Bruder von Nati-Star – Isaiah Okafor: «Möchte eigenen Weg gehen»

Lui Eigenmann
Lui Eigenmann

Wil,

Der FC Wil hat Isaiah Okafor (21) ablösefrei vom FC Zürich verpflichtet. Im Interview spricht er über seine Ziele und seinen Bruder Noah.

Okafor
Isaiah Okafor will in Wil den nächsten Schritt machen und nicht nur zuschauen. - Lui Eigenmann

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit dem FC Wil hat Isaiah Okafor (21) grosse Ziele.
  • Im Interview spricht der Fussballer über seinen prominenten Bruder.
  • «Für mich zählt mein eigener Weg», stellt der Mittelfeldspieler klar.

Redaktion: Isaiah Okafor, herzlich willkommen beim FC Wil. Was hat Sie überzeugt, den Schritt von Zürich nach Wil zu machen?

Isaiah Okafor: Für mich ist der Wechsel definitiv ein Schritt nach vorne. In Zürich habe ich zwar mit den Profis trainiert, aber hauptsächlich in der zweiten Mannschaft in der Promotion League gespielt. Wil ist ein ambitionierter Challenge-League-Verein, deshalb ist dieser Wechsel für meine Karriere der nächste Schritt.

Ich habe viel Gutes über den FC Wil gehört und den Verein als sehr menschlich kennengelernt. Ich fühle mich hier bereits wohl und bin überzeugt, dass ich mich in diesem Umfeld sehr gut weiterentwickeln kann. Sie haben in der vergangenen Saison hauptsächlich für die U21 des FC Zürich in der Promotion League gespielt.

Okafaor
Isaiah Okafor (r.) im Trikot des FC Zürich. (Archivbild) - keystone

Redaktion: Was möchten Sie beim FC Wil nun als Erstes beweisen?

Okafor: Ich möchte beim FC Wil möglichst schnell Fuss fassen. Für mich hat das Alter dabei keine grosse Bedeutung – entscheidend sind Persönlichkeit und Charakter. Ich möchte Verantwortung übernehmen und langfristig auch eine Leadership-Rolle einnehmen.

Der Start war zwar nicht optimal, aber wir wollen oben mit dabei sein. Ich spüre hier viel Energie und Ambition und genau diese Energie möchte ich selbst mitbringen.

Redaktion: Sie sind erst 21 Jahre alt, haben aber bereits über 40 Spiele in der Promotion League absolviert. Was haben Sie aus diesen Partien für Ihre Entwicklung mitgenommen?

Okafor: Die Promotion League war für mich der erste richtige Schritt in den Männerfussball. Bei Leverkusen habe ich zuvor hauptsächlich im Nachwuchs gespielt. Im Männerfussball ist das Spiel körperlicher und die Duelle werden härter und auch etwas «dreckiger» geführt.

Das hat mir sehr geholfen, mich weiterzuentwickeln. Ich glaube, dass die Zeit in der Promotion League genau der richtige Schritt für mich war. Und ich bin bereit für die nächsten Aufgaben beim FC Wil.

Redaktion: Sie haben auch Nachwuchszeit bei Bayer 04 Leverkusen erlebt. Was haben Sie dort gelernt, das Sie bis heute als Fussballer prägt?

Okafor: Leverkusen ist ein riesiger Verein mit einer enormen Infrastruktur. Dort wird teilweise eine andere Philosophie verfolgt, vor allem technisch und im Detail. Ich habe dort sehr viel mit dem Ball gearbeitet und in dieser Zeit einen grossen Schritt gemacht.

Die Erfahrungen aus dieser Zeit trage ich als wichtigen Rucksack mit mir und kann davon auch beim FC Wil profitieren.

Redaktion: Sie haben sämtliche Stufen der Schweizer Nachwuchs-Nationalmannschaften durchlaufen. Wie wichtig ist Ihnen die Nationalmannschaft für Ihre weitere Karriere?

Okafor: Ich bin Doppelbürger, aber ich bin klar als Schweizer aufgewachsen und habe der Schweiz viel zu verdanken. Deshalb bedeutet es mir viel, für die Schweizer Nachwuchs-Nationalmannschaften gespielt zu haben. Das bestätigt mich und macht mich stolz.

Gleichzeitig ist mein Ziel klar: Ich möchte es eines Tages in die A-Nationalmannschaft schaffen.

Redaktion: Mit Ihrem bekannten Bruder Noah Okafor (FC Leeds) haben Sie auch das beste Vorbild, oder?

Okafor: Absolut. Es wird mir immer wieder bewusst, was alles möglich ist. Mein Bruder spielt auf den grössten Bühnen, und darauf bin ich sehr stolz.

Auch dafür, was er unserer ganzen Familie ermöglicht hat, bin ich ihm dankbar. Wir haben einen engen Austausch und unterstützen uns gegenseitig. Gleichzeitig möchte ich meinen eigenen Weg gehen und als Isaiah wahrgenommen werden. Die grösste Verantwortung für meine Karriere trage ich selbst.

Noah Okafor
Isaiahs Bruder Noah spielt in der Premier League bei Leeds United und in der Schweizer Nati. - keystone

Redaktion: Ist der Nachname Okafor ein Vor- oder Nachteil in Ihrer Karriere?

Okafor: Ich sehe darin überhaupt keinen Nachteil. Wie die Leute meinen Nachnamen oder meine Situation interpretieren, kann mir egal sein. Für mich zählt mein eigener Weg.

Natürlich bringt der Nachname auch Vorteile mit sich, und das möchte ich nicht abstreiten. Vor allem, was mein Bruder unserer Familie ermöglicht hat, ist ein grosses Privileg.

Redaktion: Was hat Noah zu Ihrem Wechsel zum FC Wil gesagt?

Wir stehen täglich in engem Austausch und sprechen über alles. Bei wichtigen Entscheidungen beziehen wir uns gegenseitig ein. Für uns beide ist klar, dass der Schritt zum FC Wil für mich optimal ist.

Redaktion: Der FC Wil setzt stark auf junge, hungrige und entwicklungsfähige Spieler. Passt diese Philosophie zu dem, was Sie sich für Ihre Karriere vorstellen?

Okafor: Absolut. Wil setzt aber auch auf Qualität, das merkt man schon an der hohen Qualität im Training. Im Fussball zählt nicht das Alter, sondern Qualität und Charakter.

Noah Okafor
Isaiah Okafor posiert auf Instagram mit seinem Bruder Noah (l.). - Instagram/isaiah.tobe

Redaktion: Sie unterschreiben in Wil einen Vertrag bis 2028 mit Option auf ein weiteres Jahr. Ist das für Sie ein Zeichen, dass Sie hier langfristig etwas aufbauen möchten?

Okafor: Der Fussball ist schnelllebig. Deshalb ist es wichtig, kurz- und mittelfristige Ziele vor Augen zu haben. Mittelfristig möchte ich mich zu einem Unterschiedsspieler entwickeln und mit dem FC Wil etwas erreichen.

Wir müssen die Energie gemeinsam leben. Dass ich oben mitspielen möchte, steht für mich ausser Frage.

Redaktion: Also ist für Sie der Aufstieg ein Thema?

Okafor: Warum nicht? Es ist ein grosses Ziel, und wir werden sehen, was sich daraus ergibt. Ich bin ein Gewinner und möchte gewinnen. Dafür müssen wir alle gemeinsam Gewinner sein.

Traust du dem FC Wil den Aufstieg zu?

Redaktion: Wenn wir in einem Jahr wieder zusammensitzen: Was müsste bis dahin passiert sein, damit Sie sagen können: «Der Wechsel zum FC Wil war genau die richtige Entscheidung»?

Okafor: Ich möchte so viele Spielminuten wie möglich in der Challenge League sammeln und mich zum Stammspieler entwickeln. Gleichzeitig will ich viel Erfahrung sammeln, mich weiterentwickeln und als Spieler wachsen. Mein Ziel ist eine erfolgreiche Saison und natürlich möchte ich verletzungsfrei bleiben.

Redaktion: Und Noah, kommt er auch zu Ihren Spielen?

Okafor: Bei den ersten beiden Spielen der FC-Wil-Saison war er bereits dabei. Wenn er die Möglichkeit hat, wird er mich auch künftig vor Ort unterstützen.

Dieses Interview ist zuerst in den «Wiler Nachrichten» erschienen.

Challenge League (23.08.2026)SpSNUTorePkt
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Kommentare

User #6021 (nicht angemeldet)

Darf man schon was wollte er möchte eigene Meinung. Aber bleibt beide Bruder verbunden.

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