Stadler testet Wasserstoffzüge in Hemishofen SH

Der Schweizer Zughersteller Stadler hat im Kanton Schaffhausen ein spezielles Testgleis in Betrieb genommen. Dort werden ab sofort Wasserstoffzüge für Italien erprobt.

Zwischen Hemishofen und Ramsen SH hat das Unternehmen auf knapp vier Kilometern eine dritte Schiene in ein bestehendes Gleis eingebaut, wie Stadler am Freitag mitteilte. Die Spurweite von 950 Millimetern entspricht der sogenannten «italienischen Meterspur», die im süditalienischen Regionalverkehr verbreitet ist.
Als erstes Fahrzeug absolviert nun ein Wasserstoffzug für die Region Sardinien seine Testfahrten auf der neuen Strecke. Es handelt sich dabei laut Stadler um den weltweit ersten Schmalspur-Zug mit Wasserstoffantrieb.
Effizientere Inbetriebsetzung
Da es solche Schmalspurnetze ausserhalb Italiens bisher nicht gab, mussten die Züge laut Mitteilung bislang direkt auf ihren künftigen Einsatzstrecken getestet werden. Durch das neue Gleis unweit des Werks in Bussnang TG kann Stadler die Fahrzeuge nun bereits in der Schweiz prüfen. Dies soll die spätere Inbetriebsetzung in Italien deutlich beschleunigen.
Der Fokus der ersten Tests in Hemishofen liegt auf dem Wasserstoffantrieb bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Füllständen. Später folgen weitere zulassungsrelevante Prüfungen, unter anderem zum Brems- und Beschleunigungsverhalten der Fahrzeuge.
Die Strecke bleibt in den nächsten Jahren ein wichtiger Prüfstandort für das Ostschweizer Unternehmen. In den kommenden drei Jahren sollen dort insgesamt 21 Wasserstoffzüge getestet werden. Diese Flotte ist für die italienischen Regionen Sardinien, Kalabrien und Sizilien bestimmt.






