Fallzahlen bei der St. Galler Staatsanwaltschaft steigen erneut

Die Fallzahlen bei der St. Galler Staatsanwaltschaft sind erneut angestiegen. Insgesamt gingen vergangenes Jahr fünf Prozent mehr Verfahren ein als 2024. Gleichzeitig wurde personell aufgestockt.

«Die hohe Arbeitsbelastung des vergangenen Jahres zog sich durch alle Abteilungen der Staatsanwaltschaft», heisst es im Geschäftsbericht 2025 der Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen. Dieser wurde am Donnerstag in der Stadt St. Gallen vorgestellt. Ausschlaggebend für die hohe Arbeitsbelastung seien unter anderem das Inkrafttreten der revidierten Schweizerischen Strafprozessordnung sowie die wachsende Komplexität schwerer Delikte.
Während über alle Bereiche hinweg die Verfahren um fünf Prozent zunahmen, waren es bei der Jugendanwaltschaft gemäss dem Geschäftsbericht 5,7 Prozent. Bei den Untersuchungsämtern gab es letztes Jahr 53'613 Eingänge, 2024 waren es noch 51'077.
Die Untersuchungsämter erledigten vergangenes Jahr 18'778 Verfahren. Der Grossteil davon, 13'080, geschah über Strafbefehle. Dazu kamen 2125 Einstellungen, 2901 Nichtanhandnahmen und 672 Anklagen. 2024 waren es 16'676 erledigte Verfahren.
2024 hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass vor allem beim Bussenzentrum des kantonalen Untersuchungsamtes die Fälle deutlich zugenommen haben. Dem aktuellen Geschäftsbericht ist zu entnehmen, dass die dortige Pendenzenlast um 28,6 Prozent gesenkt werden konnte. Dies dank einer personellen Aufstockung im Bussenzentrum. In den anderen Bereichen nahmen die Pendenzen, mit Ausnahme des Untersuchungsamtes St. Gallen, zu.
«Wir sind sehr froh, dass das Parlament 2024 entschieden hat, dass die Staatsanwaltschaft in drei Etappen ausgebaut werden soll», sagte der Erste Staatsanwalt, Christoph Ill, am Donnerstag vor den Medien. Die erste Etappe sei umgesetzt und die zweite Aufstockung laufe. «Wir hoffen sehr, dass auf 2027 hin die dritte Etappe umgesetzt werden kann und damit adäquat auf die Entwicklung der Verfahrenseingänge und auf die Zunahme der Arbeit im Verfahren selber reagiert werden kann.»
Christoph Ill stellte den Geschäftsbericht zum letzten Mal vor. Am Donnerstagmorgen hatte das Sicherheits- und Justizdepartement mitgeteilt, dass mit der 44-jährigen Linda Sutter auf Anfang Dezember eine neue Erste Staatsanwältin gewählt worden ist. Ill wäre bereits Ende März ordentlich pensioniert worden. Sein Mandat wurde jedoch bis Ende November verlängert.






