Judoka (15) aus Rufi SG will international für Furore sorgen

Wil,
Mit fünf Jahren begann Shakira Gabteni aus Rufi SG mit Judo. Heute gehört die 15-Jährige zum U18-Nationalkader und träumt von Medaillen.

Schon als Fünfjährige stand Shakira Gabteni aus Rufi erstmals auf der Judomatte. Heute gehört die 15-Jährige dem U18-Nationalkader des Schweizerischen Judo & Ju-Jitsu Verbands (SJV) an und träumt von internationalen Medaillen.
Gabtenis Begeisterung fürs Judo begann als Fünfjährige. «Vier Nachbarsmädchen gingen in Kaltbrunn ins Judo, und irgendwann wollte ich es auch mal ausprobieren», erinnert sie sich.
Die Freude am Kampfsport kam aber nicht von Anfang an: «Zu Beginn habe ich mich ziemlich erschrocken und hatte Angst vor dem Werfen.» Trotzdem besuchte sie ein zweites Training. Danach war die Angst verflogen und die Freude am Judo geweckt.

Besonders fasziniert Shakira, dass es beim Judo nicht nur um den Kampf gegeneinander geht. «Es braucht Teamwork, auch wenn man das von aussen nicht sieht», erklärt sie.
Für Judo unterwegs
Seit diesem Jahr gehört Shakira dem U18-Nationalkader des SJV an, worüber sie sich sehr freut. Seither war sie schon an drei internationalen Wettkämpfen. «Aufs Podest habe ich es leider noch nicht geschafft, aber dafür konnte ich ein paar Punkte für die Weltrangliste sammeln», erzählt sie.
Und die nächsten Chancen kommen bald: In diesem Jahr folgen noch weitere Wettkämpfe im Ausland. Das bedeutet für Shakira aber auch, dass es für sie immer strenger und intensiver wird. Das zeigt auch ihre Trainingswoche.
Unter der Woche steht Shakira jeden Abend im regionalen Leistungszentrum des ZJV in Uster auf der Matte. An manchen Tagen kommt am Morgen zusätzlich Krafttraining dazu.
Für die Trainings fährt sie jeweils mit dem Zug von Rufi nach Uster. «Pro Weg ist das gut eine Stunde», sagt sie. Auch im Aargau finden Trainings statt, zweimal im Monat geht es zudem nach Solothurn.
In Zukunft dürfte es nicht weniger anstrengend werden, denn nun hat Shakira ihre KV-Ausbildung an der United school of sports in Zürich begonnen. Mit dem Zug dauert die Reise von Rufi aus etwa eineinhalb Stunden.

«Aber das wird schon irgendwie klappen», zeigt sich Shakira optimistisch. Die auf Sport ausgerichtete Schule erleichtert ihr die Kombination von Ausbildung und Leistungssport.
Für Wettkämpfe kann sie sich freinehmen und hat generell weniger Unterricht als zuvor in der Sportschule Rapperswil-Jona. Dass wenig Zeit für anderes bleibt, nimmt Shakira in Kauf.
«Klar habe ich vielleicht weniger Freizeit als andere, aber das war auch schon vorher so, als ich noch klein war und in der Wettkampfgruppe des Judo Clubs Kaltbrunn viermal pro Woche trainierte», sagt sie.
Der Blick nach vorne
Dass sich der grosse Trainingsaufwand lohnt, hat Shakira bereits bewiesen. Im vergangenen Jahr durftesie mit 14 Jahren (U15) erstmals an der Schweizer Einzelmeisterschaft teilnehmen und sicherte sich in der Kategorie U18 – 48 kg den zweiten Platz.
«Darauf bin ich besonders stolz», freut sich die Vize-Schweizermeisterin. Damit sie auch künftig auf diesem Niveau trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen kann, ist Shakira auf finanzielle Unterstützung angewiesen, denn der Judosport bringt hohe Kosten mit sich.
«Es haben aber schon ein paar Leute grosszügig gespendet, worüber ich sehr dankbar bin», sagt Shakira. Die Unterstützung aus dem Dorf und der Nachbarschaft spüre sie besonders.
Trotzdem betont sie, dass sie auf weitere Sponsoren angewiesen ist. Für die Zukunft hat sich Shakira klare Ziele gesetzt. «Definitiv eine internationale Medaille», sagt sie, ohne zu zögern.

Zudem möchte sie an der nächsten U18 Europameisterschaft teilnehmen. «Und wenn es nicht klappt, dann an der übernächsten.» Ausserdem hofft sie, nach der U18 weiterhin Teil des Nationalkaders zu sein.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in der «See und Gaster Zeitung» erschienen.






