Green Days rücken Energiefragen ins Zentrum der Ostschweiz

Die Ostschweizer Fachhochschule vernetzte sich bei den Green Days mit der Region. Gemeinsam wurden Wege für Stadtentwicklung und Kreislaufwirtschaft gesucht.

Die OST – Ostschweizer Fachhochschule berichtet, öffnete sie in der ersten Maiwoche ihre Türen für die Bevölkerung und wurde zu einem Treffpunkt für Fragen rund um Nachhaltigkeit, Energie und Stadtentwicklung. Im Rahmen der Green Days des Kantons St.Gallen, der Green City Days der Stadt Rapperswil-Jona, der Nachhaltigkeitswoche am Campus Rapperswil-Jona und dem Rapperswiler Tag fand eine Vielzahl an Veranstaltungen statt.
Vom 4. bis 10. Mai zeigte die OST – Ostschweizer Fachhochschule, dass Nachhaltigkeit kein abstrakter Forschungsbegriff ist, sondern konkret im Alltag erlebt werden kann: Primarschulkinder testeten eigene Energie-Experimente, Velofahrerinnen und -fahrer liessen ihre Fahrzeuge reparieren, Hobbygärtnerinnen und -gärtner holten sich Tipps bei Landschaftsarchitektur-Studierenden, und Berufsmaturitätsklassen machten Popcorn mithilfe von Solarenergie.
Unter dem Dach verschiedener Nachhaltigkeitsformate entstand ein breites Programm: Die Green Days des Kantons St.Gallen rückten Energie- und Klimafragen in den Fokus, die Nachhaltigkeitswoche am OST-Campus Rapperswil-Jona machte nachhaltiges Handeln im Alltag erlebbar, die Green City Days Rapperswil-Jona widmeten sich der grünen Stadtentwicklung und der Rapperswiler Tag lenkte den Blick auf die Landschaftsarchitektur im ländlichen Raum.
Reparieren, tauschen, pflanzen
Besonders niederschwellig zeigte sich Nachhaltigkeit dort, wo die zahlreichen Besucherinnen und Besucher selbst aktiv werden konnten. Im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche am Campus Rapperswil-Jona wurde zum Beispiel die Kreislaufwirtschaft konkret erfahrbar: Bei der Kleider- und Büchertauschbörse erhielten gut erhaltene Gegenstände ein zweites Leben.
Nach einem Besuch in der Velowerkstatt liefen alte Bikes wie neu. Im Repair Café@OST unterstützten Freiwillige die Besucherinnen und Besucher beim Reparieren von Geräten – von Staubsaugern über Radios bis hin zu einer Fleischschneidemaschine.
Nachhaltigkeit erlebbar machen
Diese Woche sollte in der Bevölkerung Zuversicht schaffen: «Wir wollen zeigen, dass es Lösungen gibt und wir gemeinsam etwas bewirken können», betont Prof. André Podleisek, Nachhaltigkeitsbeauftragter der OST. Aus diesem Grund vernetzte sich die OST für die Nachhaltigkeitswoche auch mit vielen lokalen Akteuren – zum Beispiel mit der Stiftung Balm für eine Setzlingstauschbörse.
Besondere Highlights für Podleisek waren die Globi-Energieshow mit dem Buchautor und Energieexperten Atlant Bieri sowie der Besuch des «SolarButterfly» des Schweizer Solarpioniers Louis Palmer. Beide boten einen verständlichen Zugang zum Thema Energie für Gross und Klein.
Ebenfalls Teil der Nachhaltigkeitswoche waren die Verschenkeplattform «World of Plenty», der Bau eines Komposts im Naschgarten der OST sowie ein «Climate Lunch & Learn» zum Thema Wasser im urbanen Raum.
Ideen für die Energiewende
Neben alltagsnahen Angeboten standen auch Fachfragen zur Energie- und Klimazukunft im Zentrum der grünen Woche an der OST. Im Rahmen der Green Days des Kantons St.Gallen beteiligte sich die OST an allen drei Standorten Buchs, St.Gallen und Rapperswil-Jona am Dialog zwischen Forschung, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft.
Der Fachevent City-Logistik zeigte, wie urbane Liefer- und Verkehrsströme künftig effizienter und klimaverträglicher organisiert werden können. Die Projektschmiede in St.Gallen lud dazu ein, Ideen für eine klimafreundliche Stadt weiterzuentwickeln und eigene Perspektiven einzubringen.
Mit dem «FuturePitch» in Rapperswil-Jona wurden Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen angesprochen, die sich mit Nachhaltigkeit, Innovation und Produktentwicklung auseinandersetzen wollten.
OST als Partnerin der ersten Green City Days
Ein Schwerpunkt der Woche war die Frage, wie Städte grüner, klimaangepasster und lebenswerter werden können. «Grüne Freiräume und Wasser rücken in der Stadtentwicklung aufgrund der klimatischen Entwicklungen zusehends in den Fokus», sagt Prof. Stefanie Graf, Leiterin des Departements Architektur, Bau, Landschaft, Raum und Leiterin des Standorts Rapperswil-Jona der OST.
Die OST konnte ihre Fachkompetenz mit unterschiedlichen Formaten einbringen: von Fachreferaten und Führungen über Mitmachangebote wie das Gartenatelier bis hin zu einem Kinderprogramm. Dadurch wurden Themen wie Biodiversität, nachhaltige Stadtentwicklung oder Energie nicht nur erklärt, sondern direkt erlebbar.
«Wir wollen inspirieren zu einer nachhaltigen Lebensweise, denn jeder kann etwas beitragen und damit seine Lebensqualität erhöhen», erklärt Graf.
Die Stärke der Dorftraditionen
Am 8. Mai rückte der jährliche Rapperswiler Tag die Landschaftsarchitektur auf dem Land in den Fokus. Unter dem Titel «konservativ – ungeplant – innovativ» wurde diskutiert, ob Dörfer, Agglomerationen und ländliche Räume tatsächlich der blinde Fleck der Schweizer Landschaftsarchitektur sind – oder ob gerade dort wichtige Antworten auf zukünftige Herausforderungen entstehen.
Nachhaltigkeit ist eines der Fokusthemen der OST: Mit dem interdisziplinären Schwerpunkt «Klima und Energie» forscht die OST an Lösungsansätzen für die komplexen Herausforderungen der Zukunft. Doch selbst die besten technischen und planerischen Lösungen müssen die Menschen begeistern, um ihre volle Wirkung zu erzielen.
Deshalb verband die OST ihre wissenschaftliche Expertise in dieser Woche mit konkreten Alltagsbeispielen, die sie der breiten Öffentlichkeit und Fachpersonen zugänglich machte. Damit leistet sie einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung in der Ostschweiz.





