Wil SG: 30er-Zone im Fahrverbot sorgt für Ärger

Wil,
In Wil SG ärgern sich einige Bewohner über ein neues 30er-Schild in einer Fahrverbotszone. Sie sprechen teils von einer «Verschwendung von Steuergeldern».
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Das Wichtigste in Kürze
- Die Stadt Wil SG hat in einer Fahrverbotszone, in der Velos erlaubt sind, neu ein 30er-Zone-Schild hingestellt.
- Das sorgt bei Bewohnern für Kritik. Die Rede ist von Steuergelder-Verschwendung und einem «unnützen» Schild.
- Laut der Stadt muss der «Tempo 30»-Wechsel bei allen Zu- und Ausfahrten bei einer Tempo-30-Zone klar erkennbar sein.
Dieses neue Strassenschild gibt in Wil SG zu reden: In der Speerstrasse von der Bahnhof- zur Lerchenfeldstrasse weist seit kurzem ein Schild auf eine Tempo-30-Begrenzung hin. Hinzu kommt ein Parkverbot, von dem lediglich eingezeichnete Felder ausgenommen sind.
Ein Blick vor Ort zeigt aber: Vor dem knapp zwei Meter breiten Strassenabschnitt steht schon länger ein Fahrverbotsschild. Dieses gilt in der knapp zwei Meter breiten Strasse für alle ausser Velofahrer.
Ausserdem gibt es auch keine eingezeichneten Parkfelder. Auf Facebook regen sich deswegen einige Bewohner auf, wie ein Blick in die Gruppe «Du bisch vo Wil, wenn…» zeigt.
«Einfach unnütz»
«Dreifaches Fahrverbot und danach 30er-Zone mit Parkverbot? Dümmer geht es nicht mehr. Verschwendung von Steuergeldern», schreibt etwa ein User.
«Da ist ja gar keine Durchfahrt mit PW möglich», schreibt ein anderer. «Sorry, aber dümmer geht es nicht mehr…», meint eine dritte Userin.
«Hier einer 30er-Zone zu machen, wo man überhaupt nicht durchfahren kann, finde ich einfach unnütz.» Das sagt auch eine Anwohnerin, die anonym bleiben will, vor Ort zu Nau.ch. Da seien die Steuergelder natürlich ein Thema.
«Sehr viel Steuergelder verschwendet»
«In der Stadt Wil sind generell sehr viel Steuergelder verschwendet worden von der letzten Regierung», sagt uns Jolanda (64). Deshalb habe das Volk einer Erhöhung des Steuersatzes nicht zugestimmt. «Jetzt müssen sie endlich sparen lernen.»
Heidi (71) erklärt, sie habe einen Stadt-Mitarbeiter beim Aufstellen der Schilder gefragt, wieso man ein 30er-Schild in eine Fahrverbotszone stellt. «Er hat gesagt, es gebe mittlerweile einen Haufen Velos und Roller, die schneller fahren. Die das Gefühl haben, hier auch noch ein bisschen Gas geben zu müssen.»
Für Claudia macht das Tempo-30-Schild «überhaupt keinen Sinn, weil sowieso schon ein Fahrverbot gilt». Und was ist mit den Velofahrern?
«Okay, die sind mittlerweile auch recht schnell mit ihren E-Bikes. Vielleicht macht es doch Sinn?», fragt sie abschliessend.
Stadt erklärt sich – und will Schild ersetzen
Eine Erklärung zu dem Ganzen liefert die Stadt Wil auf Anfrage von Nau.ch gleich selbst: «Die Kantonspolizei verlangt, dass der ‹Tempo 30›-Regimewechsel bei allen Zu- und Ausfahrten bei einer Tempo-30-Zone klar erkennbar ist. Auch dort, wo eine Zu- oder Ausfahrt nur eingeschränkt oder beispielsweise nur mit Velos möglich ist.»
Ausserdem sei bei Fahrverboten, die wie in der Speerstrasse mit Ausnahmen versehen seien, «weiterhin mit berechtigten Fahrzeugen zu rechnen». Diesen müsse die Tempo-30-Zone angezeigt werden. Das gelte auch für Velo-, E-Bike- oder Rollerfahrer.

Das Parkverbot sei drauf, weil stadtweit einheitlich beschildert worden sei. «Um eine klare, konsistente und im gesamten Stadtgebiet gleichermassen gut erkennbare Sichtbarkeit zu gewährleisten.»
Laut Mediensprecher Stefan Hauser haben sich die Kapo St. Gallen und die zuständigen Fachpersonen die neue Signalisation jetzt nochmals angeschaut. Dabei sei entschieden worden, dass man die Beschilderung an der entsprechenden Stelle reduziert: Sie werde «durch ein einzelnes, platzsparendes Signal ersetzt».










