Frauenfeld TG: Friedhof Oberkirch wird umfassend saniert

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    Der Stadtrat von Frauenfeld TG treibt die Sanierung des Friedhofs Oberkirch voran. Nördliche Mauer und Treppen genügen den Sicherheitsanforderungen nicht mehr.

    Friedhof
    Ein Zaun vor einem Friedhof (Symbolbild). - Pixabay

    Der Friedhof Oberkirch blickt auf eine lange und vielschichtige Geschichte zurück, die sich in drei Hauptphasen gliedern lässt: die Entwicklung vom ursprünglichen Kirchhof bis zur Einführung des staatlichen Bestattungswesens, die ausgeprägte Erweiterungsphase von 1874 bis 1971 sowie die jüngere Entwicklung von 1972 bis heute. Im Laufe der Zeit wurde die Anlage in mehreren Etappen erweitert und umgestaltet. Bereits 1851 erfolgte eine erste Erweiterung nach Süden, verbunden mit dem Abbruch des sogenannten katholischen Mesmerhauses.

    In den Jahren 1909 bis 1912 wurde der Friedhof sowohl nach Westen als auch nach Osten ausgedehnt, ein Leichenhaus errichtet und die Kapellen umfassend renoviert. Weitere gestalterische Massnahmen folgten 1924 und 1925 im östlichen Teil der Anlage, wo unter anderem das erste Urnenfeld entstand. Ein wichtiger Meilenstein war der Wettbewerb von 1929 für eine Friedhofserweiterung und ein Krematorium, aus dem das Projekt von Paul Büchi hervorging. Zwischen 1930 und 1936 wurde dieses, bis auf das Krematorium, weitestgehend realisiert.

    Eine erneute prägende Phase stellte die Erweiterung von 1971 dar, die nach den Plänen von Peter Ammann erfolgte und den Bau eines neuen Friedhofgebäudes einschloss. 1984 erfolgte die Renovation der Laurentiuskirche, es wurden Gemeinschaftsgräber angelegt und neue Gemeinschaftsflächen geschaffen.

    Dies war die letzte umfassende Renovation der Friedhofsanlage. Seither wurden im Rahmen des laufenden Unterhalts lediglich punktuelle Renovationen und Ausbesserungsarbeiten durchgeführt.

    Die Neubelegung der Grabfelder sowie die laufende Pflege und Gestaltung der Grünflächen erfolgen gemäss den Vorgaben des Parkpflegewerks aus dem Jahr 2020.

    Die geplante Friedhofssanierung dient der umfassenden sicherheitstechnischen Instandstellung der Anlage. Die Sanierungsarbeiten sind notwendig, da insbesondere die nördliche Friedhofsmauer sowie die bestehenden Treppenanlagen nicht mehr den heutigen Sicherheitsanforderungen entsprechen. Ziel des Projekts ist es, die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher zu gewährleisten und die Zugänglichkeit zu verbessern.

    Ein zentrales Element der Massnahmen bildet die abschnittsweise Sanierung der Umfassungsmauern sowie deren Ergänzungen mit Brüstungen und Geländer zur Sicherstellung des Absturzschutzes gemäss den geltenden Sicherheitsvorschriften. Im Bereich der Erschliessung werden beschädigte bestehende Treppenanlagen erneuert. Sämtliche Treppenanlagen werden gemäss den Empfehlungen von Pro Infirmis, Fachstelle für hindernisfreies Bauen im Kanton St. Gallen, mit beidseitigen Handläufen ausgestattet.

    Beschädigte Weg- und Platzflächen werden saniert. Vorgesehen sind neue Verbundstein- und Ökosteinbeläge sowie die Herstellung einer rollstuhlgängigen Chaussierung. Die bestehenden Brunnenanlagen werden instand gestellt.

    Das Wasserspiel an den beiden grossen Wasserbecken vor der Abdankungshalle wird gereinigt und oberflächenschonend aufgearbeitet. Gestützt auf die geltenden Sicherheitsempfehlungen werden beide Wasserbecken mit einer herausnehmbaren Gitterrostanlage gesichert; diese ist nicht fest installiert, da sie für die regelmässige Reinigung der Wasserbecken entfernt werden muss. Zur Verbesserung der Orientierung und Sicherheit wird die bestehende Beleuchtungslange durch drei zusätzliche Pollerleuchten entlang des Weges zur Abdankungshalle ergänzt.

    Die durch die Bauarbeiten beanspruchten Grünflächen werden nach Abschluss ökologisch hochwertig wieder hergestellt und ergänzt. Die Friedhofserweiterung von 1971 durch Peter Ammann nahm kaum Rücksicht auf die vorhandene bauliche Struktur, was jedoch für die planerischen Eingriffe der 1970er-Jahre typisch war. In diesem Zusammenhang wurde die südliche Friedhofsmauer nahezu vollständig abgebrochen und die östliche Umfassungsmauer vollständig entfernt.

    Diese Mauer bildete ursprünglich die klare räumliche Grenze der Friedhofserweiterung aus den 1930er-Jahren von Paul Büchi. Durch den Rückbau der Waschbetonplatten aus den 1970er-Jahren und die Wiederherstellung des historischen Wegeverlaufs mittels chaussierter Beläge wird die ursprüngliche Struktur des Friedhofsteils von Paul Büchi wieder lesbar gemacht und räumlich erlebbar hervorgehoben.

    Kommentare

    User #6332 (nicht angemeldet)

    ...ein Friedhof ist zu 100% unsicher...!

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