St. Gallen

St. Galler Kantonsrat bewilligt Konzept für frühe Sprachförderung

Keystone-SDA Regional
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Stadt St. Gallen,

Der St. Galler Kantonsrat hat am Montag im zweiten Anlauf ein kantonales Konzept für die frühe Sprachförderung gutgeheissen. Ein Rückweisungsantrag der FDP scheiterte klar.

Der St. Galler Kantonsrat hat am Montag ein Konzept für die frühe Sprachförderung beschlossen. (Archivbild)
Der St. Galler Kantonsrat hat am Montag ein Konzept für die frühe Sprachförderung beschlossen. (Archivbild) - KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Ziel der Vorlage ist eine Verbesserung der Deutschkenntnisse der Kinder, bevor sie in den Kindergarten eintreten. Damit soll die Volksschule entlastet werden.

Zu den zentralen Punkten gehörte in der ursprünglichen Fassung eine verbindliche Abklärung der Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren. Je nach Ergebnis kann danach der Besuch eines Angebots der frühen Sprachförderung in der Wohngemeinde verlangt werden.

In der Sommersession waren die Fraktionen grundsätzlich auf die Vorlage eingetreten. Danach stoppte aber die Beratung wegen zweier Rückweisungsanträge. Dabei setzte sich derjenige der SVP durch. Der Auftrag: Die Kommission musste verschiedene finanzielle Fragen klären.

Kostenübertragung nicht möglich

Unter anderem sollte evaluiert werden, ob es möglich ist, die Eltern an den Kosten der frühen Sprachförderung zu beteiligen. Ein Rechtsgutachten zeigte, dass eine Weiterverrechnung von verpflichtenden Förderangeboten nicht möglich ist. Ein für obligatorisch erklärtes Angebot wird vom Bundesgericht dem unentgeltlichen Grundschulunterricht zugerechnet.

Die Kommission beantragte beim zweiten Anlauf zusätzlich eine inhaltliche Änderung in einem zentralen Punkt der Vorlage. Anstelle eines flächendeckenden Erstkontakts mit einer Fachperson zur Abklärung der sprachlichen Fähigkeiten sollte eine «Sprachstanderhebung mittels Elternfragebogen als Selbstdeklaration» genügen.

Widerstand der FDP

In der Beratung am Montagnachmittag stellte die FDP wie bereits im Juni einen Rückweisungsantrag. Auf eine flächendeckende Erfassung sämtlicher Kinder sei zu verzichten, argumentierte deren Sprecher. Stattdessen solle ein «einfaches, freiwilliges und für alle Familien zugängliches Förderangebot» geprüft werden.

Die Sprecherinnen und Sprecher von Fraktionen von Mitte-EVP, SP-Grüne-GLP und SVP stellten sich aber hinter den Vorschlag der Kommission mit der Selbstdeklaration. Dies sei ein guter Kompromiss, hiess es.

Regierungsrätin Laura Bucher (SP) erklärte, es sei höchste Zeit, «dass wir bei der frühen Förderung einen Schritt vorwärts machen». Das vorliegende Modell mit der Selbstdeklaration habe zwar Schwächen. Die Regierung trage aber den Kompromiss mit.

Danach lehnte die Mehrheit den Rückweisungsantrag der FDP mit 99 gegen 16 Stimmen ab. Keine Mehrheiten gab es danach auch für weitere Anträge der FDP, in denen inhaltliche Änderungen verlangt wurden. Der Rat hiess damit in erster Lesung das Konzept der frühen Sprachförderung nach der Fassung der vorberatenden Kommission gut.

Kommentare

User #5711 (nicht angemeldet)

Es sollte Pflicht sein, die Eltern anteilsmässig an den Kosten beteiligen zu lassen. Sie haben es in der Hand. Spricht das Kind gut, braucht es die Zusatzkurse nicht. Die Kosten können einen Antrieb sein, dass die Eltern die Sprache zuhause fördern. Aber eben SP will halt die Kuschelversion

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