Appenzellerland

    Migros im 24-Stunden-Betrieb: Mehr Aufwand für Mitarbeiter

    Stefanie Rohner
    Stefanie Rohner

    Herisau,

    Seit zwei Wochen ist die Migros an der Alpsteinstrasse in Herisau ein 24-Stunden-Betrieb. Die Genossenschaft zieht ein erstes positives Fazit.

    Die Migros an der Alpsteinstrasse ist seit zwei Wochen rund um die Uhr offen.
    Die Migros an der Alpsteinstrasse ist seit zwei Wochen rund um die Uhr offen. - sro

    Die Eröffnung der 24-Stunden-Filiale an der Alpsteinstrasse in Herisau hat viele Interessierte angezogen. Seit zwei Wochen kann die Filiale rund um die Uhr betreten werden. Was ist das bisherige Fazit?

    «Die Filiale entspricht offenbar einem grossen Kundenbedürfnis. Wir haben viel mehr Kundschaft bei uns gehabt, als wir erwartet hätten», sagt Andreas Bühler, Leiter Unternehmenskommunikation der Genossenschaft Migros Ostschweiz.

    Nicht nur am ersten Wochenende waren die Kundenströme hoch, auch am zweiten. «Wir haben aufgrund der Medienpräsenz gewusst, dass es Andrang geben könnte, aber waren dann doch überrascht, wie hoch dieser war», sagt Bühler.

    Er spricht nicht mehr nur von einer Verdoppelung der üblichen Kundenfrequenz an der Alpsteinstrasse, sondern von einer Vervielfachung. Auch in den Abend- und Nachtstunden stösst das Angebot auf reges Interesse.

    migi
    Migros im 24-Stunden-Betrieb: Nicht nur am ersten Wochenende waren die Kundenströme hoch, auch am zweiten. (Symbolbild) - keystone

    «Beliebt sind Produkte für den Sofortkonsum oder die rasche Zubereitung zu Hause. Aber es gibt auch viele, die ihren Wocheneinkauf während des autonomen Betriebs erledigen», so Bühler.

    Mehraufwand ist vorhanden

    Nach dem ersten Wochenende habe man schliesslich festgestellt, dass die Mengen, die für die Abende zur Verfügung gestellt wurden, schnell ausverkauft waren. «Wir haben deshalb für das Wochenende höhere Mengen bestellt, damit die Regale richtig voll und nicht gleich nach wenigen Stunden ausverkauft sind», sagt Bühler.

    Denn: Mitarbeitenden dürfen nach dem Arbeitsgesetz abends, nachts und sonntags nicht in der Filiale arbeiten und somit auch nichts auffüllen. Ein Mehraufwand für die Mitarbeitenden sei dennoch nicht von der Hand zu weisen.

    «Abends und morgens muss nochmals alles aufgefüllt werden. Daher werden mehr Arbeitsstunden eingesetzt – nicht einzelne Mitarbeitende haben mehr zu tun, es werden einfach mehr eingesetzt», so Bühler.

    Migros
    In der Migros schon ein gewohntes Bild: Self-Checkout-Kassen. - keystone

    In den ersten zwei Wochen entstanden teilweise lange Warteschlangen, ausserdem musste eine Kundin warten, da die Selfcheckout-Kasse nach einer Stichprobe verlangte.

    «Das haben wir angepasst – nach 19 Uhr wird das System keine Stichproben mehr verlangen», sagt Bühler. Der Zugang zur Filiale wie auch das Kassenwesen würden einwandfrei funktionieren.

    Auch die Sicherheits- oder Überwachungssysteme mussten bislang nicht eingreifen, bis auf die Sache mit der Stichprobe an der Kasse.

    Lärm in Grenzen halten

    Der Andrang ist vor allem am Sonntag sehr stark – über den ganzen Tag hinweg. «Da wurden bislang die höchsten Umsätze erzielt», so Bühler.

    Auch nachts verzeichnet die Genossenschaft Migros an der Alpsteinstrasse bis etwa 1 Uhr einen regen Zulauf, danach werde es ruhiger. «Aber schon morgens um sechs kommen die ersten Kunden, die auf dem Weg zur Arbeit sind», meint Bühler.

    Durch den 24-Stunden-Betrieb wird auch der Parkplatz reger genutzt, eben auch sonntags. Das macht sich in der Nachbarschaft bemerkbar. «Es ist für uns ein grosses Anliegen, dass wir mit unseren Aktivitäten keine grossen Lärmemissionen für die Anwohnenden entstehen», betont Bühler.

    Man weise die Kundschaft darauf hin, sich vor und in der Filiale ruhig zu verhalten.

    Sollen Migros-Filialen 24h geöffnet sein?

    «Dass der Parkplatz nun viel reger genutzt wird, lässt sich nicht abstreiten. Wir sind aber sehr bedacht darauf, dass der Lärmsich in Grenzen hält. Es gab bereits vereinzelte Reklamationen aufgrund von Lärm in der Nacht – dafür setzen wir dann aber in den betreffenden Stunden Sicherheitsdienste oder Securitas-Mitarbeitende ein», sagt Bühler.

    Ansonsten falle das Fazit der Kundinnen und Kunden gut bis begeistert aus – bis auf den Hinweis, dass viel Abfall herumliege. «Auch darauf haben wir reagiert und werden die Reinigungsarbeiten vor der Filiale verstärken», so Bühler.

    Ob der grosse Andrang eher ein einmaliger Eröffnungseffekt ist oder ob die Nachfrage langfristig so hoch bleiben kann, ist unklar. «Das wäre Glaskugellesen. Ich glaube nicht, dass es ungebrochen so weitergeht, aber das Interesse zeigt, dass es da ein Bedürfnis gibt und das Angebot gern genutzt wird.»

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in den «Herisauer Nachrichten» erschienen.

    Kommentare

    User #3387 (nicht angemeldet)

    die migros gibt es in zehn jahren nicht mehr, weil das defizitäre lebensmittelgeschäft nicht mehr durch die migrosbank quersubventioniert werden kann. die zinsen werden hoch sein und die migros bank hat probleme wegen ihrer eigenwihnheimhypitheken. gut so.

    User #5510 (nicht angemeldet)

    Die Kunden kaufen tagsüber weniger! Wer bezahlt die zusatzkosten? Die Normaleinkaufenden? Es kann nicht rentieren, Sie wollen nur der Konkurrenz Kunden abweben

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