Stau nur für Touris: Bündner öffnen Extrastrasse für Einheimische

In Domat/Ems dürfen Einwohner künftig eine spezielle Ausweichroute nutzen. Die «Blue Line» soll sie am Ausweichverkehr der Touristen vorbeiführen.

Das Wichtigste in Kürze
- Domat/Ems führt mit der «Blue Line» eine Stau-Ausweichroute ein.
- Diese darf nur von Einwohnern, Wochenaufenthaltern, Postauto und Rettung genutzt werden.
- Grund ist starker Ausweichverkehr von der nahegelegenen Autobahn.
Ab Ostern dürfen Einwohnerinnen und Einwohner von Domat/Ems bei Stau an Touristen vorbeifahren. Die Gemeinde führt dafür eine spezielle Ausweichroute ein – die sogenannte «Blue Line», wie die «Südostschweiz» berichtet.
Die Strecke darf nur von Personen genutzt werden, die ihren Hauptwohnsitz oder Wochenaufenthalt in Domat/Ems haben. Auch Postauto und Rettungsfahrzeuge dürfen sie benutzen. Für alle anderen bleibt die Strasse gesperrt.
Ausweichverkehr von der Autobahn belastet das Dorf
Hintergrund ist der starke Ausweichverkehr von der nahegelegenen Autobahn. Wenn sich dort Staus bilden, weichen viele Autofahrer auf die Hauptstrasse durch den Ort aus.
Das sorgt für Lärm und zusätzliche Verkehrsprobleme. Gemeindepräsident Erich Kohler kritisierte bereits im vergangenen Sommer den «lärmenden Ausweichverkehr».
Bisher versucht ein Dosiersystem, den Verkehr zu bremsen, damit Autofahrer weniger häufig ausweichen. Doch dieses System führt auch dazu, dass Einheimische selbst im Stau stehen.
Pilotprojekt mit Bewilligung und Kontrollen
Mit der «Blue Line» soll das nun verhindert werden. Die Strasse – normalerweise mit Fahrverbot belegt – wird nur geöffnet, wenn das Dosiersystem aktiv ist. Zunächst handelt es sich um ein Pilotprojekt.
Wer die Route nutzen will, benötigt eine kostenlose Bewilligung. Laut der «Südostschweiz» sind bereits 1379 Anträge eingegangen. Ein Sicherheitsdienst kontrolliert die Durchfahrt. Wer keine Karte hat, muss weiterhin im Stau warten.








