Mollis GL: Uferweg am Escherkanal bleibt nun doch erhalten

Das Linthwerk hat das Projekt Aufweitung Kundertriet in Mollis GL überarbeitet. Die öffentliche Auflage verschiebt sich voraussichtlich auf Mitte 2027.

Das Linthwerk hat das Projekt zur Aufweitung Kundertriet in Mollis aufgrund von Rückmeldungen des Kantons Glarus und des Bundes weiterentwickelt. Unter anderem wurde die Besucherlenkung verbessert. Nun wird das Projekt ein zweites Mal geprüft, bevor es voraussichtlich Mitte 2027 öffentlich aufliegen wird.
Zu diesem Zeitpunkt wird auch die Bevölkerung im Detail informiert werden.
Die Linthkommission plant eine Aufweitung des Escherkanals im Gebiet Kundertriet in Mollis (Gemeinde Glarus Nord). Der Kanton Glarus und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) haben das Projekt geprüft und begrüssen das Vorhaben. Sie stellen Subventionen von bis zu 80 Prozent der gesamten Investitionssumme, die gemäss aktualisierter Kostenschätzung 9,76 Millionen Franken beträgt, in Aussicht.
In ihren Rückmeldungen haben Bund und Kanton einige Anträge und Optimierungsvorschläge eingebracht.
Das Linthwerk hat diese Vorschläge geprüft, mit den kantonalen Fachstellen besprochen und das Projekt entsprechend weiterentwickelt. Optimiert wurde insbesondere die Besucherlenkung am Escherkanal. Ursprünglich wäre der Weg auf dem rechtsufrigen Damm komplett weggefallen.
Da dieser Weg für die Freizeitnutzung von grosser Bedeutung ist, wird er gemäss aktuellem Projekt aber beibehalten und für Fussgängerinnen und Fussgänger weiterhin begehbar sein. Zudem ist vorgesehen, dass die Besucherinnen und Besucher in einem Teilbereich des Kundertriets bis ans Wasser gelangen können, was das Erlebnis am Linthwerk nochmals verbessert.
Öffentliche Auflage Mitte 2027 geplant
Das Linthwerk hat das weiterentwickelte Projekt zur erneuten Vernehmlassung beim Kanton Glarus und beim BAFU eingereicht. Mit einer Rückmeldung wird Anfang 2027 gerechnet; anschliessend können das definitive Bauprojekt fertiggestellt und ein Subventionsantrag beim Bund und Kanton eingereicht werden.
Aufgrund dieser zweiten Vernehmlassung verschiebt sich die öffentliche Auflage des Projekts Aufweitung Kundertriet. Abhängig von den weiteren Rückmeldungen wird es voraussichtlich Mitte 2027 aufgelegt. Die Bevölkerung wird vorab detailliert über das Projekt informiert.
Die wichtigsten Anspruchsgruppen – darunter Vertreter der Gemeinde Glarus Nord, der Meliorationsgenossenschaft Riet, des Glarner Bauernverbands, der Umweltorganisationen und der kantonalen Fachstellen – sind bereits seit Beginn der Projektierung im Rahmen eines Beirats involviert.
Vielfältiger Nutzen der Aufweitung
Die Aufweitung Kundertriet dient der ökologischen Revitalisierung und trägt zur Förderung der Biodiversität bei. Ökosysteme an der Schnittstelle von Land und Wasser weisen oft eine hohe Artenvielfalt und einen grossen ökologischen Nutzen auf. Mit den neuen Elementen Flussaufweitung und Naturraum Rütelibach werden in Verbindung mit dem östlich anschliessenden Naturwaldreservat des Rieterwalds wertvolle Auenlebensräume geschaffen, welche im Kanton Glarus und schweizweit selten geworden sind.
Die Aufweitung Kundertriet steht zudem im Einklang mit dem Hochwasserschutz. Das Projekt beinhaltet eine Kiesentnahmestelle für die Geschiebebewirtschaftung. So ist das Linthwerk in der Lage, gezielt Geschiebe zu entnehmen und damit die Abflusskapazität im Escherkanal sicherzustellen.
Diese vorausschauende Massnahme dient der Sicherheit im Hinblick auf vermehrte Hochwasserspitzen mit viel Geschiebe.





