Muolen im Schwingfieber: Samuel Giger fordert die Elite

Am 8. und 9. Mai wird Muolen zum Schwing-Mekka. Neben Top-Favorit Samuel Giger und starken Talenten sorgt der Abschied von Lars Geisser für Gänsehautmomente.

Wie die Organisatoren des Schwingfests Muolen berichten, wird Muolen am Wochenende vom 8. und 9. Mai 2026 zum Zentrum des Schwingsports und der gelebten Tradition. Mit der stimmungsvollen Mai-Wiesn am Freitagabend und dem Nachwuchs- sowie Aktivschwingfest am Samstag erwartet die Besucherinnen und Besucher ein vielseitiges Festprogramm, das Sport, Brauchtum und Geselligkeit vereint.
Der Startschuss fällt am Freitag, 8. Mai, mit der «Mai-Wiesn». Das Organisationskomitee um OK-Präsident Bernhard Keller – bestehend aus Mitgliedern des Vereins KUL-IN-MU sowie des Schwingerverbandes St. Gallen und Umgebung – lädt zu einem stimmungsvollen Vorfest mit Hendl, Mass-Bier, Blasmusik, Dirndl und Lederhosen ein. In geselliger Atmosphäre wird gefeiert, bevor am Samstag der Sport im Mittelpunkt steht.
Nachwuchs im Sägemehl
Am Samstag, 9. Mai, gehört die Bühne zunächst dem Nachwuchs: Rund 350 Nachwuchsschwinger treten in vier Alterskategorien gegeneinander an. Für viele von ihnen ist es eine wichtige Gelegenheit, sich zu beweisen und wertvolle Wettkampferfahrung zu sammeln.
Ab 17 Uhr heisst es dann: «Mannä ad Arbet». Rund 80 Aktivschwinger steigen ins Sägemehl – und das Teilnehmerfeld verspricht Spannung auf höchstem Niveau. Mit Samuel Giger, einem der dominierenden Schwinger der letzten Jahre, kehrt ein ganz grosser Name nach Muolen zurück.
Der Thurgauer zählt zu den erfolgreichsten Athleten des vergangenen Jahrzehnts und strebt einen weiteren Triumph an.
Herausforderer stehen bereit
Doch die Konkurrenz ist bereit: Andy Signer hat im vergangenen Jahr mit seinem ersten Kranzfestsieg sowie Erfolgen an Bergkranzfesten auf sich aufmerksam gemacht. Er gilt als einer der stärksten Herausforderer aus dem organisierenden Verband und konnte Giger bereits in der Vergangenheit ernsthaft fordern.
Ebenfalls im Fokus steht der erst 20-jährige Josias Müller. Der Bündner Teamkollege von Armon Orlik zeigt sich in dieser Saison in bestechender Form.
In diesem Frühling hat er den Mit-Titelverteidiger des diesjährigen Saisonhöhepunkts, dem Kilchberger Schwinget, Damian Ott (mit Samuel Giger und Fabian Staudenmann) wie auch den ESAF-Schlussgänger Werner Schlegel zur Verzweiflung gebracht.
Vorfeld sorgt für Gesprächsstoff
Zum erweiterten Favoritenkreis darf man sicherlich auch die Teilverbandskranzer, den Schwellbrunner Roman Wittenwiler, den Gähwiler Patrick Kurmann und den Weinfelder Aron Kiser zählen.
Für zusätzliche Spannung sorgen Gerüchte aus der NOS-Spitzentrainingsgruppe: Möglicherweise könnten kurzfristig noch Eidgenossen – insbesondere aus dem Kanton St. Gallen – ins Teilnehmerfeld rücken.
Kommt es gar zur Neuauflage eines grossen Schlussgangs? Die Frage, ob sich auch Werner Schlegel noch nachmeldet, sorgt bereits im Vorfeld für Gesprächsstoff.
Die Liste der bisherigen Schwingfestsieger auf Muoler Boden kann sich sehen lassen: Mit Werner Schlegel (Sieger 2021, Kategorie A) und Samuel Giger (Oberthurgauer Sommerschwingfest 2015) finden sich zwei klangvolle Namen in der Siegerchronik. Auch 2026 zählt Giger erneut zu den Topfavoriten und dürfte eine entscheidende Rolle spielen.
Emotionaler Abschied von Lars Geisser
Neben sportlichen Höhepunkten sorgt ein Abschied für besondere Emotionen: Mit Lars Geisser verabschiedet der Schwingerverband St. Gallen und Umgebung seinen erfolgreichsten Aktivschwinger und Zugpferd der letzten 15 Jahre.
Nach einer Knieverletzung im Jahr 2025 tritt Geisser nicht mehr aktiv an. In seiner Karriere gewann er zahlreiche Kränze, darunter vier auf NOS-Teilverbandsebene, und feierte unter anderem einen Festsieg am Wolzenalpschwingen 2015.
Dem Schwingsport bleibt er jedoch erhalten: Bereits heute engagiert sich Geisser im Vorstand des Schwingerverband St. Gallen und Umgebung und wird als möglicher zukünftiger Präsident gehandelt.
Zudem wirkt er im Organisationskomitee des 112. St. Galler Kantonalschwingfestes mit, das am Sonntag, 30. Mai 2027, auf dem OLMA-Areal in der Stadt St. Gallen stattfindet.
Attraktiver Gabentempel
Auch abseits des Sägemehls setzt das Fest starke Akzente: Der Gabentempel im Gesamtwert von rund 30’000 Franken unterstreicht die Bedeutung des Anlasses und bietet den erfolgreichen Schwingern eine Vielzahl hochwertiger Preise.
Ein besonderes Highlight sind dabei die drei Lebendpreise, die traditionell für grosse Aufmerksamkeit sorgen: Der Sieger darf sich über das Rind «Prisola» aus dem Stall der Würth’s Holstein Farm in Hagenwil bei Amriswil freuen.
Für den Zweitplatzierten wartet mit dem Wasserbüffel «Priscilla» aus der Büffeloase Muolen ein aussergewöhnlicher Preis, während der Drittplatzierte das Kalb «Rita» vom Bauernbetrieb von Stephan Münger aus Muolen erhält.
Damit verbindet das Fest sportliche Spitzenleistungen mit gelebter Tradition und regionaler Verbundenheit.






