Strafuntersuchung nach Kutschenunfall im Engadin

Keystone-SDA
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Engadin,

Die Bündner Staatsanwaltschaft hat nach dem verheerenden Kutschenunfall am Wochenende im Engadin eine Strafuntersuchung wegen fahrlässiger Tötung eröffnet. Die Pferdekutschen im Val Roseg standen am Montag still, wie Pontresina Tourismus auf Anfrage erklärte. Beim Unfall war am Samstag eine Frau gestorben.

Kutsche Unfall Roseg
Ein Kutschengespann nach dem schweren Unfall im Val Roseg bei Pontresina am Samstag, 15. August 2026. - keystone

Eine 40-köpfige Reisegruppe war bereits auf dem Rückweg nach Pontresina, als beim Dreispänner auf einem Gefälle die Bremsleistung nachliess.

Beim Versuch, auf einen flacheren Ausstellplatz auszuweichen, stürzte eines der Pferde, worauf die Kutsche nicht mehr gelenkt werden konnte und heftig mit einem Baum kollidierte. Eine 73-jährige Frau erlitt dabei tödliche Verletzungen; weitere zwölf Personen wurden mit drei Helikoptern und vier Ambulanzen in umliegende Spitäler gebracht.

Nun wird gegen eine Person wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, wie die Staatsanwaltschaft Graubünden am Montag auf Anfrage von Keystone-SDA einen Bericht von RSI bestätigte. Zu den Verletzten gab es seitens der Behörden noch keine neuen Informationen.

Dem gestürzten Pferd hingegen gehe es gut, sagte ein Sprecher der Kantonspolizei Graubünden auf Anfrage von Keystone-SDA. Es habe sich beim Unfall nur «marginale Verletzungen, etwa eine Schürfung» zugezogen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt zusammen mit der Kantonspolizei Graubünden den Unfallhergang und die Umstände. Dass die Kutschen zumindest am Montag stillstehen, ist aber keine Anordnung der Behörden, wie die Staatsanwaltschaft und die Polizei betonten.

Der Unfall im Val Roseg gehört zu den schwersten bekannten Kutschenunfällen der letzten zwölf Jahre in der Schweiz.

2015 stürzte in Osterfingen im Kanton Schaffhausen eine mit 16 Personen besetzte Kutsche eine Böschung hinunter, zehn Menschen wurden verletzt, ein Pferd starb. 2020 kippte in Brittnau im Aargau eine Kutsche mit sieben Passagieren auf einem Waldweg um, fünf Menschen wurden verletzt. Im aargauischen Villigen überschlug sich 2014 ein Zweispänner, nachdem die Pferde gescheut hatten; zwei Personen wurden verletzt.

Und 2018 geriet in Kriens im Kanton Luzern eine Pferdekutsche auf einem steilen Waldweg ins Rutschen und kippte einen Hang hinunter, der Kutscher wurde verletzt.

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