Ausserrhödler sorgt mit Hackbrett weltweit für Stimmung

    Sabine Itting
    Sabine Itting

    Rheintal,

    Hans Sturzenegger fährt bei Vollmond mit seinem Hackbrett auf den Hohen Kasten. Dort unterhält er die Gäste beim Vollmonddinner.

    Hans Sturzenegger
    Hans Sturzenegger mit seinem Hackbrett: Der Ausserrhödler sorgt mit Musik und Humor weit über die Ostschweiz hinaus für gute Stimmung. - Sabine Itting

    Doch der Altstätter Hausberg ist längst nicht der einzige Ort, an dem der sympathische Ausserrhödler für gute Stimmung sorgt. Ob New York, Gossau, Amsterdam, Appenzell oder Rom: Wo Hans Sturzenegger mit seinem Hackbrett aufspielt, gewinnt er im Nu die Herzen des Publikums.

    «Ich habe an wirklich vielen Orten und zu den unterschiedlichsten Anlässen schon gespielt», erzählt er. So sei er zum Beispiel in praktisch allen deutschen Städten auf der Bühne gestanden. Gern erinnert er sich an Hamburg, Frankfurt, München und Berlin.

    Von der Stubete bis ins Fernsehen

    Auch wenn seine Auftritte mitunter weit von seiner Heimat entfernt stattfinden, ist Sturzenegger immer wieder gern in der Ostschweiz unterwegs. Im Kanton St. Gallen tritt er regelmässig auf, so etwa in Gossau auf Einladung von Altersheimen, Vereinen oder der Gemeinde.

    Er spielt an Hochzeiten und Geburtstagen, bei Gottesdiensten und Firmenanlässen, an Stubeten und Seniorennachmittagen. Überall ist der Musikant aus Speicher ein gern gesehener Gast. So kommt Sturzenegger mit Menschen unterschiedlichen Alters und in den verschiedensten Lebenssituationen zusammen.

    Uster
    Wo Hans Sturzenegger mit seinem Hackbrett aufspielt, gewinnt er im Nu die Herzen des Publikums. (Symbolbild) - pixabay

    Er liebt es, vor einem vielfältigen Publikum aufzutreten. Egal ob Jung oder Alt: Von seiner offenen, fröhlichen Art lassen sich alle anstecken. Seine Musik führt ihn aber nicht nur zu Live-Auftritten: Mehrfach war er schon im Fernsehen zu sehen und wirkte am Filmprojekt «Ur-Musig» mit. Auf dem Soundtrack des Films ist er mit einem Hackbrett-Zäuerli aus Speicher vertreten.

    Wie wurde Hans Sturzenegger zum erfolgreichen Hackbrettspieler? Gerne erzählt er von den Anfängen seiner Karriere: Der Grundstein wurde früh gelegt. Mit 15 Jahren bekam er von seinem Vater sein erstes Instrument, damit der Sohn beim Trogener Komponisten und Volksmusikanten Emil Walser Unterricht nehmen konnte. Nach dem frühen Tod seines Lehrers nahm er Stunden bei Jakob «Jock»

    Alder aus der bekannten Alder-Dynastie aus Hundwil. Bereits mit 17 Jahren trat Sturzenegger öffentlich auf. 1975 vermittelte ihn Alder an die Kapelle «Warth-Buebe», die damals dringend einen Hackbrettspieler suchte. Mit diesen ist er bis heute verbunden.

    Bauer und Musiker

    Ursprünglich war Hans Sturzenegger allerdings hauptberuflich Bauer. Auf dem elterlichen Hof in Speicher aufgewachsen, übernahm er den Betrieb 1987 und führte ihn viele Jahre. Mit den zunehmenden musikalischen Auftritten wurde die Doppelbelastung immer grösser.

    Schliesslich übergab er den Hof und widmete sich ganz der Musik. Heute ist er als Hackbrettspieler unterwegs und neben seinen Auftritten unterrichtet er Schülerinnen und Schüler. Sein Wunsch, wie er dieser Zeitung verrät: Die traditionellen Appenzeller Kompositionen sollen auch in Zukunft weitergespielt werden.

    Witzkönig des Appenzellerlandes

    Zum Hackbrett gehört bei Hans Sturzenegger auch der Humor. 2009 gewann er einen Wettbewerb um die besten Appenzeller Witze und wurde damit zum ersten und bis heute einzigen «Witzkönig des Appenzellerlandes».

    Hast du schon einmal ein Hackbrett live gehört?

    «Der Wettbewerb wurde nur dieses eine Mal durchgeführt», erzählt er lachend. Dass Musik und Humor bei ihm zusammengehören, lässt sich bei seinen Auftritten erleben. Zwischen einem Hackbrett-Zäuerli und einer träfen Geschichte findet er schnell den Draht zu seinem Publikum.

    Vielleicht ist genau das die besondere Stärke von Hans Sturzenegger: Er trägt seine Musik und gute Laune dorthin, wo Menschen zusammenkommen – vom Vollmonddinner auf dem Hohen Kasten über Anlässe in der Schweiz und den Nachbarländern bis hin nach Übersee. Das Hackbrett reist mit. Und der Witz auch.

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in den «Herisauer Nachrichten» erschienen.

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