Bündner erteilen Aufenthaltsbewilligung trotz Vorstrafen – Kritik

Das Migrationsamt des Kantons Graubünden steht in der Kritik. Es soll später verhafteten Drogenhändlern leichtfertig eine Aufenthaltsbewilligung erteilt haben.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Bündner Regierung gerät unter Druck.
- Personen mit Vorstrafen haben eine Aufenthaltsbewilligung erhalten.
- Sie wurden Anfang März bei einer Drogenrazzia festgenommen.
«Wie ist es möglich, dass eine Person, die im Tessin als zu risikoreich für eine Bewilligung eingestuft wurde, in Graubünden aufgenommen wird?»
Das fragt sich die Gemeindeverwaltung von Roveredo, einem kleinen Dorf im Kanton Graubünden.
Denn vier von sieben Personen, die Anfang März im Rahmen einer internationalen Drogenrazzia im Ausland festgenommen wurden, sind in Roveredo im Misox wohnhaft.
Und nun ist auch klar: Sie hatten Vorstrafen.
Die Gemeinde Roveredo hat deshalb einen Brief nach Chur geschickt. Sie fordert vom kantonalen Migrationsamt mehr Sorgfalt bei der Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen.
Im Tessin abgelehnt, in Graubünden willkommen
Vize-Gemeindepräsident Decio Cavallini sagt gegenüber dem Radio und Fernsehen der italienischsprachigen Schweiz RSI: «Unserer Ansicht nach fehlt vor allem das Bewusstsein dafür, dass Personen mit einem solchen Strafregister so leicht eine Bewilligung B auf Schweizer Boden erhalten können.»
Zumal sich ein anderer Kanton – das Tessin – verweigert hatte und ein dritter Kanton bereits kurz davor gewesen sei, die Ausweisung aus der Schweiz zu beschliessen.
«Wir fragen uns also: Wie ist das in Graubünden möglich?», so Cavallini zum Sender.
Nun wollen Bündner Parlamentarier das Thema neu aufgreifen. «Dieser Vorfall beunruhigt die Bevölkerung. Die Politik muss darauf reagieren«, wird Samuele Censi, Präsident der Fraktion des italienischsprachigen Graubündens zitiert.
In der nächsten Session soll das Thema zur Sprache gebracht werden.







