Sorgerechts-Drama: Vater wollte Sohn per Heli aus Schweiz entführen

Chur,
Eine Mutter aus Italien entzog ihrem Kindsvater unerlaubt den Sohn. Daraufhin griff dieser zu drastischen Massnahmen und entführte das Kind – per Helikopter.

Das Wichtigste in Kürze
- In Graubünden hat sich ein krasser Sorgerechts-Krimi zugetragen.
- Im Juli 2026 versuchte ein Vater, seinen fünfjährigen Sohn per Helikopter aus dem Graubünden nach Italien zu entführen.
- Die Flucht wurde vom Helikopterpilot vereitelt.
- Doch ein Gericht im Graubünden befindet nun: Das Kind soll zurück nach Italien und über kurz oder lang zum Vater.
Es klingt wie in einem spektakulären TV-Krimi.
Ende Juli diesen Jahres versuchte ein Mann, seinen eigenen Sohn aus Graubünden zu entführen – per Helikopter. Er wollte den Bub über den Luftweg nach Italien bringen.
Doch der Pilot des Helikopters schöpfte während des Flugs Verdacht. Und brach ihn ab.
Grund dafür ist ein jahrelanger Sorgerechtsstreit zwischen Mutter und Vater des Fünfjährigen. Dieser gipfelte am Ende in der Flucht via Helikopter, wie die «Südostschweiz» schreibt.
Jahrelanger Sorgerechtsstreit
Doch von Anfang an: Die Familie lebte mit ihrem Kind in Italien und in der Schweiz. Nachdem sich die Eltern getrennt hatten, reiste die Mutter erstmals mit dem Sohn aus Italien aus.
Sie brachte das Kind zuerst nach Deutschland, später dann nach Schweden, wie die «Südostschweiz» berichtet. Nur: Dazu hatte sie kein Recht.
In beiden Fällen leitete der Vater ein Rückführungsverfahren für seinen Sohn ein – und bekam Recht. Die Mutter kehrte nach Italien zurück.
Mutter verschwand in die Schweiz – Vater hatte alleiniges Sorgerecht
Doch im Sommer 2024 verschwand die Mutter erneut mit dem Kind – und tauchte für längere Zeit unter. Gleichzeitig sprach ein italienisches Gericht dem Vater im April 2025 das alleinige Sorgerecht für den Sohn zu.
Daraufhin fand der Vater im Juli 2026 sein mittlerweile fünfjähriges Kind mit der Mutter in Südgraubünden.

Mit mehreren Männern entriss er ihr den gemeinsamen Sohn gewaltsam und trat die Flucht an, die vom Helikopterpiloten gestoppt wurde.
Danach kam der Vater in Polizeigewahrsam, während das Kind ins Spital gebracht wurde. Beim medizinischen Check wurden an seinem Körper Blutergüsse entdeckt.
Bündner Gericht findet: Kind soll zurück nach Italien
Doch nun hat der Vater vor Gericht einen erneuten Sieg eingefahren. Denn: Das Bündner Obergericht ordnet laut dem Zeitungsbericht die Rückführung des Kindes nach Italien an.
Zum Vater kommt der Sohn – jedenfalls vorerst – dennoch nicht. Er soll zuerst in einer geeigneten Einrichtung untergebracht werden.
Beide Elternteile sollen jedoch begleiteten Kontakt zu ihrem Kind halten dürfen.
In Zukunft sieht das Bündner Obergericht die Unterbringung des Fünfjährigen wegen des italienischen Gerichtsentscheids jedoch beim Vater.





