Darum erreicht der Bodensee-Pegel kritischen Tiefstand

Der Bodensee steht vor einem historischen Tiefpunkt. Experten warnen vor den Folgen des niedrigen Pegelstands.

Aktuell wirken die Steine rund um das Bodenseeufer weiss, berichtet der «Südkurier». Der Wasserstand des Bodensees hat einen alarmierenden Tiefpunkt erreicht.
Dadurch werden Bereiche sichtbar, die normalerweise unter Wasser sind. Aktuell liegt der Pegel bei Rorschach nämlich bei 394,95 Zentimetern über dem Meeresspiegel.
Pegel vom Bodensee erreichte Tiefmarke im Jahr 1972
Wie das «St. Galler Tagblatt» berichtet, ist dies einer der niedrigsten Werte seit Beginn der Messungen. Der Bodensee nähert sich gefährlich der absoluten Tiefmarke von 394,65 Metern über dem Meeresspiegel.
Diese wurde zuletzt im Jahr 1972 verzeichnet.
Auf der deutschen Seite in Friedrichshafen sind es gar nur 274 Meter über dem Meeresspiegel. Das sind minus 30 Zentimeter zum langjährigen Mittelwert von 304 Metern, schreibt «Bodensee.net».
Vielfältige Ursachen
Die Ursachen sind vielfältig. Laut «MeteoSwiss» war der März aussergewöhnlich trocken, mit Niederschlagsmengen 35 Prozent unter der Norm.
Auch die Schneeschmelze, die üblicherweise im Frühjahr für steigende Wasserstände sorgt, bleibt aus.

Auf dem Weissfluhjoch liegen derzeit nur 113 Zentimeter Schnee – ein Bruchteil des üblichen Werts für diese Jahreszeit.
Niederschlagsmangel und Schneeschmelze
Wie «Bodenseee.net» meldet, fliessen aktuell nur 125.16 Kubikmeter Wasser pro Sekunde über die Hauptzuflüsse in den Bodensee. Das sind 64 Prozent weniger als üblich.
Diese Kombination aus Trockenheit und geringer Schneeschmelze führt zu einem anhaltenden Rückgang des Pegels. Experten befürchten, dass der April weitere Rekordwerte bringen könnte, da keine ergiebigen Regenfälle in Sicht sind.
Auswirkungen und Ausblick
Die Folgen des niedrigen Pegels sind bereits sichtbar. Uferbereiche wie in Rorschach liegen trocken und bieten ein ungewohntes Bild für Spaziergänger.
Wie «Zeit Online» berichtet, dass der Hafen in Mannebach, rund 12 Kilometer von Konstanz bereits ausgetrocknet ist. Üblicherweise steigt der Wasserstand im Sommer durch die Schneeschmelze wieder an.
Doch aktuell zeigt sich keine Verbesserung. Daher vermuten Experten, dass der Tiefstand von 1972 nochmals erreicht werden könnte.