Schmidheinys zeigen private Kunstsammlung dauerhaft in Bad Ragaz SG

Keystone-SDA Regional
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Landquart,

Die Stiftung Kunstsammlung Thomas Schmidheiny hat am Dienstag das Siegerprojekt eines internationalen Architekturwettbewerbs vorgestellt. In einem Kunstmuseum im Park des Hotels Grand Resort Bad Ragaz soll unter anderem eine umfassende Hodler-Sammlung aus dem Familienbesitz zugänglich gemacht werden. Bei den Kantonen St. Gallen und Thurgau stocken Sanierungspläne ihrer Kunstmuseen seit Jahren.

Auf dem Parkareal des Grand Resort Hotel Bad Ragaz plant die Stiftung Kunstsammlung Thomas Schmidheiny ein Kunstmuseum.
Auf dem Parkareal des Grand Resort Hotel Bad Ragaz plant die Stiftung Kunstsammlung Thomas Schmidheiny ein Kunstmuseum. - KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Die über Generationen gewachsene Sammlung der Familie Schmidheiny besteht aus mehr als 500 Objekten. Nebst der Hodler-Sammlung zählen auch Werke von Künstlern wie Joan Miró, Pablo Picasso, Francis Picabia sowie Cy Twombly dazu. Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Jury-Bericht hervor.

Die umfangreiche Kunstsammlung soll der Öffentlichkeit kostenlos zugänglich gemacht werden. «Mit dem Museum möchten wir sie dauerhaft öffnen und einen Ort schaffen, der Kunst, Menschen und Region verbindet», wird die Familie Schmidheiny in einer Medienmitteilung zitiert.

Das rund 3000 Quadratmeter grosse Kunstmuseum ist im Park des Fünf-Sterne-Resorts geplant. Zum Projektwettbewerb lud die Stiftung zwölf renommierte und international bekannte Architektinnen aus der ganzen Welt ein. Dass ausschliesslich Frauen ausgewählt wurden, habe sich während der Evaluation geeigneter Büros ergeben, erklärte ein Sprecher der Familie Schmidheiny gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Die Brasilianerin Carla Juaçaba konnte die Jury schliesslich von ihrem Projekt überzeugen. Dieses leiste einen wertvollen Beitrag für den Kurpark, das Grand Resort und die Gemeinde Bad Ragaz, hält die Jury in ihrem Bericht fest.

Gefordert wurde ein grosszügiger Eingangsbereich mit zentraler Theke für Kasse, Shop und Restaurant. Die Jury hielt weiter fest: Das Ausstellungskonzept soll zweigeteilt werden, in eine permanente Präsentation ausgewählter Werke – darunter Arbeiten von Ferdinand Hodler – sowie flexible Räume für Wechselausstellungen.

Die Kosten bewegen sich in einem «höheren zweistelligen Millionenbetrag», so der Sprecher weiter. Der Zeitplan sieht eine mögliche Eröffnung ab 2030 vor.

Die Familie Schmidheiny ist im Kanton St. Gallen verwurzelt und mittlerweile in der dritten Generation beim Grand Resort engagiert. Die wichtigste industrielle Beteiligung ist der Baustoffkonzern Holcim.

Mit dem Kunstmuseum in Bad Ragaz soll eine regional verankerte Institution mit internationaler Strahlkraft entstehen. Gemäss Präsentation des Projekts soll sich dieses in eine «Kette von Museen» einreihen, die sich vom Bündnerland entlang des Rheins bis zum Bodensee bildet. Erwähnt wurden dabei das Muzeum Susch, das Kirchner Museum Davos, das Bündner Kunstmuseum in Chur, das Kunstmuseum Liechtenstein mit der Hilti Art Foundation, das Kunstmuseum St. Gallen und das Würth Haus in Rorschach.

Bei den Kunstmuseen der beiden grössten Ostschweizer Kantone St. Gallen und Thurgau stocken Renovationspläne seit Jahren. Die Sanierung des St. Galler Kunstmuseums steht seit bald 15 Jahren an. 2012 wurde nach einem Wettbewerb das Siegerprojekt «Rita, Sue and Bob too», der Zürcher Park Architekten AG bekanntgegeben. 2016 zog das im gleichen Gebäude untergebrachte Naturmuseum in einen Neubau an den Stadtrand. Seither gab es im 1877 von Johannes Kunkeler im neoklassizistischen Stil erbauten Museum im Stadtpark nur einige kleinere Umbauten, um den Ausstellungsbetrieb in allen Geschossen zu gewährleisten.

Bereits zweimal wollte die Stadt die angekündigte Gesamtsanierung umsetzen, zweimal musste sie das Projekt aus finanziellen Gründen verschieben. Zwischendurch gab es Berichte über Lecks im Dach oder die unzureichende Klimatisierung auch in den Ausstellungsräumen.

Nun könnte es vorwärtsgehen. Die Gelder seien in die Investitionsplanung der Jahre bis 2031 eingestellt, bestätigte Stadtbaumeister Christof Helbling gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen Bericht des «St. Galler Tagblatts».

Gerechnet wird mit Kosten von 45,2 Millionen Franken, die zwischen der Stadt, dem Kanton sowie Stiftungen aufgeteilt werden. Ein genauer Zeitplan existiert noch nicht. Zuerst müsse nun das Siegerprojekt von 2012 auf den neuesten Stand gebracht werden, sagte der Stadtbaumeister.

Im Thurgau ist das Erneuerungsprojekt des kantonalen Kunstmuseums in Räumen der Kartause Ittingen seit Jahren blockiert. Ursprünglich sollte eine Sanierung und ein Erweiterungsbau unter anderem mit 11,3 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds finanziert werden, ohne den Kredit vors Volk zu bringen. Bürger klagten dagegen und bekamen im Herbst 2014 vom Bundesgericht recht. Das Projekt musste gestoppt werden.

Derzeit sucht der Kanton private Unterstützung für die Finanzierung einer Erweiterung. Der Kanton begründet den Aufruf zur Geldbeschaffung an Privatpersonen und Firmen mit der angespannten Finanzlage. Diese lasse nur eine Sanierung des Kunstmuseums für 20 Millionen Franken zu, nicht aber die ebenfalls geplante Erweiterung mit einem zusätzlichen unterirdischen Ausstellungsraum für weitere 5 Millionen Franken.

Die Sanierung ist nötig, um den Betrieb aufrechterhalten zu können. Die aktuellen klimatischen Bedingungen im Haus verunmöglichten die Übernahme von Leihgaben für Ausstellungen, da Vorgaben von Versicherungen nicht eingehalten werden könnten.

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