Kemmental TG: Anonymes Flugblatt gegen Gemeindepräsidentin

Ein anonymes Flugblatt sorgt im Kemmental TG für Aufruhr. Die Gemeindepräsidentin Raffaella Strähl wird darin kritisiert.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein anonymes Flugblatt sorgt im Kemmental TG für Wirbel.
- Es geht um Kritik gegen die Gemeindepräsidentin Raffaella Strähl.
- Ihr wird fehlende Bürgernähe und ein zerrüttetes Arbeitsklima in der Verwaltung vorgeworfen.
Der erste Kemmentaler Gemeindepräsident Josef Mattle ist stinksauer. Das in der Nacht vom 10. auf den 11. September verteilte Flugblatt «entbehrt jeglichen Anstandes», kommentiert er die Aktion.
Im Flugblatt schreiben «unzufriedene Kemmentaler und Kemmentalerinnen» von grosser Besorgnis, mit der sie die aktuelle Entwicklung in der Gemeinde unter der Führung von Gemeindepräsidentin Raffaella Strähl sehen.
«Wenn wir am Wahltag die Weichen für die Zukunft stellen, müssen wir uns ernsthaft fragen, ob diese Amtsführung noch tragbar ist. Für uns lautet die Antwort ganz klar: Nein».
Der Vorwurf der Verfasser lautet unter anderem fehlende Bürgernähe. Frau Strähl glänze durch Abwesenheit und lasse sich in der Bevölkerung kaum noch blicken. Wer die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger nicht vor Ort anhöre, verliere den Bezug zur Realität der Gemeinde.

«Besonders alarmierend jedoch ist die Situation im Gemeindehaus», heisst es im Flugblatt. Dass mittlerweile 16 von 21 Gemeindeangestellten entweder selbst gekündigt haben oder entlassen wurden, spricht eine deutliche Sprache.
Ein derart massiver personeller Aushub zeuge von einem zerrütteten Arbeitsklima und einer Amtsführung, die dem Personal das Leben schwer mache, anstatt es zu motivieren. Die Quittung für dieses Chaos im Gemeinderat zahlten die Bürger im Alltag.
In der Bauverwaltung herrsche ein solcher Stillstand, dass selbst einfache Baubewilligungen ein halbes Jahr unbearbeitet liegen blieben. Das blockiere private Projekte, schade dem lokalen Gewerbe und bremse die Gemeinde aus.
Für die anonymen Verfasser ist aus diesen Gründen «Raffaella Strähl nicht mehr tragbar und nicht wiederwählbar».
Keine Schlammschlacht vor den Wahlen
Josef Mattle, der als einziger aus der Gemeinde zum Flugblatt Stellung nimmt, kennt keine Gnade. Er spricht von «feiger Bande, die schon wieder versucht, möglichst viel im Kemmental durch den Dreck zu ziehen».
Diese Bande solle sich direkt mit den beteiligten und betroffenen Personen auseinandersetzen. Aber es fehle die Ehrlichkeit, der minimste Anstand und das aufbauende Wohlwollen.
«Es ist schlimm, solch unanständige Bewohnerinnen und Bewohner im Kemmental zu haben – echte Bürgerinnen und Bürger sind sie wohl kaum», lässt er seinem Ärger freien Lauf.
Gemeindepräsidentin Raffaella Strähl will zur Aktion nicht viel sagen. Sie habe das Flugblatt persönlich nicht erhalten und mache bei einer politischen Schlammschlacht nicht mit.
«Und auf anonyme Behauptungen achte ich sowieso nicht», nimmt sie Stellung.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Kreuzlinger Nachrichten» erschienen.








