Hof zu Wil: Pächter-Paar fechtet Kündigung an

Wil,
Die Stiftung Hof zu Wil hat dem Pächterpaar des Restaurants per 30. September gekündigt. Angelina und Marcel Kampe wehren sich gegen den Rauswurf.

Am Mittwoch lief die Kündigungsfrist für die Pächter des Hofrestaurants aus. Angelina und Marcel Kampe gaben öffentlich bekannt, gegen die Kündigung vorzugehen und das Restaurant weiter zu betreiben. Das Paar bezeichnete die Kündigung als haltlos.
Wie auch die Stiftung zwischenzeitlich bestätigte, zählen offene Forderungen zum Kündigungsgrund. Marcel Kampe bestreitet diese: «Die geltend gemachte Forderung besteht nicht, auch wenn das die Stiftung in der Öffentlichkeit wiederholt.»
Offenbar sechsstellige Forderung
Die Stiftung hielt weitere Details zum Kündigungsgrund bisher zurück. Aus deren jüngster Medienmitteilung geht hervor, dass die Pächter über Monate hinweg den Pachtzins nicht bezahlt haben sollen.
«Der Ausstand betrug zum Zeitpunkt der Kündigung einen sechsstelligen Betrag. Eine Kündigung wurde deshalb unumgänglich», schreibt die Hofstiftung. Marcel Kampe bleibt auf Anfrage bei seinem Standpunkt: Er bestreitet, dass zum Zeitpunkt der Kündigung Pachtzinsen in dieser Grössenordnung ausstehend waren.

Von weiteren Ausführungen sieht er aufgrund des laufenden Verfahrens ab, begründet er gegenüber dieser Zeitung. Kündigung angefochten Das Pächterpaar hat mehrfach öffentlich betont, dass es den Betrieb im Restaurant Hof zu Wil weiterführen wolle und werde.
«Wir werden uns bei Bedarf rechtlich zur Wehr setzen, wenn die Stiftung sich nicht eines Besseren besinnt», äusserte sich der Wirt Anfang September klar. Auf Nachfrage bestätigt er nun: «Die von der Stiftung ausgesprochene Kündigung haben wir mit Eingabe vom 28. September 2026 unter anderem wegen Missbräuchlichkeit fristgerecht angefochten.»
Gemäss dem Stiftungsrat liegt kurz vor Redaktionsschluss dieser Zeitung am 30. September noch keine schriftliche Anfechtung der Pachtkündigung vor. Da eine Anfechtung bis zum letzten Tag der Frist eingereicht werden kann, kann es allerdings etwas dauern, bis die Stiftung davon formell Kenntnis erhält.
Im Falle der eingereichten Anfechtung entscheidet nun das Gericht, ob oder zu welchem Zeitpunkt das Pachtverhältnis beendet wird. Darüber, wie es in welchem Szenario weitergeht, will die Hofstiftung nicht spekulieren.
Sie betont in ihrem Schreiben, die Wichtigkeit von Transparenz und versichert die Öffentlichkeit zu informieren, sobald verlässliche Aussagen möglich seien. Angesichts der sich abzeichnenden rechtlichen Auseinandersetzung seien der öffentlichen Kommunikation allerdings gewisse Grenzen gesetzt.
Restaurant bleibt so oder so offen
Übergangsweise steht für den Stiftungsrat die Sicherstellung eines geordneten Betriebs im Vordergrund: «Einschränkungen für Gäste und Mitarbeitende sollen möglichst vermieden werden.»
Bis zur weiteren rechtlichen Klärung sei davon auszugehen, dass die Pächterschaft den Gastronomiebetrieb weiterführt. Sollte dies nicht möglich sein, so habe sich die Hofstiftung entsprechend vorbereitet, um den Gastronomiebetrieb aufrechtzuerhalten.

«Bestehende Reservationen bleiben bestehen und können wie geplant durchgeführt werden», betont der Stiftungsrat. Das Ziel bleibe klar: «Der Hof zu Wil soll langfristig ein bedeutender Begegnungsort mit einer attraktiven und qualitativ hochwertigen Gastronomie sein.»
«Motivation ist weiterhin hoch»
Angelina und Marcel Kampe betonen ihrerseits, dass die Gastronomie unverändert weiterlaufe. Der Anlass am gestrigen Abend stehe nicht im Zusammenhang mit der Kündigung und sei keine Austrinkete.
«Unsere Motivation ist weiterhin hoch, gerade für die anstehenden Herbst- und Weihnachtstage», so der Wirt. Ihr Team arbeite auch in Zukunft mit viel Herzblut für ihre Gäste, den Hof zu Wil und die Wiler Bevölkerung. Das Pächterpaar blicke deshalb mit Zuversicht nach vorne.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Wiler Nachrichten» erschienen.









