St. Gallen: 2,2 Millionen Seiten aus dem Stiftsarchiv werden digitalisiert

    Staatskanzlei Kanton St. Gallen
    Staatskanzlei Kanton St. Gallen

    Stadt St. Gallen,

    Das Stiftsarchiv in St. Gallen sichert bis Ende 2028 seinen gesamten Kernbestand digital. Zwei Scanner schaffen derzeit bis zu 2800 Aufnahmen pro Tag.

    St. Gallen
    Blick auf die Stiftskirche St. Gallus und St. Otmar in der Stadt St. Gallen (Symbolbild) - Nau.ch / Simone Imhof

    Das Stiftsarchiv St. Gallen digitalisiert in den kommenden drei Jahren rund 2,2 Millionen Seiten aus seinen historischen Buch- und Aktenbeständen. Damit wird der gesamte Kernbestand digital gesichert und für Forschung, Nutzung und Vermittlung besser zugänglich.

    Für die Umsetzung hat das Stiftsarchiv die GBL Gubler AG aus Frauenfeld beauftragt. Das Unternehmen hat im ehemaligen Lesesaal des Stiftsarchivs ein Digitalisierungsatelier eingerichtet. Zwei Scanner ermöglichen derzeit bis zu 2'800 Aufnahmen pro Tag.

    Der Einsatz zusätzlicher spezialisierter Digitalisierungshardware ist bereits geplant.

    Hohe Leistung, grösstmögliche Schonung

    Die grosse Menge an Archivgut erfordert effiziente Arbeitsabläufe. Gleichzeitig müssen die wertvollen Originale bestmöglich geschont werden. Der Konservator-Restaurator des Stiftsarchivs, David Kastlunger, begleitet deshalb den gesamten Prozess.

    Für besonders empfindliche Bücher steht ein Scanner mit V-förmiger Buchwippe zur Verfügung. Sie ermöglicht die Digitalisierung, ohne die Bände vollständig öffnen zu müssen. Auch der sichere Umgang mit den unterschiedlichen Dokumententypen ist ein wichtiger Bestandteil des Projekts.

    Pfäfers als Pilotprojekt

    Den Auftakt der Digitalisierungsarbeit bildete der Buch- und Aktenbestand des ehemaligen Klosters Pfäfers. Der Bestand ist deutlich kleiner als jener des ehemaligen Klosters St. Gallen, umfasst aber eine ähnlich grosse Vielfalt an Dokumententypen. Deshalb eignete er sich, um die Abläufe unter realen Bedingungen zu erproben und zu optimieren.

    Das Pilotprojekt ist abgeschlossen. Der Pfäferser Bestand ist damit vollständig digital gesichert. Der 2024 mit dem Kulturerbe-Label des Kantons St. Gallen ausgezeichnete und von der Regierung unter Schutz gestellte Bestand steht somit in digitaler Form für die weitere Arbeit zur Verfügung.

    Auch die Vorbereitungen auf das Jubiläum « Kloster Pfäfers» im Jahr 2031 werden dadurch erleichtert.

    Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt fliessen nun in die Digitalisierung der St. Galler Bestände ein.

    Grundlage für die digitale Forschung

    Die Digitalisierung ist zunächst eine Form der langfristigen Sicherung. Gleichzeitig schafft sie die Voraussetzung für eine künftige digitale Publikation und einen erleichterten Zugang zu den Quellen.

    Forschende können historische Dokumente künftig unabhängig vom Original konsultieren und grosse Mengen von Quellen digital auswerten. Auch Anwendungen mit künstlicher Intelligenz könnten langfristig helfen, Zusammenhänge und Informationen in den Millionen digitalisierten Seiten sichtbar zu machen.

    Bereits 2008 und 2018 wurden wichtige Teilbestände digitalisiert, darunter die mittelalterlichen Urkunden und die frühmittelalterlichen Bestände. Mit dem Abschluss des aktuellen Projekts Ende 2028 wird der gesamte historische Bestand des Stiftsarchivs digital gesichert sein.

    Gemeinsames Projekt von Kanton und Katholischem Konfessionsteil

    Das Stiftsarchiv St. Gallen steht im gemeinsamen Miteigentum des Kantons St. Gallen und des Katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen. Beide Träger finanzieren das auf knapp eine Million Franken veranschlagte Digitalisierungsprojekt nach einem festgelegten Finanzierungsschlüssel gemeinsam.

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