St. Galler Grundwasser soll besser geschützt werden

Wie sauber ist das Trinkwasser aus dem Kanton St. Gallen? In einem Vorstosses der GLP wird nach der Qualität des Grundwassers gefragt. Die Regierung erklärt, dass die Messungen zeigten, dass die Höchstwerte eingehalten würden.

Im Kanton St. Gallen wird die Bevölkerung pro Tag mit 140'000 Kubikmeter Wasser beliefert. 20 Prozent davon sind Seewasser, bei 40 Prozent handelt es sich um Grundwasser und bei 35 Prozent um Quellwasser. Das bedeute, «dass rund 75 Prozent des Trinkwassers direkt oder indirekt dem Grundwasser entnommen werden», schreibt die St. Galler Regierung in der Antwort auf eine Interpellation aus den Reihen der GLP.
Die Qualität dieses Grundwassers ist Thema des Vorstosses. Darin heisst es, in den letzten Jahren hätten wissenschaftliche Studien und Berichte gezeigt, dass das Grundwasser in verschiedenen Regionen des Kantons zunehmend belastet sei. Dafür könnten Stoffe aus der Landwirtschaft, der Industrie oder aus den Siedlungsgebieten verantwortlich sein. Die zunehmende chemische Belastung sei besorgniserregend.
Für die generelle Überwachung des Wassers im Untergrund sei der Kanton zuständig, so die Regierung. Die zuständigen Fachstellen unterhielten ein Messstellennetz. Zweimal im Jahr würden Proben analysiert.
Im Trinkwassernetz seien «keine Überschreitungen der lebensmittelrechtlichen Höchstwerte festgestellt worden». Von mehreren Trinkwasserfassungen sei aber bekannt, dass der Anforderungswert für den Parameter Nitrat überschritten werde.
Im Gegensatz zu den Höchstwerten handle es sich dabei um «Indikatorenwerte», die auf eine nicht natürliche Belastung des Grundwassers hindeuteten. Es bestehe damit keine akute Gefährdung der menschlichen Gesundheit. Die Ursachen der Verunreinigung müssten aber ermittelt und Massnahmen geprüft werden.
Im Vorstoss geht es auch um den Erlass von Gewässerschutzzonen rund um die Trinkwasserfassungen. Bei den wichtigsten Fassungen seien rechtskräftige Schutzzonen vorhanden, auch wenn diese nicht überall vollständig der aktuellen Gesetzgebung entsprächen, schreibt die Regierung. Vollzugsdefizite gebe es vor allem bei der Ausscheidung von Schutzzonen für kleinere Wasserversorgungen.
Die drei GLP-Parlamentarier wollten auch wissen, wie viele verunreinigte Grundwasserfassungen mit weniger belastetem Grundwasser gemischt würden, sodass die Vorgaben des Lebensmittelrechts trotzdem eingehalten werden könnten. Die Mischungsverhältnisse von einzelnen Grundwasserfassungen wie auch die Gründe für das Mischen «würden nicht systematisch erfasst oder ausgewertet», heisst es in der Antwort.




