Thurgauer Flussbeiz-Wirt: «Habe Rhein noch nie so trocken gesehen»

    Nico Leuthold
    Nico Leuthold

    Bodensee,

    Der Rhein führt bei Tägerwilen TG ungewöhnlich wenig Wasser. Ein Restaurantbesitzer berichtet: Er habe den Rhein so noch nie gesehen.

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    Der Rhein ist auf einem Tiefststand. Wirt Micha Murer hat den Fluss «noch nie so trocken gesehen». - Nau.ch/Nico Leuthold

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Rhein führt bei Tägerwilen TG so wenig Wasser, dass eine grosse Sandbank entstanden ist.
    • Restaurantbesitzer Micha Murer hat den Rhein noch nie so ausgetrocknet gesehen wie jetzt.
    • Trotz der Tragik finden die Anwohner positive Seiten an der Situation.

    Der Rhein führt derzeit ungewöhnlich wenig Wasser. In Tägerwilen TG bei Konstanz (D) ist dort, wo normalerweise der Fluss fliesst, eine ausgedehnte Sandbank sichtbar.

    Micha Murer (40) betreibt das Restaurant Kuhhorn direkt am Rheinufer. Er beobachtet den Fluss täglich aus nächster Nähe. Und stellt fest: So, wie er heute aussieht, kennt er den Rhein nicht.

    Er zeigt Nau.ch am Montagmorgen, wie weit sich das Wasser zurückgezogen hat. Dazu muss er einige Schritte auf dem trockengelegten Flussbett gehen.

    «Es ist schon fast tragisch»

    «Ich habe den Rhein noch nie so tief gesehen wie zu diesem Zeitpunkt», sagt Murer. Er schätzt, dass der Wasserstand derzeit rund zwei Meter tiefer liegt als üblich. «Es ist schon fast tragisch.»

    Dass der Rhein auch das Gegenteil kann, weiss der Restaurantbesitzer aus eigener Erfahrung: Im Jahr 1999 floss das Wasser auch schon mal bis ins Restaurant. Davon ist der aktuelle Pegel jedoch weit entfernt.

    Murers Erfahrung mit dem Fluss zeigt: Im Winter sinkt der Wasserspiegel des Rheins in der Regel noch weiter. Was derzeit zu sehen ist, könnte also erst der Anfang sein.

    Positive Aspekte

    «Ich hoffe, dass wir kein Strandbad werden», sagt Murer. Trotzdem sieht er auch das Positive: Das tiefe Wasser ermögliche ganz andere Blickwinkel auf die Umgebung wie zum Beispiel Gottlieben.

    Andere ziehen sogar einen Vorteil aus der Situation: die Badegäste. Durch den tiefen Pegel können sie ihr Badetuch direkt am Wasser auf trockenem Sand ablegen. Denn das Ufer ist derzeit ein Sandstrand.

    Warst du schon einmal im Rhein baden?

    Normalerweise müssten Schwimmerinnen und Schwimmer im Winter erst 20 Meter durch knietiefes Wasser waten. Nur so kämen sie an die Stelle, die tief genug zum Abtauchen ist. Heute führt der Weg direkt zur tiefen Stelle. Das sei, laut Murer, der einzige Vorteil an der Situation.

    Der Rhein fliesst hier aus dem Bodensee. «Ich hoffe, dass der Seepegel wieder etwas steigt», sagt Murer.

    Erst am Sonntag erreichte das Niedrigwasser des Rheins in Köln (D, auf dem Weg in die Nordsee), einen neuen historischen Tiefstwert. Der Pegel fiel auf 43 Zentimeter. Der tiefe Pegel erschwert die Schifffahrt und verteuert seit Wochen die Preise für Benzin.

    Pegel soll bald wieder steigen

    Immerhin: Die deutsche «Bundesanstalt für Gewässerkunde» und die «Wasserstrassen- und Schifffahrtsverwaltung» rechnen damit, dass die Pegelstände bald wieder steigen. Schon in der zweiten Augusthälfte seien die Wasserstände dank der Niederschläge an mehreren Orten wieder gestiegen.

    Kommentare

    User #5892 (nicht angemeldet)

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    User #1341 (nicht angemeldet)

    Es sollte dringendst regnen! Unser Wasserschloss wird sonst schnell Geschichte

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