hinschauen. Wenn die Verwaltung Steuergelder ausgebe, müsse gründlich geprüft werden, ob sich die bestmögliche Lösung verwirklichen lasse, so der SVP-Kantonsrat.
Dass eine neue Strassenführung nicht ohne weiteres möglich wäre, zeigt sich beim Augenschein. Je weiter die Einmündung in Richtung Fischingen verschoben würde, desto grösser wäre der zu überwindende Höhenunterschied. Schweizer hält deshalb eine Verkürzung um mindestens 250 Meter für prüfenswert.
Eine noch kürzere Strassenführung wäre aufgrund der Topografie technisch anspruchsvoller. Die Kantonsräte wollen der Regierung keine bestimmte Linienführung vorschreiben. Der Kanton soll vielmehr aufzeigen, welche Möglichkeiten verkehrstechnisch und rechtlich infrage kommen.
Auch die Sicherheit ist ein Thema
Neben dem Kulturland beschäftigt die Interpellanten die Verkehrssicherheit. Bei der heutigen Situation ist die Sicht durch den Strassenverlauf eingeschränkt. «Diese wäre, wenn die Einmündung weiter zurückversetzt, würde massiv besser», ist Schweizer überzeugt.
Landwirt Patrick Strassmann, der nahe des Einlenkers seinen Hof betreibt, kennt die Situation aus eigener Erfahrung. Er ist regelmässig mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen unterwegs. Herannahende Fahrzeuge seien nicht immer frühzeitig zu erkennen.
Entsprechend vorsichtig müsse er sein. Hinzu komme, dass auch seine und weitere Schulkinder auf diesem Abschnitt unterwegs seien und Strassen überqueren müssten. Nicht zu unterschätzen sei zudem der Verkehr in Richtung Hulftegg.
Besonders an schönen Wochenenden seien zahlreiche Motorradfahrer unterwegs. Laut Strassmann komme es in der Gegend immer wieder zu Unfällen.
Regierung ist am Zug
In ihrer Interpellation stellen die Kantonsräte der Regierung fünf Fragen. Sie wollen unter anderem wissen, ob eine Verkürzung möglich wäre, wie viel Kulturland dadurch zurückgewonnen werden könnte und ob sich eine solche Lösung mit der geplanten Sanierung vereinbaren liesse. Auch die rechtliche Behandlung der freiwerdenden Strassenflächen soll geklärt werden.
Bruno Schweizer betont, dass es vorerst lediglich um eine Prüfung gehe. Noch sei nichts entschieden. Laut Strassmann ist die Sanierung ungefähr für das Jahr 2030 vorgesehen. «Dass der Vorstoss in der Mitte-Partei auf Ablehnung stösst, lässt mich kalt», sagt Vogel.
Als Kantonsräte seien sie Volksvertreter. Wenn die Bevölkerung mit einem Anliegen auf sie zukomme, gehöre es zu ihren Aufgaben, dieses aufzunehmen und die entsprechenden Fragen zu stellen. Ob die Gähwilerstrasse tatsächlich verkürzt werden könne, müsse sich erst zeigen.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Wiler Nachrichten» erschienen.







