Graubünden

    Brienz GR darf nicht mehr betreten werden

    Keystone-SDA
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    Thusis,

    Brienz GR steht vor einer erneuten Evakuierung aufgrund drohender Steinlawinen.

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    Brienz-Brinzauls am Freitag, 15. November 2024. Am 15. Juni 2023 erreichte ein Schuttstrom beinahe das damals evakuierte Dorf. Nun drohen weitere 1,2 Millionen Kubikmeter Felsschutt abzugleiten. Die Bewohner muessen das Dorf bis Sonntagmittag verlassen haben. (KEYSTONE/Mayk Wendt) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Brienz GR evakuiert erneut wegen einer drohender Steinlawine.
    • Bewohner müssen das Dorf verlassen, Schutzmassnahmen werden getroffen.
    • Die Evakuierung dauert bis Frühling.

    In Brienz GR endet am Sonntag um 13 Uhr die Frist für die Evakuierung des kompletten Dorfes. Danach beginnt die Phase Rot. Damit ist der Zutritt in das von einer Steinlawine bedrohte Dorf verboten. Diese Situation könnte bis Frühling anhalten.

    Die rund 80 Einwohnerinnen und Einwohner von Brienz müssen innerhalb von eineinhalb Jahren zum zweiten Mal ihre Häuser verlassen. 1,2 Millionen Kubikmeter Schutt oberhalb des Dorfes bewegen sich talwärts und drohen das Bergdorf zu zerstören.

    Die Gemeinde Albula, zu der das Dorf Brienz gehört, unterstützte die Betroffenen bei der Suche nach vorübergehenden Wohnmöglichkeiten. Eine Rückkehr nach Brienz ist voraussichtlich erst im Frühjahr 2025 möglich.

    Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere werden umgesiedelt: Ein Teil des Viehs wurde auf den Plantahof in Lanquart gebracht, andere Tiere werden verschiedenen Bauernhöfen anvertraut.

    Schutzmassnahmen für Kulturgüter

    Auch der 500 Jahre alte spätgotische Altar ist ein zweites Mal aus der Kirche St. Calixtus in Sicherheit gebracht worden. Zudem wurde auch das Brienzer Ortsarchiv abtransportiert.

    Das Betretungsverbot der Gefahrenzone rund um Brienz gilt grundsätzlich auch für die Feuerwehr. Käme es in Brienz zu einem Brand, rückt sie nur aus, wenn Frühwarnsysteme und Einsatzleitung feststellen, dass ein Einsatz vertretbar wäre.

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    Ein 82-jähriger Bewohner von Brienz GR erzählt, wie er mit der erneuten Evakuierung umgeht. - Nau.ch/Nico Leuthold

    «Können wir eine Gefährdung durch den Berg für unsere Leute nicht ausschliessen, rücken wir nicht in die Gefahrenzone vor», erklärte ein Feuerwehrinspektor in einem Bulletin der Gemeinde Albula. Dieser Entscheid fusse auf den in der Schweiz geltenden Prioritäten für Feuerwehreinsätze: An erster Stelle stehe der Mensch, dann die Tiere, die Umwelt und erst an vierter Stelle die Sachwerte.

    Die Bewohnerinnen und Bewohner von Brienz mussten ihre Häuser bereits im Mai 2023 verlassen. Damals drohte ein Felssturz, das ganze Dorf fortzureissen.

    Erinnerungen an vergangene Katastrophen

    In der Nacht zum 16. Juni 2023 schossen schliesslich riesige Gesteinsmengen den Hang hinab und begruben eine Strasse und Wiesen meterhoch unter Schutt. Die Gesteinsmassen kamen nur wenige Meter vor dem Ort zum Stillstand.

    Kommentare

    User #5746 (nicht angemeldet)

    Mir tun diese Leute leid. Ich fühle mit ihnen.

    User #3766 (nicht angemeldet)

    Nichts dazu gelernt ist das eigentlich eine Berner-Gemeinde so langsam und behäbig

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