Diessenhofen TG: Stadtrat verzichtet auf die Begegnungszone

In der Altstadt von Diessenhofen TG bleibt es bei Tempo 30. Bei der Umfrage zum Versuch bewerteten 75,3 Prozent der 474 Teilnehmenden die Zone negativ.

Aufgrund der Rückmeldungen aus der Bevölkerung und der Erfahrungen aus der Testphase hat er entschieden, momentan auf eine definitive Einführung zu verzichten.
Am 1. Juli 2026 wurde in der Altstadt von Diessenhofen eine temporäre Begegnungszone mit Tempo 20 eingeführt. Mit dem Versuch sollten praktische Erfahrungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, der Aufenthaltsqualität und der Verkehrsverträglichkeit gesammelt werden. Die Umsetzung erfolgte mit einer temporären Signalisation sowie Gestaltungselementen wie Pflanztrögen und Fässern.
Während der Testphase wurden Anpassungen an der Versuchsanordnung vorgenommen. Die Vollsperrung der Basadingerstrasse und mehrere Wasserrohrbrüche beeinflussten die Verkehrsverhältnisse zusätzlich. Der Stadtrat beschloss am 19. August 2026, den ursprünglich bis Ende September vorgesehenen Versuch vorzeitig zu beenden.
Die Testphase endete am 21. August 2026 mit anschliessendem Rückbau.
Von August bis Ende September 2026 wurde eine offene Online-Befragung durchgeführt. Insgesamt gingen 474 Fragebogen ein. Bei der Gesamtbeurteilung entfielen 75,3 % auf eine negative, 11,3 % auf eine mittlere und 13,4 % auf eine positive Bewertung. Kritik betraf insbesondere die Gestaltungselemente, die gegenseitige Rücksichtnahme, die Erreichbarkeit und die wahrgenommene Verkehrssicherheit.
Die getestete Ausgestaltung der Begegnungszone hat bei den Teilnehmenden der Befragung keine breite Akzeptanz erreicht. Eine dauerhafte Einführung in vergleichbarer Form soll deshalb nicht weiterverfolgt werden. Bei der Beurteilung ist zu berücksichtigen, dass die Befragung offen und freiwillig erfolgte.
Sie bildet die Einschätzungen der Teilnehmenden ab und stellt keine repräsentative Abstimmung der Bevölkerung dar. Zudem erschweren die ausserordentlichen Verkehrsbedingungen und die Anpassungen während des Versuchs die Beurteilung einzelner Massnahmen. Aus der Befragung lassen sich keine gesicherten Aussagen über Veränderungen der objektiven Verkehrssicherheit, der Verkehrsmenge oder der Lärm- und Abgasbelastung ableiten.
Der Stadtrat nahm an seiner letzten Sitzung den Abschlussbericht zur Kenntnis und beschloss, die bestehende Tempo-30-Zone in der Altstadt beizubehalten. Eine Begegnungszone in der getesteten Ausgestaltung wird momentan nicht weiterverfolgt. Der Stadtrat sieht ergänzende Massnahmen vor: Zur Sensibilisierung für die Geschwindigkeit sollen «Speedy»-Anzeigegeräte aufgestellt werden.
Zudem werden Bodenmarkierungen geprüft, wie sie in anderen Gemeinden in Tempo-30-Zonen eingesetzt werden. Im Obertor sollen geeignete Massnahmen Fahrten über das Kopfsteinpflaster verhindern. Die neue Vortrittsregelung an der Rheinhalde soll beibehalten werden und bei der Einfahrt Obertor/Sternenplatz soll die Fahrbahn auf die Strassenbreite begrenzt werden, damit das Trottoir nicht zum Abkürzen befahren wird.
Diese Signalisation wird bis auf weiteres in Diessenhofen nicht mehr anzutreffen sein.







