Straftäter aus Maghreb machen Polizei Leben schwer

Junge Männer aus dem Maghreb belasten die Polizei stark. Im Thurgau gab es 2025 rund 1000 Delikte. Der Bund zieht eine erste Bilanz seiner Taskforce.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Thurgau gab es 2025 rund 1000 Delikte, meist von jungen Männern aus dem Maghreb.
- Die Kantonspolizei Thurgau klagt über hohen Aufwand und aggressive Tatverdächtige.
- Von 116 gemeldeten Intensivtätern sind laut Bund über 60 zurückgeführt oder in Haft.
Junge Männer aus Marokko, Tunesien und Algerien beschäftigen Polizei und Justiz in der Schweiz.
Besonders deutlich zeigt sich das im Kanton Thurgau. Dort gab es im Jahr 2025 rund 1000 Delikte, die mehrheitlich von jungen Männern aus dem Maghreb begangen wurden. Dieses Jahr sind es bereits wieder knapp 900.
Die «Rundschau» begleitete die Kantonspolizei Thurgau für einen Beitrag bei einem Einsatz in Kreuzlingen TG. Kurz nach 21 Uhr war dort in ein Haus eingebrochen worden.
Die Polizisten fanden ein kaputtes Fenster vor. Wenig später stoppten Kollegen beim nahen Bahnhof einen Mann mit Schnittwunden an den Händen.
Es handelt sich um einen 19-jährigen Algerier mit Asylstatus. Er ist wegen rund einem Dutzend Delikten polizeilich erfasst, die er innert weniger Wochen begangen haben soll.
Hoher Aufwand für die Polizei
«Ein klassischer Intensivtäter», sagt Matthias Graf, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau, gegenüber «SRF». Der Mann bestreitet, dass die Verletzungen vom Einbruch stammen.
Er sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Das Verfahren führt die Staatsanwaltschaft St. Gallen, da er auch dort Delikte begangen hat.

Laut Graf hat der Kanton seit drei Jahren hohe Fallzahlen. Es gehe vor allem um Vermögensdelikte, «begangen von jungen Männern aus dem Maghreb». Für die Polizei sei das eine Belastung.
«Eine Patrouille ist für einen Fall stundenlang besetzt», sagt er. Auch der Umgang mit den Tatverdächtigen sei mühsam: «Sie sind oft aggressiv, unkooperativ, man wird angespuckt.»
Zahlen zum Asylbereich
Bis Ende September wurden in der Schweiz dieses Jahr 15'667 Asylgesuche gestellt. Der Anteil von Personen aus dem Maghreb liegt bei 17 Prozent. Fast alle Gesuche werden abgelehnt.
Bundeszahlen, die der «Blick» veröffentlichte, zeigen zudem, dass 2024 rund 80 Prozent der Nordafrikaner mit Asylstatus einer Straftat beschuldigt wurden.
Das Problem beschäftigt die Behörden seit Jahren. Anfang 2024 kündigte Asylminister Beat Jans 24-Stunden-Verfahren an.
Seither gingen die Gesuche von Personen aus Marokko und Tunesien zurück. Bei den Algeriern, der grössten Gruppe, blieben sie konstant hoch. 2025 startete der Bund eine Taskforce gegen Intensivtäter.

Die Deliktzahlen bleiben dennoch hoch. Die Männer tauchen laut dem Bericht oft unter, einige beschäftigen die Justiz über Jahre. Festnahmen und kurze Gefängnisstrafen schrecken viele nicht ab.
Wer sind die Männer?
Beat Stauffer, Journalist und Maghreb-Experte, sagt: «Sie hoffen auf ein besseres Leben.» Ein Teil der Männer habe schon in der Heimat Probleme gehabt und sei teilweise bereits straffällig geworden.
Viele hätten nichts zu verlieren. In Ländern wie Italien lebten sie oft auf der Strasse, nähmen Medikamente und Drogen und begännen zu stehlen. Wenn sie in die Schweiz kämen, seien sie von der Reise schon schwer gezeichnet.

Die «Rundschau» sprach auch mit jungen Männern aus dem Maghreb. Viele wirkten berauscht, konsumierten Medikamente oder Drogen. Andere waren stark alkoholisiert.
Ein junger Algerier sagt: «Ich war drei Jahre in Italien, danach ein Jahr in Frankreich. Jetzt bin ich seit zwei Monaten in der Schweiz.»
Er habe in der Heimat Probleme mit der Justiz und der Politik gehabt. «Ich will hier ein ruhiges Leben führen.»
Bund zieht Bilanz zur Taskforce
Im «Rundschau»-Interview zieht Claudio Martelli, Vizedirektor des Staatssekretariats für Migration (SEM) und Chef des Asylbereichs, eine erste Bilanz der Taskforce. Die Zusammenarbeit von Polizei, Strafverfolgungsbehörden, kantonalen Behörden und SEM habe Wirkung gezeigt.
«Von den 116 Personen, die der Taskforce in den ersten zwölf Monaten gemeldet worden sind, sind über 60 entweder zurückgeführt worden oder sind jetzt in Haft und werden zurückgeführt», sagt Martelli.

Den Frust bei der Polizei nehme man sehr ernst, sagt Martelli. «Bei uns gibt es auch einen gewissen Frust.»
Der grösste Teil der Asylsuchenden verhalte sich korrekt. «Es ist eine kleine kriminelle Minderheit, die dem Ruf und der Sicherheit schadet. Das wollen wir ändern.»
Auch die 24-Stunden-Verfahren zeigten eine Wirkung, so Martelli. Es brauche aber weitere Massnahmen. Angedacht ist ein vorgelagertes Zuständigkeitsverfahren.
Der Bund will damit schon vor dem eigentlichen Asylverfahren prüfen, ob jemand einen Asylgrund geltend machen kann. «Wir erhoffen uns, dass solche Personen gar nicht mehr in die Schweiz kommen.»






