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Wurde das Büsi in Wil SG gequält? Halterin ist ratlos

Linda Bachmann
Linda Bachmann

Wil,

Eine Katze kommt in Wil SG schwer verletzt nach Hause und stirbt nach einer Notoperation. Ihre Besitzerin vermutet, dass das Büsi gequält wurde.

Beatrice Akermann trauert um ihr Büsi Jolie. Weil die Verletzungsursache nicht geklärt ist, kann sie nur schwer abschliessen.
Beatrice Akermann trauert um ihr Büsi Jolie. Weil die Verletzungsursache nicht geklärt ist, kann sie nur schwer abschliessen. - lin

Das Wichtigste in Kürze

  • Beatrice Akermanns Katze kam eines Morgens schwer verletzt nach Hause.
  • Nach einer Notoperation verstarb Jolie in der Tierarztklinik.
  • Die Art der Verletzung lässt der Wilerin keine Ruhe.
  • Sie vermutet, dass jemand ihr Büsi gequält hat.

Die Wilerin Beatrice Akermann ist seit 35 Jahren Katzenmama. Vor zwei Wochen kam eine ihrer drei Katzen morgens nicht pünktlich zum Essen nach Hause.

«Das ist sehr untypisch. Ich hatte deshalb sofort ein ungutes Gefühl», erzählt Akermann. Auch auf dem darauffolgenden Spaziergang mit ihrem Hund konnte sie ihr Büsi «Jolie» nicht finden.

Normalerweise komme sie auf das Rufen der Wilerin aus ihrem Versteck oder reagiere zumindest mit einem Miauen. Erst kurz vor dem Mittag sei die Katze schliesslich in der Wohnung an der Grubenstrasse aufgetaucht.

Schwere Verletzungen

«Ich habe sofort gesehen, dass etwas nicht stimmt», erinnert sich Beatrice Akermann. «Das Fell von Jolie war dreckig, sie wollte nichts fressen und trat mit einer Pfote nicht richtig auf.»

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Ein Tierarzt untersucht eine Katze. (Symbolbild) - keystone

Als die 61-jährige Wilerin ihre Katze hochheben wollte, habe diese laut gefaucht. Daraufhin hat sie den Tierarzt aufgesucht. «Erst dort habe ich gesehen, wie schlimm die Verletzung wirklich war: ²⁄₅ des Fells war offen.»

Die Haut des Büsis sei vom rechten Knie zum Bauch, hinüber zur linken Seite des linken Beines offen gewesen. Weitere Fleischverletzungen oder Schürfungen seien keine sichtbar gewesen.

Das Röntgenbild habe gezeigt: Jolie hatte keine Knochenbrüche, keinen Milzriss und auch keine inneren Blutungen. Die behandelnde Tierklinik bestätigte gegenüber dieser Zeitung, das Tier habe eine massive Hautverletzung erlitten.

Tod nach Operation

Jolies einzige Chance zu überleben bestand aus einer Notoperation. «Sie hatte es verdient. Sie war eine Kämpferin», sagt die 61-Jährige mit einem traurigen Lächeln.

Als sie die Katze vor Jahren bei sich aufgenommen habe, sei sie krank gewesen. «Es stand nicht gut um sie, aber ich habe sie aufgepäppelt.» Doch die verletzte Katze erlag einige Tage nach der Operation ihren Verletzungen.

«Ich habe schon lange Katzen und musste bereits mehrere Male Abschied nehmen. Doch so schwer ist es mir noch nie gefallen», gibt die Wilerin zu. Der Grund dafür sei die ungeklärte Ursache von Jolies Wunden.

Hat jemand Jolie gequält?

«Es ist für mich logisch nicht erklärbar, wie diese Verletzung passiert ist», sagt Beatrice Akermann. Die Verletzungen ihrer Katze passten weder zu einem Autounfall noch zu einem Sturz.

Auch dass sie an einem Zaun hängen geblieben sei, passe nicht auf eine derartige Wunde. «Auch die Tierärzte waren ratlos», betont die Katzenmama. Sie komme deshalb nicht umhin, menschliche Einwirkung zu vermuten.

«Ich bin jedes Szenario durchgegangen und komme immer wieder zum selben Schluss.» Dieser habe sich erhärtet, als sie den Bericht in den «Wiler Nachrichten» las, wonach in der Region seit einiger Zeit auffällig viele Katzen verschwinden.

Machst du dir Sorgen, dass deine Katze draussen verletzt werden könnte?

Teilweise gingen ein bis zwei Meldungen pro Tag ein, gab Brigitte Baumgartner, Präsidentin des Tierschutzvereins Toggenburg, auf Anfrage dieser Zeitung an. Nur ein kleiner Teil komme wieder nach Hause oder wird überfahren aufgefunden. Das sei sehr auffällig.

Tierschutzverein ist besorgt

Was hinter dem Verschwinden stecke, sei gemäss dem Tierschutzverein Toggenburg völlig unklar. Es bestehe kein konkreter Verdacht, betonte Baumgartner. Trotzdem stelle sich die Frage, ob jemand gezielt Katzen einfängt.

Der Tierschutzverein zeigt sich besorgt. So auch Beatrice Akermann: «Ich weiss leider, dass es grausame Menschen gibt auf dieser Welt.» Sie hofft nun mit einer Anzeige bei der Polizei und durch die Information der Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit zu schaffen.

Kürzlich habe ihr eine Freundin aus dem Hofbergquartier erzählt, sie habe einen fremden Velofahrer dabei beobachtet, wie dieser anhielt und ihre Katze fotografierte. Bei Vorfällen wie diesem wünscht sie sich, von der Bevölkerung mehr Achtsamkeit.

«Nur wenn ungewöhnliche Dinge angesprochen oder gemeldet werden, können wir für mehr Sicherheit für unsere Tiere – und schlussendlich für unsere Mitmenschen – sorgen.»

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst in den «Wiler Nachrichten» erschienen.

Kommentare

User #5544 (nicht angemeldet)

Der Arzt kann das beurteilen, aber nicht immer sagt er seine Meinung, er will den Halter schützen, es ist eh traurig genug.

User #5053 (nicht angemeldet)

Ja übt jemand anatomisch an Katzen was wohl als Folter am Mensch irgendwann initalisiert wird.

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