Altstätten SG: Zwei Ausstellungen über Krieg und Flucht im Rheintal

Das Museum Prestegg in Altstätten SG zeigt den Alltag zwischen 1938 und 1945 und Fluchtgeschichten am Rhein. Bis Januar 2027 laufen Führungen und Erzählcafés.

Wie erlebten die Menschen im Rheintal den Zweiten Weltkrieg? Und was können wir heute aus ihren Erfahrungen lernen? Die beiden Ausstellungen im Museum Prestegg in Altstätten beleuchten die Geschichte der Region aus unterschiedlichen Perspektiven und laden dazu ein, sich mit Krieg, Flucht und Menschlichkeit auseinanderzusetzen.
«Im Schatten des Krieges. Alltag im Rheintal» zeigt anhand von Fotografien, historischen Dokumenten und Zeitzeugenberichten, wie die Bevölkerung zwischen 1938 und 1945 mit der Bedrohung durch den Krieg lebte. «Rettende Schweiz? Flucht im Rheintal» erzählt von Jüdinnen und Juden, Oppositionellen, ehemaligen Zwangsarbeitenden und Deserteuren, die über den Rhein in die Schweiz zu fliehen versuchten, und beleuchtet ihre Schicksale sowie die Rolle der Bevölkerung und der Behörden.
Persönliche Geschichten machen Geschichte lebendig
Wie sehr die Ereignisse jener Jahre bis heute nachwirken, zeigte sich in den vergangenen Monaten auf vielfältige Weise. Nachkommen geflüchteter Menschen, Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie deren Angehörige besuchten die Ausstellungen, teilten persönliche Erinnerungen und Familiengeschichten oder hinterliessen bewegende Rückmeldungen. Auch die monatlichen Erzählcafés bieten Raum für persönliche Begegnungen.
Die Reaktionen zeigen, wie wichtig die persönliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und der Austausch über Generationen hinweg sind.
Ein Beitrag zum friedlichen Zusammenleben
Das Projekt zeigt, dass Erinnern mehr bedeutet als die Vermittlung historischen Wissens: Es schafft Begegnungen, fördert den Dialog zwischen Generationen und verbindet die Geschichte mit Fragen, die auch heute aktuell sind. Die Auseinandersetzung mit Krieg, Flucht und gesellschaftlicher Verantwortung trägt dazu bei, die Vergangenheit differenziert zu betrachten und daraus Impulse für ein friedliches Zusammenleben in der Gegenwart zu gewinnen.







