St. Gallen: Weg in der Brüelbleiche heisst neu Jovanovitsweg

Zwischen Notkerstrasse und Sonnenstrasse in St. Gallen wird ein Weg neu klassiert. Er trägt den Namen der Tänzerin und Choreografin Mara Jovanovits.

Im Rahmen der laufenden Ortsplanungsrevision überprüft die Stadt den Gemeindestrassenplan, um Anpassungsbedarf zu erkennen und allfällige Lücken zu schliessen. Zwischen der Notkerstrasse und der Sonnenstrasse in der Brüelbleiche wird ein Weg neu klassiert. Der Stadtrat hat den Weg nach der Tänzerin, Tanzpädagogin und Choreografin Mara Jovanovits (1906-1993) benannt.
Mara Jovanovits kam am 20. Juni 1906 als Tochter des serbischstämmigen Chemikers Johann Anastasius Jovanovits und der bulgarischstämmigen Pädagogin Marie Jovanovits (geborene Gebhard) in St. Gallen zur Welt. Bereits in jungen Jahren kam Mara in der St. Galler Tanzschule Bentele und bei der damaligen Ballettmeisterin des Stadttheaters St. Gallen, Margrit Forrer-Birnbaum, mit Tanz in Berührung. Nach dem Abschluss ihres Studiums an der damaligen Handels-Hochschule (heute HSG) im Jahr 1931 absolvierte sie schliesslich eine Ausbildung zur Tänzerin und Choreografin.
Nach Stationen an renommierten Schulen in Dresden, Dartington Hall, Belgrad, Paris und London kam sie 1934 als Tänzerin ans Stadttheater St. Gallen. 1938 wurde sie Ballettmeisterin und übernahm auch die Leitung des Balletts. In dieser Funktion baute sie eine professionelle Truppe auf, die in der Folge überregionale Bedeutung erlangte.
Jovanovits schuf während ihrer Zeit als Ballettmeisterin (1938-1957) 30 eigenständige Orchesterballettabende und über 50 Kammertanzprogramme, für die sie Neukompositionen in Auftrag gab. Ihre Schöpfungen, die Ballett und Ausdruckstanz zusammenführten, waren zum grossen Teil Uraufführungen. Sie erfreuten sich ausserordentlicher Beliebtheit; nicht nur in St. Gallen, sondern auch in anderen Schweizer Städten, wo Jovanovits mit ihrer Truppe Gastspiele gab.
1958 erhielt Mara Jovanovits für ihr Schaffen den Anerkennungspreis der Stadt St. Gallen. Im Jahr 1962 zog sie mit ihrem Ehemann Karl Gotthilf Kachler, dem Dramaturgen und ehemaligen Direktor des Stadttheaters St. Gallen, nach Birsfelden (BL). Gemeinsam erarbeiteten sie in der Folge Choreografien für Fest- und Freiluftspiele.
Zudem arbeitete sie als Pädagogin für Bewegung und Tanz sowie als Tanztherapeutin in der Psychiatrie. Mara Jovanovits starb am 5. September 1993 in Birsfelden.
Der nach Mara Jovanovits benannte Weg befindet sich in der weiteren Umgebung des Stadttheaters. In unmittelbarer Umgebung, an der Notkerstrasse 40, befindet sich heute die Theatertanzschule des Stadttheaters.






