Toggenburg: Neuer Verein will Windräder verhindern

Der neu gegründete Verein «Pro Lebensraum Eggli-Laad» will Natur sowie Landschaft schützen und geplante Windkraftwerke verhindern.

Kürzlich trafen sich etliche Interessierte zur Gründung des Vereins «Pro Lebensraum Eggli-Laad» im Restaurant «Markthalle Wattwil». Im Vordergrund steht die Erhaltung von Natur und Landschaft, die geplanten sechs Windkraftwerke in der Region Laad-Eggli zu verhindern sowie schweizweit gegen Windkraftwerke zu kämpfen.
Hansueli Hofer, Präsident «Pro Lebenraum Eggli-Laad» führte durch die Versammlung. Diese lief zügig ab.
Die vorgeschlagenen Vorstandsmitglieder, Jolanda Deck (Aktuarin und Vizepräsidium), Annelies Tschumper (Kassieramt), Claudia Looser, Markus Bösch, Markus Looser und Urs Tschumper (Beisitz) sowie Sandro Looser und Ruth Raschle (Revisorenamt) wurden einstimmig gewählt, ebenso wie der Präsident Hansueli Hofer.

Patricia Wichser übernimmt die Kommunikation/Berichterstattung. Beim Mitgliederbeitrag wurde per Abstimmung die höhere Variante gewählt.
Im Windrad-Grössenwahn
Auf Wattwiler Gemeindegebiet sind zwölf Windräder geplant (sechs in Eggli-Laad, sechs in Krinau) – mehr als ein Fünftel der kantonal geplanten. Und zwar greift man gleich ins Volle mit der zweitgrössten Variante: Fünf der sechs Eggli-Laad-Windräder haben eine Höhe von 215 Metern, inklusive Rotorenblätter.
Zum Vergleich: Der temporäre Wind-Messturm auf dem Eggli hat eine Höhe von 125 Metern. Der Bau von Windkraftparks ist keinesfalls unumstritten.
In der ganzen Schweiz und auch in Europa regt sich Widerstand. PFAS-Verseuchung durch Abrieb an den Rotorblättern, alveolengängige Carbon-Fasern und Bisphenol A sind ein Thema.
Sollte ein Windrad in Brand geraten, kommen noch ganz andere Perimeter dazu. Derzeit werden die Verseuchungen heruntergespielt, doch ohne seriöse Forschung aller Abriebrückstände ist der Bau ein Blindflug-Projekt.
Insbesondere wenn man weiss, dass die ganze Wasserversorgung der Laad aus dem geplanten Gebiet, und der Grossteil der Wattwiler Wasserversorgung aus dem angrenzenden Gebiet «Rumpf» stammt. Diese ist nicht nur durch chemische Rückstände, sondern auch durch geologische Verschiebungen gefährdet.
Alle Bereiche durchleuchtet
An der Versammlung wurden weitere Aspekte angeschaut, wie die schwankende und generell ungenügende Jahresproduktion von Windrädern, der interessante Finanz-/Subventionen-Strom bei einem Windpark-Bau, die Wirtschaftlichkeit respektive eben Nichtwirtschaftlichkeit bei der anschliessenden Betreibung eines Windparks sowie die Haftung der Grundeigentümer.

SVP-Kantonsrat Christian Vogel informierte über den Stand auf kantonaler Ebene. In Au SG wurde in einer Gemeindeabstimmung dem Mindestabstand von 500 Meter zur Windenergieanlage zugestimmt und vom St. Galler Bau- und Umweltdepartement nachträglich sistiert, obwohl die Initiative im Vorfeld bewilligt wurde und das Bundesrecht solche Abstände möglich macht.
Dieser Kantonsentscheid lässt tief blicken. Politisch blickt der Verein «Pro Lebensraum Eggli-Laad» vorwärts: Die Waldschutz-Initiative und die Gemeindeschutz-Initiative stehen in den Startlöchern und werden vom Wattwiler Verein unterstützt.
Für die Erbauer, Befürworter, Gemeinde, Kanton, Bund rechtfertigt die Energiewende jedes Mittel und jedes Risiko. Der Verein «Pro Lebensraum Eggli-Laad» wehrt sich.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in der «Toggenburger Zeitung» erschienen.






