ARA Altenrhein wird für weiteren Lebenszyklus aufgerüstet

Der Geschäftsbericht 2025 der ARA liegt vor. Die Reinigungsleistung wird als insgesamt gut bewertet. Aktuell wird die Belebtschlammtechnologie saniert.

Der ARA Altenrhein flossen im Jahr 2025 aus dem 17 Gemeinden umfassenden Einzugsgebiet mit rund 66’500 angeschlossenen Einwohnern total 8,5 Millionen Kubikmeter Abwasser zu, wie die Gemeinde Untereggen schreibt.
Dies sind 21 Prozent weniger als im Vorjahr.
Das Jahr war verglichen mit dem Vorjahr insgesamt niederschlagsärmer. Die zugeleiteten Schmutzfrachten blieben in etwa unverändert, was ein Hinweis auf mehr mit Schmutz durchsetztes und weniger mit Regenwasser vermischtes Abwasser ist.
Wegen Sanierung teils reduzierte Reinigungskapazität
Die Reinigungsleistung der ARA war insgesamt gut. Die gesetzlich vorgegebenen Einleitwerte wurden weitestgehend erfüllt.
Die biologische Reinigungsstufe der ARA ist das Herzstück der Abwasserreinigung. Die im Jahr 1975 in Betrieb genommene und letztmals anfangs der Neunziger Jahre erneuerte Belebtschlammbiologie wird in drei Etappen zwischen 2025 und 2027 erneut totalsaniert und auf den aktuellen Stand der Technik gebracht.
Im Berichtsjahr wurde der erste Block erneuert. Während rund acht Monaten stand deshalb nur etwa 80 Prozent der Reinigungskapazität zur Verfügung.
In den Jahren 2026 und 2027 wird dieser Schritt bei den Blöcken 2 und 3 wiederholt.
Energiebeschaffung gestaltet sich anspruchsvoll
Der Gesamt-Stromverbrauch 2025 lag bei 9,5 GWh. Mit den Blockheizkraftwerken wurden 10,4 GWh und mit den Solaranlagen 310'000 kWh selbst produziert. Somit lag die Quote der aus erneuerbaren Quellen selbst gewonnenen Elektrizität bei 108 Prozent des Verbrauchs.
Rund 1,1 GWh Elektrizität konnten in das Netz der Technischen Betriebe Thal zurückgespiesen werden. Dies war möglich, weil die Trocknung umbaubedingt rund acht Monate nur im Teilbetrieb lief.
Anspruchsvoll gestaltet sich die Energiebeschaffung und -bewirtschaftung. Die Beschaffungsmenge muss jeweils zu Jahresbeginn für das ganze Jahr für jede Viertelstunde prognostiziert werden, was praktisch unmöglich ist.
Einzelne Prozesse unterliegen witterungsbedingt grossen Schwankungen, was einen direkten Einfluss auf den Stromverbrauch hat. Abweichungen gegenüber den Prognosegrössen sind kostenrelevant, da zu viel beschaffte Mengen am Markt veräussert oder zusätzliche Mengen am Markt zugekauft werden müssen.
Investitionsschwerpunkt im Schlammbereich
Für Investitionsund Erweiterungsprojekte wurden rund 12,2 Millionen Franken ausgegeben.
Auf der ARA wurde ein Belebtschlammbiologieblock erneuert. Im Energiebereich wurde im Frühjahr 2025 ein drittes Blockheizkraftwerk für rund 1,5 Millionen Franken in Betrieb genommen. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit lag im Schlammbereich, wo eine Gesamterneuerung der Trocknungsinfrastruktur realisiert wurde.
Dafür hatten die Delegierten im Herbst 2022 einen Projektkredit im Umfang von 15,5 Millionen Franken genehmigt. Darin enthalten sind die Vergrösserung der Annahmestelle, der Ersatz einer Trocknungslinie, die Modernisierung der Wärmeerzeugung und die Erweiterung der Abluftbehandlung.
Dank dieser Massnahmen werden die Anlagen für einen weiteren Lebenszyklus aufgerüstet und die Abluftmengen deutlich reduziert. Der gesamte Geschäftsbericht 2025 der ARA ist auf der Webseite der ARA Altenrhein einsehbar.





