Wirbel um Hitze-Schutz an Wiler Schulen

Wil,
Auch bei den zunehmend tieferen Herbsttemperaturen in Wil SG – die Diskussion um zu heisse Schulzimmer ist noch nicht abgekühlt.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Diskussion um zu heisse Schulzimmer in Wil SG ist noch nicht abgekühlt.
- Der Stadtrat hat die FDP-Anfrage betreffend «Raumtemperaturen in Wiler Schulen» beantwortet.
- Die Partei ist damit nicht zufrieden.
Während der vergangenen Hitzewelle waren auch in Wil SG Temperaturen von über 30 Grad gemessen worden.
FDP-Stadtparlamentarier Roger Edelmann wollte deshalb vom Stadtrat wissen, wie die Schulhäuser auf zunehmend heisse Sommer vorbereitet sind. Nun sind die Antworten des Wiler Stadtrats da.
Belastung in einigen Schulhäusern
«Der Stadtrat anerkennt die Bedeutung eines guten Raumklimas für eine lernförderliche Umgebung», heisst es in dessen Antwortschreiben.
Wie heiss es in den Wiler Schulzimmern tatsächlich wird, darauf hat er allerdings keine Antwort. Das hat zum Grund, dass keine systematischen Temperaturdaten gemessen werden.

Trotzdem nennt der Stadtrat mehrere Schulhäuser, bei denen er aufgrund von Bausubstanz, Dämmung und Ausrichtung eine erhöhte Wärmebelastung vermutet. Dazu gehören die Primarschulen Klosterweg, Kirchplatz, Bronschhofen und Rossrüti sowie die Oberstufen Lindenhof und Sonnenhof.
Auch mehrere Tagesstrukturen und die Musikschule an der Haldenstrasse werden als problematisch bezeichnet.
Richtwert: 26 Grad
Als Richtwert stützt sich der Stadtrat auf die Empfehlung des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH), der 26 Grad in Innenräumen als obere Grenze für regulären Unterricht nennt.
Die FDP verlangt nun Temperatur- und CO₂-Messungen möglichst in allen Schulzimmern. Zudem soll eine zentrale Auswertung zeigen, wo Handlungsbedarf besteht. Gefordert wird auch ein Massnahmenplan mit Prioritäten, Zuständigkeiten, Zeitplan und Kosten.

«Hitzeschutz ist, ob man will oder nicht, mit Investitionen verbunden», schreiben die Freisinnigen. «Nichtstun ist aber nicht gratis.»
Es belaste Unterricht und Gesundheit und könne später zu teureren Nachbesserungen führen.
Kritik an Fernwärmesystem
Besonders kritisch beurteilt die FDP die Situation in Rossrüti. Dort wurde eine Lösung zur Wärmeerzeugung beschlossen, die keine Kühlung der Schulräume ermöglicht. Der Stadtrat hält dagegen, dass eine Kühlung über das bestehende Wärmeverteilsystem mit Radiatoren ohnehin nicht möglich sei.
«Eine Kühlfunktion war nicht Bestandteil des Projekts», schreibt er. Passive Kühlsysteme seien zudem nicht möglich, wenn das Schulhaus an das Netz der Fernwärme angeschlossen wird. «Die Fernwärme liefert nur Wärme, sie führt keine Wärme weg», so der Stadtrat.
Für die FDP ist das problematisch. «Schulhäuser dürfen nicht dazu dienen, den Ertrag der Fernwärme aufzubessern – ohne Rücksicht auf jene, die darin lernen und arbeiten», schreibt sie.
FDP arbeitet an Vorstoss
«Nach der Hitzeperiode ist vor der Hitzeperiode», so die Ortspartei. Das Thema dürfe deshalb nicht weiter vor sich hergeschoben werden.
Die FDP Wil arbeitet laut eigenen Angaben an einem Vorstoss, der das Departement Bau, Umwelt und Verkehr (BUV) und den Stadtrat zu systematischem Handeln auffordert – und dazu, die pauschale Fernwärmelösung zu überdenken oder ihre Folgen für die Schulräume nachvollziehbar zu ergründen.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Wiler Nachrichten» erschienen.








