Sturm überrascht SUP-Fahrer auf Walensee – zwei Personen vermisst

Am Donnerstag wurden fünf SUP-Fahrer auf dem Walensee im Kanton Glarus durch einen Sturm überrascht. Zwei Personen sind noch vermisst.

Das Wichtigste in Kürze
- Fünf SUP-Fahrer wurden auf dem Walensee von einem Sturm überrascht.
- Zwei Personen konnten selbstständig ans Ufer schwimmen, eine Person wurde gerettet.
- Von zwei weiteren Personen fehlt noch immer jede Spur.
Am Donnerstag, gegen 18.55 Uhr, ging bei der Notruf- und Einsatzzentrale der Kantonspolizei St.Gallen die Meldung ein, dass mehrere Personen auf dem Walensee mit Stand-up-Paddle-Boards (SUP) unterwegs waren und von einem plötzlich aufkommenden Sturm beziehungsweise starken Wind überrascht wurden.
Nach ersten Erkenntnissen gingen die fünf SUP-Fahrer am Seeufer des Gäsi (Gemeinde Glarus Nord) ins Wasser.
Als in der Seemitte zwischen Lago Mio (Gemeinde Weesen) und der ehemaligen Raststätte Mühlehorn (Gemeinde Glarus Nord) ein starker Windsturm aufkam, gerieten sie in Schwierigkeiten.
Zwei Personen konnten selbstständig ans Ufer schwimmen. Eine weitere Person wurde durch die Seerettung aus dem Wasser gerettet.
Die Suchmassnahmen dauern an
Bei den nach wie vor vermissten Personen handelt es sich um zwei 32-jährige Männer. Beide trugen keine Schwimmwesten und konnten nach bisherigen Erkenntnissen nicht gut schwimmen.
Die Suchmassnahmen wurden am Freitag, 31.07.2026, fortgesetzt, blieben jedoch erfolglos. Die zwischenzeitlich durchgeführten Ermittlungen, Befragungen sowie der Fund des zunächst vermissten Stand-up-Paddle-Boards führten zu weiteren Erkenntnissen über den Ereignisablauf.
Aufgrund der bisherigen Ermittlungen muss davon ausgegangen werden, dass die beiden vermissten Männer während des Sturmereignisses von ihren Stand-up-Paddle-Boards ins Wasser fielen und in der Folge ertranken.
Die Suchmassnahmen werden am heutigen Samstag, 01.08.2026, durch Spezialisten der Kantonspolizei Zürich und die Seerettung fortgesetzt. Aufgrund der grossen Wassertiefe sowie des weitläufigen Suchgebiets gestaltet sich die Suche besonders anspruchsvoll.
Die Einsatzkräfte beurteilen die Lage laufend und passen das Vorgehen den aktuellen Bedingungen an. Sobald neue Erkenntnisse vorliegen, wird die Kantonspolizei Glarus erneut informieren.
Polizei hinterlässt Nachricht an Fahrzeug
Am Freitagmorgen stand beim Gäsi noch ein mutmasslich mit dem Unglück in Verbindung stehendes Auto. Am Fahrzeug waren Absperrband sowie eine Nachricht der Polizei angebracht.
Darauf werden die Insassen beziehungsweise die Halterin oder der Halter laut Nau.ch-Fotograf Nico aufgefordert, sich über die Notrufnummer 117 bei der Polizei zu melden. Ob das Fahrzeug tatsächlich einer der vermissten Personen gehört, ist derzeit nicht offiziell bestätigt.
Sicherheitstipps für Stand-up-Paddler und Wassersporttreibende
Schönes Wetter und warme Temperaturen laden viele Personen dazu ein, sich mit Gummibooten oder Stand-up-Paddle-Boards (SUP) auf Schweizer Gewässern aufzuhalten.
Die Sportarten sollten jedoch nicht unterschätzt werden. Wind, Wetterwechsel und kaltes Wasser können rasch zu gefährlichen Situationen führen. Für die eigene Sicherheit und die Sicherheit anderer empfiehlt die Polizei und die Seerettung:
Wetter- und Windverhältnisse vor jeder Ausfahrt prüfen und bei aufkommendem Unwetter, starkem Wind oder rasch wechselnden Bedingungen das Gewässer rechtzeitig verlassen.

Eine Rettungsweste oder Schwimmhilfe mit mindestens 50 N Auftrieb tragen und diese bereits vor dem Start anziehen. In einer Notsituation bleibt häufig keine Zeit, die Ausrüstung erst anzulegen.
SUP-Boards gut sichtbar mit Name, Adresse und Telefonnummer der Eigentümerin oder des Eigentümers beschriften. Diese Angaben helfen Rettungskräften, rasch abzuklären, ob tatsächlich Personen vermisst werden, und können unnötige Suchaktionen verhindern.
Auf Seen sollte eine Leash verwendet werden
Auf Seen eine geeignete Leash (Verbindungsleine zwischen SUP und Person) verwenden. In fliessenden Gewässern sollte darauf verzichtet werden, da bei einem Verhängen die Gefahr besteht, von der Strömung unter Wasser gezogen zu werden.
Die eigenen Fähigkeiten und die Bedingungen realistisch einschätzen. Besonders auf Flüssen ist Stand-up-Paddling anspruchsvoller; eine entsprechende Vorbereitung oder ein Einführungskurs kann helfen, Risiken zu vermeiden.
Eine gute Vorbereitung und die richtige Ausrüstung tragen wesentlich dazu bei, Unfälle auf dem Wasser zu verhindern.











