Laut und geschützt: Saatkrähen sind eine Herausforderung

Die Zahl der Saatkrähen hat in den letzten Jahrzehnten in Schweizer Städten stark zugenommen. Auch in Weinfelden kennt man diese tierische Herausforderung.

Die Zahl der Saatkrähen hat in den letzten Jahrzehnten in Schweizer Städten stark zugenommen, wie die Stadt Weinfelden schreibt. Während der Brutzeit sind die Vögel laut und verschmutzen Flächen unter ihren Nestern.
Auch in Weinfelden gibt es einzelne Meldungen – ein akutes Problem besteht derzeit jedoch nicht.
Lärm schon vor Sonnenaufgang
Das Zusammenleben mit den Vögeln bringt Herausforderungen mit sich. Besonders der Lärm wird als belastend empfunden: Der Tag der Saatkrähen beginnt bereits rund eine Stunde vor Sonnenaufgang und endet erst nach Einbruch der Dunkelheit.
Hinzu kommt die Verschmutzung unter den Bäumen. Diese Phase beschränkt sich jedoch auf die Brutzeit von Mitte Februar bis Ende Juli – danach ziehen die Tiere weiter.
In Weinfelden sind bislang nur vereinzelte Fälle bekannt, schweizweit nimmt die Verbreitung jedoch zu.
Städte bieten ideale Bedingungen
Saatkrähen finden in Städten gute Voraussetzungen: hohe Bäume für ihre Nester, Schutz und ausreichend Nahrung. Sie kehren deshalb jedes Jahr an dieselben Orte zurück und brüten in Kolonien.
Sobald die Jungvögel im Sommer flügge werden, entspannt sich die Situation.
Massnahmen bislang erfolglos
Eine vollständige Vertreibung aus den Städten ist im Moment aussichtslos. In verschiedenen Städten wurden etliche Versuche gestartet, die Saatkrähen zu vergrämen: mit Zurückschneiden von Bäumen, mit der Installation mechanischer Attrappen, mit Lärm durch laute Tröten oder gar durch den Einsatz von Drohnen.
Der Erfolg blieb meist aus. Ein zentraler Grund: Genau während der störenden Brutzeit stehen die Tiere unter Schutz. Eingriffe sind in dieser Phase nicht erlaubt.
Heute nicht mehr gefährdet
Die Saatkrähe stand zwischen 1986 und 2010 auf der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten. Seit 2010 gilt sie als nicht mehr gefährdet.
Der gesetzliche Schutz konzentriert sich heute auf die Brutzeit vom 16. Februar bis 31. Juli.





