Graubünden

    Stau nur für Touris: Bündner öffnen Extrastrasse für Einheimische

    Simon Ulrich
    Simon Ulrich

    Thusis,

    In Domat/Ems dürfen Einwohner künftig eine spezielle Ausweichroute nutzen. Die «Blue Line» soll sie am Ausweichverkehr der Touristen vorbeiführen.

    Stau
    An Ostern ist der Stau auf der A13 so sicher wie das Amen in der Kirche. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Domat/Ems führt mit der «Blue Line» eine Stau-Ausweichroute ein.
    • Diese darf nur von Einwohnern, Wochenaufenthaltern, Postauto und Rettung genutzt werden.
    • Grund ist starker Ausweichverkehr von der nahegelegenen Autobahn.

    Ab Ostern dürfen Einwohnerinnen und Einwohner von Domat/Ems bei Stau an Touristen vorbeifahren. Die Gemeinde führt dafür eine spezielle Ausweichroute ein – die sogenannte «Blue Line», wie die «Südostschweiz» berichtet.

    Die Strecke darf nur von Personen genutzt werden, die ihren Hauptwohnsitz oder Wochenaufenthalt in Domat/Ems haben. Auch Postauto und Rettungsfahrzeuge dürfen sie benutzen. Für alle anderen bleibt die Strasse gesperrt.

    Ausweichverkehr von der Autobahn belastet das Dorf

    Hintergrund ist der starke Ausweichverkehr von der nahegelegenen Autobahn. Wenn sich dort Staus bilden, weichen viele Autofahrer auf die Hauptstrasse durch den Ort aus.

    Das sorgt für Lärm und zusätzliche Verkehrsprobleme. Gemeindepräsident Erich Kohler kritisierte bereits im vergangenen Sommer den «lärmenden Ausweichverkehr».

    Bisher versucht ein Dosiersystem, den Verkehr zu bremsen, damit Autofahrer weniger häufig ausweichen. Doch dieses System führt auch dazu, dass Einheimische selbst im Stau stehen.

    Pilotprojekt mit Bewilligung und Kontrollen

    Mit der «Blue Line» soll das nun verhindert werden. Die Strasse – normalerweise mit Fahrverbot belegt – wird nur geöffnet, wenn das Dosiersystem aktiv ist. Zunächst handelt es sich um ein Pilotprojekt.

    Findest du die «Blue Line» eine gute Idee?

    Wer die Route nutzen will, benötigt eine kostenlose Bewilligung. Laut der «Südostschweiz» sind bereits 1379 Anträge eingegangen. Ein Sicherheitsdienst kontrolliert die Durchfahrt. Wer keine Karte hat, muss weiterhin im Stau warten.

    Kommentare

    User #6182 (nicht angemeldet)

    Sollte bei uns auch so sein. Da wird das ganze Dorf verstopft. Als Einwohner keine Chance zum heimkommen. Und ich brauche mein Auto zum Arbeiten... Betrifft Stansstad und Hergiswil....

    User #1255 (nicht angemeldet)

    Das ist eine vernünftige und nachvollzierbare Entscheidung.

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