Bündner Parlament lehnt kantonales Handyverbot an Schulen ab

Keystone-SDA Regional
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Chur,

Der Bündner Grosse Rat hat am Mittwoch ein kantonales Handyverbot an Volksschulen verworfen. Eine Mehrheit gewichtete die Gemeindeautonomie höher und lehnte den Auftrag von Walter von Ballmoos (GLP) deshalb ab.

Das Bündner Parlament will es den Bündner Gemeinden und Schulträgerschaften überlassen, welche Regeln sie zur Handynutzung an Schulen treffen. (Symbolbild)
Das Bündner Parlament will es den Bündner Gemeinden und Schulträgerschaften überlassen, welche Regeln sie zur Handynutzung an Schulen treffen. (Symbolbild) - KEYSTONE/DPA/MARCUS BRANDT

Der GLP-Grossrat begründete seinen Auftrag damit, dass Smartphones und andere digitale Geräte ablenken würden – auch dann, wenn sie nicht aktiv genutzt werden. «Sie stören die Aufmerksamkeit, verringern die Lernleistung und belasten die Konzentrationsfähigkeit. Zudem fördern sie den sozialen Rückzug, da Kinder statt im direkten Austausch häufig allein von Bildschirmen absorbiert sind.»

Lehrpersonen würden zunehmend von Konflikten, Ausgrenzung, Cybermobbing oder unerlaubten Aufnahmen im Schulumfeld berichten. Seine Lösung: Ein kantonales Verbot an den Volksschulen für die private Nutzung von digitalen Geräten wie Smartphones.

Das Problem wurde im Parlament von vielen Rätinnen und Räten anerkannt. Am Ende wurde das Ansinnen aber dennoch deutlich mit 84:23 Stimmen bei zwei Enthaltungen abgelehnt. SVP und FDP stimmten geschlossen dagegen, die Mitte mehrheitlich auch. Die SP war geteilter Meinung, die GLP sprach sich mehrheitlich dafür aus.

SVP-Grossrat Thomas Gort begründete die Ablehnung mit der Gemeindeautonomie. Zwar stufe auch er den Medienkonsum von Kindern als zu hoch ein und eine Sensibilisierung sei teilweise schwierig. «Aber die Schulträgerschaften haben bereits heute die Möglichkeit, klare Regeln zu definieren. Ein kantonales Verbot ist nicht zielführend.»

FDP-Grossrat Samuele Censi sagte, dass die Region Moesa die Handynutzung bereits reguliere und damit gute Erfahrungen mache. Wie Gort gewichtete auch Censi aber die Gemeindeautonomie höher.

Anderer Meinung war Linda Zaugg-Ettlin (SP): «Der Kinderschutz darf keine Frage des Wohnorts sein.» Ihr Parteikollege Silvio Dietrich hielt hingegen fest, dass das Problem mit einer kantonalen Lösung nicht nachhaltig gelöst werde. «Kinder brauchen nicht nur Schutz, sie brauchen auch die Fähigkeit, sich in der digitalen Welt zurechtzufinden.»

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