Stadt plant 2027 mit Defizit von 130’900 Franken

Der Stadtrat von Stein am Rhein SH budgetiert für 2027 einen Aufwandüberschuss von 130'900 Franken. Der Einwohnerrat entscheidet am 11. Dezember 2026.

Der Stadtrat beantragt für das Jahr 2027 einen unveränderten Steuerfuss von 95 %. Das Budget sieht einen Aufwandüberschuss von CHF 130’900 vor. Die Stadt investiert in den Erhalt ihrer Infrastruktur und die Weiterentwicklung öffentlicher Angebote. Der finanzielle Spielraum bleibt eng und verlangt eine vorausschauende Planung sowie klare Prioritäten.
Bei einem Aufwand von CHF 33’870’900 und einem Ertrag von CHF 33’740’000 rechnet die Stadt für 2027 mit einem Defizit von CHF 130’900. Dieses kann durch die kumulierten Überschüsse der Vorjahre gedeckt werden. Gegenüber dem Vorjahresbudget steigen sowohl die Aufwendungen als auch die Erträge.
Hoher Anteil gebundener Ausgaben
Ein grosser Teil der städtischen Ausgaben ist durch gesetzliche Vorgaben und bestehende Verpflichtungen gebunden. Der Handlungsspielraum des Stadtrats ist entsprechend begrenzt. Insbesondere die Bildung und die soziale Sicherheit beanspruchen erhebliche Mittel.
Hinzu kommen der Unterhalt der städtischen Infrastruktur und die Abschreibungen auf getätigten Investitionen. Für individuelle Lohnanpassungen des städtischen Personals ist 1 % der Lohnsumme vorgesehen.
Das budgetierte Ergebnis berücksichtigt bereits Nettoentnahmen aus Fonds und Spezialfinanzierungen sowie eine Entnahme von CHF 273’200 aus den finanzpolitischen Reserven. Letztere dient dazu, die Abschreibungen für die Sanierung des Schulhauses Schanz vollumfänglich aufzufangen. Trotz des vergleichsweise kleinen Defizits bleibt deshalb ein sorgfältiger Umgang mit den verfügbaren Mitteln erforderlich.
Investitionen in Gebäude, Leitungen und öffentliche Räume
Für 2027 sind im Verwaltungsvermögen Investitionsausgaben von CHF 6’319’000 vorgesehen. Diesen stehen Einnahmen und Beiträge von CHF 3’070’000 gegenüber. Damit verbleiben Nettoinvestitionen von CHF 3’249’000. Hinzu kommen Investitionen von CHF 210’000 im Finanzvermögen.
Zu den vorgesehenen Vorhaben gehören unter anderem die Erneuerung von Wasser- und Abwasserleitungen, der Ausbau der Huberlistrasse, der Neubau des Spielplatzes im Stadtgarten und die weitere Planung der Kita.
Ebenfalls im Budget enthalten sind die Projektierung der Sanierung von Rathaus, Steinbock und Zeughaus sowie die Neugestaltung der Schiffländi. Die für 2027 vorgesehenen Ausgaben dieser beiden Projekte werden durch Beiträge der Jakob und Emma Windler-Stiftung gegenfinanziert und belasten die Nettoinvestitionen der Stadt daher nicht. Der Stadtrat dankt der Stiftung für diese bedeutende Unterstützung.
Die verbleibenden Nettoinvestitionen im Verwaltungsvermögen kann die Stadt zu rund 35 % aus selbst erwirtschafteten Mitteln finanzieren. Eine zusätzliche Aufnahme von Fremdkapital wird daher voraussichtlich notwendig sein.
Die finanzielle Zukunft im Blick
Der Stadtrat richtet seinen Blick über das kommende Budgetjahr hinaus. Der Erhalt der städtischen Gebäude und Anlagen sowie die Weiterentwicklung wichtiger Angebote erfordern auch in den nächsten Jahren erhebliche Mittel. Ziel ist es, notwendige Vorhaben rechtzeitig zu planen, klare Prioritäten zu setzen und die langfristige finanzielle Tragbarkeit sicherzustellen.
Dazu wird die Finanzplanung ab dem Budget 2027 gemeinsam mit einem externen Partner vertieft und in einem separaten Dokument veröffentlicht. Sie zeigt die erwartete Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben sowie die finanziellen Auswirkungen der anstehenden Investitionen auf. Damit stärkt der Stadtrat die Grundlage für eine vorausschauende Steuerung der Stadtfinanzen.
Der neu erarbeitete Finanzplan soll zudem im Rahmen eines Workshops mit dem Einwohnerrat vertieft besprochen werden. Dabei steht die langfristige Entwicklung der Stadtfinanzen und die Priorisierung der anstehenden Vorhaben im Mittelpunkt.
Der Einwohnerrat wird am 11. Dezember 2026 über das Budget 2027 und den beantragten Steuerfuss von 95 % befinden.








