Wil

Rekordtemperaturen: Politiker fordern Hitzelösungen

Linda Bachmann
Linda Bachmann

Wil,

Auf Kantons- und Gemeindeebene werden Strategien zum Umgang mit Hitzeperioden gefordert.

In den letzten Tagen stieg die Temperaturmarke auch in Wil über 30 Grad.
In den letzten Tagen stieg die Temperaturmarke auch in Wil über 30 Grad. - lin

Die anhaltende Hitzewelle sorgt im Wiler Stadtparlament und im St. Galler Kantonsrat für Fragen zum Umgang mit den hohen Temperaturen – in Schulhäusern sowie bei verschiedenen Infrastrukturprojekten.

Wie sind die Wiler Schulhäuser auf zunehmend heisse Sommer vorbereitet? Im Rahmen einer Anfrage fordert der Stadtparlamentarier Roger Edelmann vom Stadtrat eine Strategie für überhitzte Klassenzimmer.

Gleichzeitig kritisiert er bestehende Heizsysteme in den Wiler Schulen. Im Zentrum der Kritik steht das kürzlich beschlossene Heizprojekt der Schulanlage Rossrüti.

Edelmann bemängelt, dass die gewählte Lösung keine aktive Kühlung der Schulräume ermögliche. Eine Wärmepumpe mit Erdsonden hätte seiner Ansicht nach eine passive Kühlung praktisch ohne zusätzlichen Energieaufwand ermöglicht.

hitze
Die Hitze hat die Schweiz voll im Griff. (Symbolbild) - keystone

Das Thema Kühlung sei trotz Einwand der Wiler Freisinnigen weder im Bericht des Stadtrats noch in der Parlamentsdebatte behandelt worden.

«Es ist unbestritten, dass Raumtemperaturen einen grossen Einfluss auf die Lernumgebung haben. Hohe Temperaturen belasten Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen», betont der FDP-Politiker in seiner Anfrage.

Auch im St. Galler Kantonsrat ist das anhaltende Hochdruckgebiet Thema: SVP-Kantonsrat Damian Gahlinger stellte der Regierung kürzlich eine Anfrage bezüglich der hitzegerechten Gestaltung verschiedener Infrastrukturprojekte.

Sollte beim Hitzeschutz ein grösserer Fokus auf Schulen gerichtet werden?

Der Niederhelfenschwiler kritisiert die zunehmende Versiegelung bei Strassenbauprojekten im Kanton St. Gallen und fordert mehr Begrünung und Beschattung zur Hitzeminderung. Als konkrete Negativbeispiele nennt er den neu sanierten Autobahnanschluss Oberbüren/Uzwil.

«Hier wurden sehenden Auges künstliche Hitzereaktoren geschaffen», moniert der SVP-Mann. Gleichzeitig habe die Stadt Wil am 26. Juni fast alle öffentlichen Brunnen abstellen müssen, um Trinkwasserreserven zu sichern.

Dies sei ein unhaltbarer Widerspruch. Gahlinger fordert mehr Verantwortung vom Kanton: «Der Kanton darf sich bei Infrastrukturprojekten des Bundes (ASTRA) auf unserem Kantonsgebiet nicht auf eine passive Rolle zurückziehen.»

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst in den «Wiler Nachrichten» erschienen.

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Kommentare

User #1146 (nicht angemeldet)

Schulen, Spitäler, Pflegeheime und Altersheime sind obligatorisch mit Klimaanlagen auszurüsten, diese paar Gebäude in der Schweiz belasten das Klima nicht, wenn man schaut, dass ganze Kontinente Klimageräte nutzen. Auch muss man mit den Lügen aufhören, dass ein paar Strassen zu viel Wärme erzeugen und man alles begrünen soll. Wenn die Lufttemparatur im Schatten 35 Grad ist, nützen oder kühlen auch Bäume nicht mehr. Und niemand muss bei so Temperaturen auf Plätzen herumsitzen, sondern nur rüber gehen. Auch kann es nicht sein, dass Geschäfte oder auch Privatpersonen im eigenen Haus Bewilligungen für Klimageräte brauchen. OK, baulich macht es sinn, aber sicher nicht Abklärung wegen Öko und so Zeug. Wem es in der Stadt zu heiss ist, kann auch auf dem Land leben gehen.

User #362 (nicht angemeldet)

Klimaanlagen sind des Teufel, sagen Politiker!