Schuldenbremse: Stadtrat will künftige Investitionen deckeln

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Chur,

Die Stadt Chur zieht die finanzielle Reissleine. Um die hohe Verschuldung zu bremsen, gilt ab 2028 ein jährlicher Ausgaben-Plafond von 45 Millionen Franken.

Brunnen im Arcasplatz Chur.
Brunnen im Arcasplatz Chur. - Nau.ch / Stephanie van de Wiel

Wie die Stadt Chur berichtet, unterbreitet sie dem Gemeinderat den Antrag, die Generationen- und Grossprojekte neu zu priorisieren und die finanzielle Steuerung zu verschärfen. Der Churer Stadtrat legt dem Gemeinderat eine umfassend überarbeitete Priorisierung der Investitionsrechnung bis ins Jahr 2035 vor.

Hintergrund sind die stark gestiegenen Investitionen der vergangenen Jahre, die zunehmende Verschuldung sowie die Herausforderung, wichtige Generationenprojekte trotz begrenzter finanzieller Mittel weiterhin realisieren zu können.

Seit 2020 investierte die Stadt Chur rund 307 Millionen Franken in Schulraum, Sportanlagen, Infrastruktur sowie den Ausbau des Wärme- und Kältenetzes der IBC. Gleichzeitig stiegen die langfristigen Finanzverbindlichkeiten von 186 Millionen auf 385 Millionen Franken an.

Obwohl die Stadt weiterhin positive Jahresabschlüsse erzielt und die Eigenkapitalquote mit rund 60 Prozent über der politischen Zielvorgabe liegt, zeigt die Finanzplanung deutlichen Handlungsbedarf.

Langfristig sichern

Der Stadtrat reagiert nun mit einer umfassenden politischen Priorisierung der Investitionen. Ziel ist es, die finanzielle Stabilität langfristig zu sichern und die Selbstfinanzierung der Stadt zu stärken.

Künftig soll der Planungshorizont von zwölf auf acht Jahre reduziert werden. Die ersten vier Jahre werden detailliert geplant, die weiteren vier Jahre dienen als strategische Orientierung. Neu gilt für die Jahre 2028 bis 2035 ein Investitionsplafond von jährlich 45 Millionen Franken.

Die Priorisierung erfolgte in mehreren Workshops und Stadtratssitzungen gemeinsam mit den zuständigen Dienststellen. Besonders im Fokus standen Generationen- und Grossprojekte mit einem Investitionsvolumen von über fünf Millionen Franken.

Trotz Sparmassnahmen wird weiter investiert

Insgesamt führt die neue Priorisierung über den Zeitraum 2027 bis 2035 zu einer Entlastung von rund 61,7 Millionen Franken. Trotz der Spar- und Priorisierungsmassnahmen bleiben zahlreiche bedeutende Investitionen vorgesehen.

Dazu gehören unter anderem die Totalsanierung des Hallenbads Obere Au, die Gesamtsanierung des Theaters Chur, neue Schulbauten in Masans und Loe/Fontana sowie Investitionen in die Energie- und Infrastrukturversorgung.

Die Finanzplanung zeigt jedoch auch künftig anspruchsvolle Jahre. Insbesondere 2032 wird mit Investitionen von über 80 Millionen Franken gerechnet, da mehrere Grossprojekte gleichzeitig anstehen. Der Stadtrat betont deshalb, dass auch in Zukunft laufende Überprüfungen und erneute Priorisierungen notwendig bleiben werden.

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