Graubünden

    Oberhalb von Fläsch GR müssen Felsen gelöst – oder gesprengt werden

    Simon Binz
    Simon Binz

    Landquart,

    Oberhalb von Fläsch GR drohen zwei Felskörper abzustürzen. Die Behörden wollen sie nun gezielt abtragen. Dabei werden sie gestemmt – und wenn nötig gesprengt.

    Fläsch GR
    Der Matlusch zwischen der Gemeinde Fläsch GR (links) und dem Gebirgspass St. Luzisteig bröckelt und muss deshalb abgetragen werden. - Amt für Wald und Naturgefahren GR

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Fläsch GR werden am Matlusch zwei instabile Felskörper abgetragen.
    • Die Steigstrasse, der Klettergarten und der Wanderweg bleiben dafür gesperrt.
    • Bund und Kanton tragen die Kosten, für das Dorf besteht keine Gefahr.

    Der Fels am Matlusch oberhalb von Fläsch GR ist instabil. Seit dem 23. September ist deshalb die Steigstrasse zwischen dem Dorf und der St. Luzisteig gesperrt. Auch der Klettergarten und der Wanderweg Matlusch sind dicht.

    Nach Vorabklärungen steht nun laut der «Südostschweiz» fest, wie es weitergeht. Sicherungen, Verankerungen oder Steinschlagschutznetze kommen nicht infrage. Der Fels ist stark zerrüttet, das Gelände steil.

    Fürchtest du dich in den Bergen vor Steinschlägen?

    Diese Lösungen wären unzuverlässig und unverhältnismässig, sagt Peter Ebneter vom Amt für Wald und Naturgefahren Graubünden. Als einzig nachhaltige und wirtschaftliche Variante bleibt demnach der gezielte, kontrollierte Abtrag von zwei instabilen Felskörpern.

    In der vergangenen Woche wurde dazu die Infrastruktur unter dem Fels geschützt. Ein Wasserreservoir und weitere kleinere Bauten wurden mit Stahlpalisaden und Holz abgedeckt. Auf der Steigstrasse soll eine Schicht Holzschnitzel die Fahrbahn schützen.

    Allenfalls braucht es eine Lockerungssprengung

    Am Montag begannen Spezialisten mit dem mechanischen Abtrag des ersten Felskörpers. Laut Ebneter setzen sie dafür hydraulische Hebekissen ein. Beim grösseren Felspfeiler daneben ist noch offen, ob mechanisches Lösen reicht. Allenfalls braucht es eine Lockerungssprengung.

    In einem solchen Fall würde der Fels laut Gemeindepräsident René Pahud in Stücke zerlegt, «die kleiner sind als ein halber Kubikmeter». So soll der darunterliegende Schutzwald nicht übermässig leiden. Danach wird die Felswand gesäubert, der Sturzraum gesichert und der Objektschutz zurückgebaut.

    Verhalten des Felses hat Auswirkungen auf Dauer der Arbeiten

    Die Arbeiten dauern zwei bis drei Wochen. Entscheidend sind laut dem Bericht der «Südostschweiz» das Wetter und das Verhalten des Felses. Die seit dem 23. September gesperrte Steigstrasse, der Klettergarten sowie die betroffenen Wanderwege bleiben aus Sicherheitsgründen bis zum Abschluss der Arbeiten gesperrt. Der Verkehr wird umgeleitet.

    Fläsch GR
    Beide müssen weg: Die Felskörper 1 und 2, die in den kommenden Wochen entfernt werden. - Amt für Wald und Naturgefahren GR

    Am stärksten betroffen davon ist die Armee. Sie muss seit der Strassensperrung mit ihren Fahrzeugen durch das Städtchen Maienfeld GR fahren. Bund und Kanton übernehmen den grössten Teil der Kosten. Bei der Gemeinde bleiben nur Restkosten hängen. Für das Dorf Fläsch besteht weiterhin keine Gefahr.

    Kommentare

    User #6460 (nicht angemeldet)

    Ähm: was versteht der Bildlegendenschreiber unter „Gebirgspass“? Einen flachen Hügel mit gerade mal 200m Höhenunterschied un Passhöhe auf ca. 700 m.ü.M.? Ernsthaft?

    User #1166 (nicht angemeldet)

    Die Bergkantone müssen eben auch die meisten solcher Kosten übernehmen. In den Kantonen Zug und Zürich gibt es weder Felsstürze noch Lawinenverbauungen. Denkt mal daran!

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