Appenzellerland

    Aus Innerrhoder Flüssen darf kein Wasser mehr entnommen werden

    Keystone-SDA Regional
    Keystone-SDA Regional

    Appenzell,

    Innerrhoden hat am Freitag ein sofortiges Verbot zur Wasserentnahme aus allen Bächen und Flüssen erlassen. Dieses gilt auch für die Landwirtschaft. Das Bau- und Umweltdepartement begründet das Verbot mit dem «akuten Wassermangel» im Kanton. Damit sollen auch Fische geschützt werden.

    Unter anderem um die Bachforelle zu schützen, gilt in Innerrhoden ein Wasserentnahmeverbot aus Fliessgewässern. (Symbolbild)
    Unter anderem um die Bachforelle zu schützen, gilt in Innerrhoden ein Wasserentnahmeverbot aus Fliessgewässern. (Symbolbild) - Keystone/APA/NATURSCHUTZBUND/WOLFGANG SCHRUF

    Trotz einiger Niederschläge in der vergangenen Woche verschärfte sich das Wasserdefizit im Kanton drastisch, wie das Innerrhoder Bau- und Umweltdepartement am Freitag in einer Mitteilung schrieb. Die Regenfälle entspannten die Situation nur kurz und die Wasserstände in den Bächen und Flüssen sind weiter gesunken.

    Die Kombination aus «sehr tiefen Wasserständen und hohen Wassertemperaturen» gefährde die Gewässer und ihre Fischbestände akut, weshalb das Verbot notwendig werde.

    Dieses gilt bis auf Widerruf und inkludiert auch konzessionierte Sondernutzungen. Nicht mehr erlaubt sind sämtliche Wasserentnahmen mit Pumpen, Leitungen oder mobilen Aggregaten. «Betroffen sind unter anderem die landwirtschaftliche Bewässerung sowie gewerbliche und industrielle Wasserentnahmen», heisst es in der Mitteilung weiter.

    Ausnahmen gibt es nur wenige: Die Feuerwehr darf weiterhin Wasser aus Bächen und Flüssen beziehen, wenn sie einen Brand löschen muss. Auch das kurzzeitige, manuelle Befüllen von mobilen Viehtränken «zur Sicherung des Tierwohls in der Landwirtschaft» ist weiterhin gestattet.

    Aufgrund des schneearmen Winters sowie des trockenen Frühlings und Sommers führen die Flüsse und Bäche in Innerrhoden gemäss dem Bau- und Umweltdepartement deutlich weniger Wasser als sonst, was diese tendenziell erwärmt. Besonders betroffen sind die Sitter und ihre Zuflüsse. Insbesondere die heimische Bachforelle ist auf kühles und sauerstoffreiches Wasser angewiesen.

    Am Freitagmorgen betrug die Wassertemperatur der Sitter 12,7 Grad, wie Heike Summer, Leiterin des kantonalen Amts für Umwelt, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Am Donnerstag hatte der Fluss Werte von 19 und vor einer Woche sogar 24,8 Grad erreicht. Kritisch wird es für die Bachforelle bei Temperaturen ab 20, potentiell tödlich ab 25 Grad.

    Das Amt für Jagd und Fischerei hat bereits mehrere Notabfischungen in kleinen Bächen durchgeführt und die Fische in die Sitter umgesiedelt, wie es in einer früheren Mitteilung von Ende Juni hiess. «In der Sitter hat es derzeit noch genug Wasser, die Fische können sich bewegen und sich an schattige Plätze zurückziehen», erklärte Heike Summer. Sie geht davon aus, dass die Sitter dank dem Wasserentnahmeverbot weiterhin genügend Wasser führen wird, damit es für die Tiere nicht kritisch wird.

    Kommentare

    Mehr aus Appenzellerland

    Appenzell
    Appenzell
    Appenzell
    Appenzell
    Appenzell Innerrhoden
    Appenzell
    Herisau AR
    1 Interaktionen
    Herisau

    Mehr aus Ost

    Die beiden Eichmeister Uwe Kurle (l.) und Martin Osterwalder zeigten an einer Medieninformation als praktisches Beispiel die Eichung einer Tanksäule.
    1 Interaktionen
    Auch Tanksäule
    Andreas Sigrist Porträtfoto Gastbeitrag
    15 Interaktionen
    Andreas Sigrist (EDU)
    «Kühe können nicht einfach Milch mit mehr Protein geben»
    61 Interaktionen
    Eiweiss-Hype