Neue Tafeln beim Wasserfall Felsegg weisen auf Risiken hin

Rund um den Wasserfall in der Felsegg weisen Tafeln auf die Risiken des Naturmonuments hin. Damit will auch Oberbüren einen Beitrag für mehr Sicherheit leisten.

Über weite Strecken zieht die Thur ruhig dahin. Ganz anders zeigt sie sich in der Felsegg. Der Prallhang des Gigerrains und der lebendige Wasserfall sind in der weiten Region einzigartig.
In diesen beiden Naturobjekten kommt die Kraft der Natur zur Geltung, wie an wenigen Orten entlang des Flusslaufs. Die Thur offenbart dort eine Naturlandschaft von einzigartiger Schönheit.
Gleichzeitig birgt der Wasserfall enorme Gefahren, wie die Gemeinde Oberbbüren schreibt.
Tödliche Unfälle
Beim Wasserfall kam es mehrfach zu tödlichen Unfällen, zuletzt 2024. Daraufhin trafen sich Vertretungen kantonaler Departemente, der Gemeinden Uzwil und Oberbüren, der Feuerwehr, der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG und der Kantonspolizei vor Ort, um die Risiken bei Einsätzen sowie allfällige bauliche Massnahmen zu besprechen.
Eine besonders grosse Gefahr stellt ein natürlicher Fels-Trichter im Wasserfall dar. Hier fällt das Wasser von allen Seiten in die Tiefe. Geraten Badende in den Trichter, können sie sich aufgrund des hohen Wasserdrucks aus eigener Kraft nicht mehr befreien.
Während Einsätzen ist die Situation auch für die verschiedenen Rettungskräfte trotz Seilsicherung lebensgefährlich.
Bauliche Massnahmen
Der Kanton hat in Absprache mit den Gemeinden entschieden, bauliche Massnahmen vorzunehmen.
Damit soll punktuell die Trichtersituation entschärft werden, um die Sicherheit der Rettungskräfte zu erhöhen, sollten sie dereinst wieder in den Einsatz müssen.
Das Baugesuch dafür legte der Kanton vor einem Jahr öffentlich auf. Das Verfahren ist beim Bau- und Umweltdepartement des Kantons St.Gallen pendent.
Signalisationen
Die Gemeinden sahen vor, gleichzeitig mit den baulichen Massnahmen mit Signalisationen auf die Risiken hinzuweisen.
Nachdem die baulichen Massnahmen noch immer nicht umgesetzt sind, haben die Gemeinden Oberbüren und Uzwil nun die Signalisationen angebracht.
Für solche Signalisationen gibt es, anders als im Strassenverkehr, weder Vorgaben noch Normen. Deshalb wurden die Signalisationen eigens für die Felsegg entwickelt.
Die Art der Signalisationen und die Signalstandorte wurden mit der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft abgesprochen.
Risiko hoch
Die Signale weisen darauf hin, den Fluss oberhalb des Wasserfalls nicht zu überqueren. Der felsige Untergrund dort ist rutschig, die Strömung stark. Das Risiko ist zu gross, in den Wasserfall gerissen zu werden.
Eine Herausforderung für die Signalisationen ist, dass es keine offiziellen Wege zu den Badeplätzen rund um den Wasserfall gibt und damit auch keine klaren Standorte für die Tafeln.
Sie wurden nun beidseits des Wasserfalls bei den häufig genutzten Zugängen zu Trampelpfaden angebracht, zusätzlich bei einer oft begangenen Engstelle auf dem Fels im Bereich des Wasserfalls.
Die Standorte sind so gewählt, dass die Tafeln von Hochwasser nicht mitgerissen werden und von möglichst Vielen auf dem Weg zum Gewässer gesehen werden. Zusätzlich fordert eine Signalisation oberhalb des Wasserfalls Böötler auf, wegen des nahenden Wasserfalls auszuwassern.
Appell an die Bevölkerung
An Fliessgewässern bestehen vielfältige, oftmals unscheinbar wirkende Gefahren. Wer in Fliessgewässern badet oder sich an und in diesen bewegt, muss dies stets mit Vorsicht tun.
Für die Situation beim Wasserfall in Brübach gilt: Die Tafeln ändern nichts am Risiko und die Gefahrensituation bleibt auch nach einem baulichen Eingriff für Badende unverändert gross.
Und: Auch wenn keine Tafeln auf Risiken hinweisen, bestehen an Gewässern Gefahren.






