Appenzellerland

Via USB-Stick: Sensible Daten aus Innerrhoden landen bei Medien

Vivian Balsiger
Vivian Balsiger, Keystone-SDA

Appenzell,

Medien-Panne in Appenzell Innerrhoden: Ein USB-Stick mit streng vertraulichen Daten landet versehentlich bei Journalisten.

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USB-Panne bei der Staatsrechnung 2025 von Säckelmeister Ruedi Eberle. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Appenzell Innerrhoden kam es bei einer Pressekonferenz zu einer Datenpanne.
  • Ein Mitarbeiter gab versehentlich einen falschen USB-Stick an die Medien weiter.
  • Auf dem Stick waren 150 Dokumente mit hochsensiblen Daten.

Bei einer Pressekonferenz zur Staatsrechnung 2025 wollte der Kanton Appenzell Innerrhoden seine Rekordzahlen feiern: Neun Millionen Franken Überschuss – alle sichtlich zufrieden. Säckelmeister Ruedi Eberle freut sich.

Doch die Freude wurde schnell von einem Daten-Fauxpas überschattet.

Der Grund? Ein USB-Stick, der den Medien nach der Präsentation übergeben werden sollte – angeblich mit einer harmlosen Powerpoint-Präsentation.

Doch auf dem Stick befand sich deutlich mehr als ein paar Charts, berichtet das «Tagblatt». Ganze 150 hochsensible Dokumente waren ungeschützt darauf gespeichert.

Unter anderem Informationen über Inkasso, Bildung, Personal und polizeiliche Massnahmen. Details zu Löhnen, Betreibungen und Personen auf der Polizeifahndungsliste.

Ausserdem seien auf 159 Seiten Firmen, Privatpersonen und Behörden aufgelistet, die dem Kanton gesamthaft 2,7 Millionen Franken schulden würden. Eine andere Liste enthalte Namen und Wohnadressen der Studierenden, die vom Kanton ein Darlehen beziehen.

Wie sicher fühlst du dich bei Behörden mit deinen Daten?

Der Kanton war völlig überrascht, als das Medienunternehmen «CH Media» den Stick präsentierte – bis dahin wusste niemand von der Panne.

«Menschliches Fehlverhalten»

Der Grund für das Malheur sei «menschliches Fehlverhalten», wie der Kanton Appenzell Innerrhoden am Mittwoch in einer Medienmitteilung schreibt. Ein einfacher Fehler eines Mitarbeiters hatte den Stick in die Hände der Medien gebracht.

Der Stick sei eigentlich für die externe Revisionsstelle gedacht gewesen. Da diese aus Datenschutzgründen keinen Zugriff auf das kantonale Netzwerk habe, erfolge die Datenübergabe über einen Datenträger.

Der verantwortliche Mitarbeiter sei nun verwarnt worden– mit Kündigungsandrohung, falls sich ein solcher Vorfall wiederholt.

In der Mitteilung des Kantons wird betont: «Der Datenträger konnte nach kurzer Zeit zurückgeholt werden. Das Medienunternehmen hat bestätigt, dass keine Daten kopiert, gespeichert oder weitergegeben wurden. Die Standeskommission bedauert den Vorfall.»

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