Tiktoker steht wegen Rassismusvorwürfen in Schaffhausen vor Gericht

Der Tiktoker «Bireweich» steht am heutigen Freitag in Schaffhausen vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, in einzelnen seiner Videos Fussballnationalspieler rassistisch beleidigt zu haben. Der Schweizerische Fussballverband zeigte ihn deshalb an.

«Singkontrolle» nennt Mirco Casorelli, besser bekannt als «Bireweich», die Videos in denen er das Absingen der Schweizer Nationalhymne vor Fussball-Länderspielen kommentiert. Publiziert werden die Clips auf Socialmedia-Plattformen wie Tiktok und Instagram.
Das Prinzip der ein bis zwei Minuten dauernden Clips ist simpel: Bewegt ein Fussballer, während vor einem Länderspiel die Nationalhymne gespielt wird, wenigstens die Lippen, gibt es lobende Worte. Spieler mit Migrationshintergrund, die offensichtlich nicht mitsingen, werden hingegen mit Schimpftiraden eingedeckt, die teilweise Bezug auf die Herkunft des jeweiligen Fussballers nehmen.

Der Schweizerische Fussballverband fand das Format offensichtlich nicht witzig und zeigte Casorelli an. Die Schaffhauser Staatsanwaltschaft verurteilte ihn deshalb Ende 2024 mittels Strafbefehl wegen Diskriminierung und Aufruf zu Hass zu einer bedingten Geldstrafe. Weil der Tiktoker mit dem Strafbefehl nicht einverstanden war, kommt es nun zur Verhandlung vor dem Schaffhauser Kantonsgericht.

Wie Casorelli schon mehrfach äusserte, meinte er die «Singkontrolle»-Videos satirisch. Tatsächlich gibt es eine ältere Aufnahme von einem Unbekannten, der ebenfalls mit teils wüsten Worten das Engagement der Nationalspieler beim Singen der Hymne kommentiert. Laut «Bireweich» sollen seine Videos eine Parodie auf dieses tatsächlich rassistische Video sein.
«Ich parodiere in allen meinen Videos im Grunde genommen einen Schweizer Bünzli», sagte er in einem am Dienstag veröffentlichten Statement zu den Vorwürfen. Wenn er sich überhaupt über jemanden lustig mache, dann über Schweizer.





